Shadowrun-HH

Startschüsse

In der Hamburger DocWagon-Zentrale in der Martinistraße 42 wird ein neues Team zusammengestellt. Aufgrund eines Snafu in der Personalabteilung ist das Einsatzteam 6 an seinem ersten Tag nur in halber Stärke besetzt: Valerie Matthes, Art Pasetti und Avni Gökhan haben kaum Zeit, sich einander vorzustellen, als auch schon der Alarm schellt.
Der Kunde ist ein gewisser Maximilian Schäfer. Details sind knapp, aber offenbar gab es einen Verkehrsunfall am Wandsbeker Markt. Dem abgehörten Polizeifunk sind mehr Einzelheiten zu entnehmen: Am Unfallort liefert sich HanSec ein Feuergefecht mit Mitgliedern der Eisernen Legion. Die Rolle des Kunden bleibt unklar.
Am Unfallort angekommen stellt sich heraus, dass eine Limousine (mutmaßlich die des Kunden) vor der Einfahrt eines Parkhauses von der Straße in einen Poller gedrängt wurde. Das Feuergefecht dauert noch an; Team 6 manövriert den gepanzerten Einsatzwagen in die Nähe der Limousine. Beim Versuch, sich Freiraum zu verschaffen, lässt Valerie eine Erschütterungsgranate inmitten der Gruppe fallen – den Rest des Einsatzes wird man mit klirrenden Ohren und Watte im Kopf leben müssen.
In der Limousine findet sich lediglich das abgerissene Armband von Max Schäfer. Eine Blutspur führt in Richtung der Tiefgarage…

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Team 6

Mhm, Team 6 hatter gesagt, der Ork im Anzug. Meinetwegen. Is ja nich so, als könnt ich nur bis 5 zählen. Fing auch ganz gut an, 2 Zwerge im Club. Dann stellt sich aber leider raus, dass eins davon eine ZwergIN ist, If heisst die, das andere is ziemlich schräg. Nickbert heisst das. Nickbert Forsikowski. Oder so. Ham dann rumgehockt und Kaffee gesoffen. Toll.

Dann endlich: Einsatz. Unsre neuen Kumpels ham um Hilfe gerufen, hocken inner Tiefgarage inner Klemme. Fahrmer halt hin. Sin auch schon HanSec da un Autos zusammgerauscht und so Futzis vonner Eisernen Legion, glaub ich. Die ham wohl Stress gemacht.

Wir also runter inne Garage, da hockt so ne Menschin hinter ner Karre, so ne hübsche, heisst wohl Valerie. Die ballert mit nem Gewehr inner Gegend rum. Nem Gewehr! Was solln das werden? Muss ihr das dann mal erklären, dass man sowas nur für Straßenköter und so nimmt. Na ja.

Ach ja: Hab ich fast vergessen: Wir sollen da nicht nur Kollegen retten, sondern auch nen Kunden, so nen Herrn Schäfer. Der is aber nirgends zu sehen. Dafür so einer im Anzug. So blond. Erst heisst’s: niedermachen, dann wieder nicht. Keiner hat Durchblick.

Noch 2 andere Kumpels plappern über Funk, aber gesehen hab ich die erst später. Einer is n Mensch, n Kerl innem Anzug, so Typ Bürowurst, aber kann angeblich zaubern. Konnt aber nich sehen was. Hab ja auch ihn erst ganz spät gesehen. Wahrscheinlich hatter sich versteckt. Der andere ist Türke un heisst Av. Komischer Vogel. Glaub, das isn Schamane, der hat mit so nem Geist gesprochen. Genützt hats aber nüscht.

Aber der Reihe nach. Erstmal platsch – erste Arschgeige niedergemacht. Und dann nochmal: platsch – zweite Arschgeige niedergemacht. Wollt auch noch die beiden anderen Arschgeigen niedermachen, hab aber vorbeigesenst, voll so ne Karre demoliert. Selber Schuld, wennse in sonem öffentlichen Ding parken. Und dann sollt ich nicht weiter Arschgeigen niedermachen, weil die sich ergeben haben. Feiglinge. Geschossen hat auch kein Aas auf mich. Voll langweilig. Die If hat auch was weggeschossen, aber nich so ganz. Aber wenigstens hatse ne brauchbare Knarre, so ne Russenspritze.

Dann hammer den blonden Anzug verhaftet. Nein, nicht den Kumpel, den anderen. Der war voll verdächtig, hat sich aber irgendwie lieber von den HanSec Leuten festnehmen lassen, als von uns. Komisch. Und noch immer keine Spur von diesem Schäfer. Dann ganz lang Gefasel und dann wollten se auf einmal innen Gulli klettern. Meinetwegen. Das eine Zwerg war voll dafür, kein Wunder, heisst ja auch Gully.

Also runter da. Unten wieder so Gezaubere von Av und auf einmal auch vom Zwerg Iggy. Der konnte so Licht machen mit der Hand. Hat aber auch nüscht genützt. Dann hiess es: los, los, immer schön den Kanal längs. Gut, renn ich halt. Aber gaaaanz langsam, Zwergenbeine un so. Gut. Nach ner Weile: immer noch nix. Keine Spur vom Schäfer. Und auch sonst ziemlich langweilig da unten. Dann hatten auf einmal alle keine Lust mehr und dann simmer halt wieder nach oben geklettert. Ich glaub, jetzt wollen se ganz von oben die Erlaubnis ham, dass wir aufhören, den Schäfer zu suchen. Wenner nich will, dann willer wohl nich.

Kuck mal an, so langweilig war’s heut gar nich.

Pauly.

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Erdbeerdoughnuts

Hamburg, 4. Juli 2013

Nach ewiger Warterei in der Zentrale sind wir am Wandsbeker Markt angekommen und haben uns in die Schlacht geworfen. Vom Kunden keine Spur und nur ein paar Tote Freaks und der blonde Typ , der seinen Wagen verteidigt hat sind auffindbar. Vom Kunden immer noch keine Spur. Auch am Hinterausgang und in der Kanalisation ist nix zu finden. Dass sich jetzt schon die Kunden verpissen, wenn wir ihnen helfen wollen ist neu. Ich hab so die Schnauze voll von dem Scheiss!
Aber es geht noch besser: WIR haben den Kunden verloren und sind darum erst mal suspendiert! Irgend so ein Sesselfurzender Herr Schmitt aus der Zentrale hat uns aus dem Verkehr gezogen und jetzt stehen wir hier blöd rum.
Die Autos, die in den Unfall verwickelt waren haben wir gecheckt: Zwei Wagen gehörten den Angreifern der Eisernen Legion und dann natürlich noch die Limousine vom Kunden. Die Penner von HanSec wollten uns nicht an die Unfallstelle lassen aber wenigstens das Armband vom Kunden haben wir sicherstellen können! Vom Fahrer der Limo auch keine Spur. Avni ist da ganz gut drin Infos an Land zu ziehen und mit Leuten zu reden. Mein Ding ist das nicht so…

Ich hab in der Zeit Fotos von den Nummernschildern gemacht und er hat bei der Sicherheitsfirma angerufen, die das Parkhaus da mit Kameras überwacht. Klar haben sie Aufnahmen von der Sache aber wir haben erst für den nächsten Vormittag einen „Termin“. Sind die gestört, oder was? Hier ist ein Typ verschwunden und wir wollen unseren Job machen – egal was Herr Schmitt sacht.
Wir also zur Sicherheitsfirma und nach einiger Überzeugungsleistung bestehend aus Zahlenmässiger Überlegenheit, Wummen und nettem Zureden gibt uns der Herr Müller vor Ort die Bänder vom Tatort. Wir sehen alles wie beschrieben: Den verletzten Kunden, der abhaut, den blonden Typen, der in die Schießerei einsteigt und unser Team, das eingreift. Vom hinteren Teil im Parkhaus gibt es aber keine Aufnahmen, also wissen wir noch immer nicht, wo der Kunde abgeblieben ist. Wir sagen nett Danke zu Herrn Müller um uns vor dem Hauptquartier von HanseSec zu installieren und den Blonden da zur Befragung abzufangen. Schließlich ist er der einzige Zeuge aus dem Parkhaus.
Der Großteil von uns wartet bei Erdbeerdoughnuts und Würstchen im Café gegenüber mit Blick auf den Haupteingang während Crazy Nik in einiger Entfernung den Wagen parkt. Die Doughnuts waren ziemlich gut, aber von Blondie keine Spur.

Dann Neuigkeiten, die uns umhauen: Wir haben nur so ne Ahnung und überprüfen den Polizeifunk. Dabei stellt sich raus, dass auf dem Weg zum HanseSec-Hauptquartier einer ihrer Wagen verunglückt ist und Blondie ist weg. Und wieder helfen Avnis Kontakte weiter:
Blondie ist nicht Blondie, sondern Mister Richardson, einer der Top 5 Hitmen und man redet, dass er sich gerade einen großen Auftrag an Land gezogen hat – so ne Massen-Killer Sache. Die Haare und der dämliche Rolli sind wohl sein Markenzeichen. Wir hatten den Typen und haben ihn laufen lassen! So eine verdammte Scheisse!
Avni stellt sich erstmal unwissend und bittet ihn auf seiner Mailbox um einen Rückruf. Ehrlich gesagt glaube ich, dass wir den Typen so schnell nicht in die Finger kriegen aber wenn er mir vor die Kanone läuft sollte er vor mir abdrücken.
Jetzt sind wir wieder in unserem Hauptquartier und sitzen uns hier die Ärsche platt. Dreck!

Iv

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Of Trollporn and Hitmen

Die Tage gigen ereignislos ins Land und wir waren immer noch suspendiert. Auf die freundliche Nachfrage, wann wir denn eventuell vielleicht mit einer Änderung dieses Zustandes rechnen könnten, wurde uns nur mitgeteilt, dass wir “demnächst” informiert werden würden. Klassischer Fall von “Don`t call us – we call you”. Wirklich blöd ist, dass wir in der ganzen Zeit auch keinen Nuyen bekommen – das Geld wird langsam knapp.
Auch von unserer neuen Auftragskiller-Bekanntschaft hörten wir nichts.
Avni bekam denn überraschend Besuch von Bircan, die uns bereits mit den Überwachungsvideos des Parkhauses geholfen hatte. Sie erwähnte, dass sie etwas von einem Job gehört hätte, der uns vielleicht interessieren könnte. Avni ließ sich die Kontaktinfo geben und trommelte uns alle zusammen.
Das Treffen mit dem Kontakt “Herr Schmidt” sollte charmanterweise in dem Bestattungsinstitut “Johanson Grabmale” in der Weidenallee stattfinden. Punkt 16:0O betraten wir die ausgesprochen geschmacklos dekorierten Geschäftsräume und waren ein wenig überrascht, dass “Herr Schmidt” eine Motorrad-Braut war. Arty und Iv erkannten die Frau sofort als “Alpha Blue”, eine höchst erfolgreiche Shadowrunnerin aus den USA. Wir bekamen den Auftrag herauszufinden, wer ihren Bruder Neil, ein Freelance Tech, erschossen hatte. Eigentlich haben wir ja keine Erfahrung in solchen Dingen aber 20.000 NuYen bei Erfolg und die Tatsache, dass sie offensichtlich willens war, uns zu engagieren waren überzeugend genug. Sie händigte uns den Schlüssel zur Wohnung ihres Bruders und einen Brief aus, dem hervorging, dass ihm ein Kontakt einen Bauplan zugespielt hatte, der den Beweis enthielt, dass ein Konzern bei der Herstellung seiner Chipsätze minderwertige Teile verbaut. In dem Umschlag war neben dem Bauplan eine Visitenkarte des Kontaktes, der ihm die Unterlagen zugespielt hatte. Ein handelte sich dabei um einen gewissen “Vanian”, der in seinem Pfandhaus auf St. Pauli allerlei legale und illegale Dinge verscherbelt. Wir machten uns nach Abschluss des Deals in Avnis hygienisch genzwertigem Van (halb Krankenwagen, halb Kindergarten-Krabbelecke) auf den Weg nach St. Pauli.
Dort angekommen mussten wir leider leider feststellen, dass uns jemand zuvorgekommen war. Die Tür war aufgebrochen und der Inhaber, nebst einer weiteren Person, war offensichtlich erschossen worden. Was sollten wir jetzt tun? Den Laden durchsuchen, natürlich! Wir kramten in jeder Ecke und fanden im Büro schließlich einen antiken Tresor, der vielversprechend aussah. Zum Glück ist sowas ja kein Problem für mich. Der Tresor enthielt fünf Kartons mit Sim-Sticks, die ich sofort in meinem Rucksack verstaute. Plötzlich hörten wir Stimmen und laute Schritte, die sich vom Eingang her näherten. Panisch überlegten wir, was wir jetzt tun sollten und dann war es auch schon zu spät. Arty schaffte es noch sich rechtzeitig in Luft aufzulösen, während wir ratlos im Raum standen, als sich die Tür öffnete. Mir klappte fast die Kinnlade runter, als Mr. Richardson nebst Handlangern im Raum stand. Ich versuchte so gewinnend wie möglich zu lächeln um ihn freundlich zu stimmen, was dann auch erstaunlicherweise funktionierte. So machten wir alle ein wenig verkrampft Small-Talk und verabschiedeten uns dann höflich. Aus welchen Gründen auch immer, ließ er uns tatsächlich unbehelligt von dannen ziehen. Der unsichtbare Arty blieb im Büro mit dem Tresor zurück, um eventuell herauszufinden, was genau der gute Mr. Richardson hier wollte. Doch der kramte nur unambitioniert in den Schubladen rum ohne seine Pläne kundzutun. Sehr schade.
Wir trafen dann nach einer Weile vor dem Holsteneck wieder mit Arty zusammen, der das Ganze nicht so gut verkraftet hatte. Iv war so freundlich ihn mit Doppelkorn zu versorgen, bis er sich beruhigt hatte.
In der festen Überzeugung Top-Beweismaterial auf den Sim-Sticks zu finden, beschlossen wir, diese sofort anzusehen. Und wo macht man das am besten auf St. Pauli? Richtig! In einer Porno-Butze. Gesagt, getan und rein in die gute Stube. Die studentische Aushilfskraft war gegen ein nicht geringes Entgeld bereit, dass Etablissement für uns zu schließen. In Erwartung großer Dinge ging jeder von uns mit einem Sim-Stick in die Kabine. Und tatsächlich, wir sahen große Dinge – Dinge die an Trollen und Ponys hingen…und standen…und…. viele andere Sachen, die wir lieber nicht gesehen hätte. Wir hatten ganz offensichtlich Vanians hoch illegale Porno-Sammlung mitgehen lassen. Na super!!!
Leicht traumatisiert verließen wir die Kabinen und beschlossen uns als nächstes in Neils Wohnung umzusehen.

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Was Niemand so alles erlebte

Liebes Tagebuch,
was eigentlich ist so furchtbar lieb an einem Tagebuch? Schließlich bist Du doch keine beseelte Entität, die sich voller Güte mit den grauenhaft banalen Bewusstseinsinhalten dieses gefälschten Lebens vollschreiben lässt. Kein geduldig-weiser Historiograph, der freundlicherweise still hält, während man ihm umständlich einen Bären aufbindet. Mich wundert am meisten, dass ich überhaupt noch so viele Adjektive gebrauchen kann. Das wundert mich in der Tat … Aber ich schweife ab, liebes, herzensgutes Tagebuch. Du bist gewiss milde erstaunt, dass gerade ich mich gerade jetzt an Dich wende. Nach all der Zeit, ein ganzes Leben später. Der wahrhaftige Grund, soweit ich ihn mir eingestehen mag, ist zweifaltig: Zum einen gibt es gegenwärtig keinen Bedarf mehr an der Anfertigung von Protokollen, da ich meinen Job los bin. Die offizielle Nomenklatur für meinen Status lautet „suspendiert“. Aber so wie die Dinge liegen, fürchte ich, in ähnlicher Art „suspendiert“ zu sein wie Caesar während jener Senatssitzung im Theater des Pompeius. Zum anderen habe ich niemanden mehr. Nicht einmal mich, denn ich bin ja nicht mehr ich, sondern „Art Pasetti“. Ts, typisch meine Hybris! Den sprechenden Namen konnte ich mir wohl auch nicht verkneifen. Egal. Nein, der Artie der hat keine Freunde. Nur Kollegen, Verzeihung, Ex-Kollegen. Und deren Intellekte sind, sagen wir „bedarfsorientiert“. Aber was will man auch erwarten. Na ja, vielleicht, dass jemand Verdacht schöpft, wenn bedauernswerte, frisch suspendierte Crétins wie wir von einer der Top-Shadowrunnerinnen der Welt angeheuert werden, um etwas zu tun, für das wir ebenfalls nicht qualifiziert sind. Beati pauperes spiritu. Faex. Und so, herzallerliebstes Tagesbuch, musst nun eben Du Dir die Erlebnisse eines Niemand auf die Seiten schreiben lassen.

Was ich zu berichten habe, ist leider auch nicht lieb. Es sei denn, man bezeichnet die Werke von Hieronymus Bosch oder Franz von Stuck als lieb. Unsere kleine Schar von Möchtegern-Schattenläufern suchte also gestern (in Avnis fahrender Ethno-Seifenoper von einem Transporter) die Privatwohnung eines gewissen Neil Scott in der Barmbeker Burmesterstraße auf. Neil war der Bruder von besagter Alpha Blue und seines Zeichens wohl ein wahrer “Künstler“ im Bereich Elektronik. Er wurde wahrscheinlich im Auftrag der Firma Multitec ermordet, weil die Blaupausen für einen neuartigen optischen Multitec-Chip über den Hehler und Erfinder Jack Vanian in seine Hände gefallen waren. Scott fand heraus, dass ein solcher Chip nicht nur revolutionär günstig sein würde, sondern auch fantastisch schädlich für seine Nutzer. (Es rührt mich immer wieder, wenn meinen Mitmetamenschen auffällt, dass es ungünstige Folgen haben könnte, sich Geräte in den Körper operieren zu lassen.) Die Blaupausen hatte Vanian zuvor von einem Oberidioten der Eisernen Legion namens „Boxer“ erhalten – und zwar in Form eines Cyberauges. Der technische Plan des Chips war als letztes Bild auf dieser technischen Abscheulichkeit gespeichert … Doch zurück zu unserer wackeren Amateur-Detektivgemeinschaft: Dank Valeries Einbrecherkönnen verschafften wir uns Zugang zu der kleinen Zweizimmerwohnung, deren Einrichtung mit einer dicken Staubschicht bedeckt und entsprechend wohl schon lange verlassen war. Hier gab es außer Milben nichts lebendiges und auch sonst nichts von Belang.

Da der Tag bisher offenbar weder lang noch gefährlich genug gewesen war, entschloss man sich sodann, der Arbeitsstätte von Herrn Scott einen Besuch abzustatten. Diese befand sich im architektonisch bemerkenswerten Störtebekerhaus in Hamm. Bemerkenswert deshalb, weil diese steingewordene Geschmacksverirrung wohl den Anschein vor klassizistischer Architektur erwecken möchte. Leider ist auch für den Laien offensichtlich, dass es keine hundert Jahre alt sein kann. Das Foyer zerschlägt dann auch die letzten Hoffnungen auf Kunstempfinden mit einem gigantischen, knallbunten Kinderquiteschehammer aus Geschmacklosigkeiten, der auch aus Avnis Transporter stammen könnte. Der echte Störtebeker jedenfalls hätte diesen Bau ohne zu zögern niedergebrannt. Nachdem unsere Femme Cambrioloage die Wohnungstür (Zimmer 213) geöffnet hatte, wurden wir zu meiner offenbar exklusiven Beunruhigung von einer Stimme begrüßt, und zwar mit den Worten „Hallo! Lange nicht gesehen!“. Diese Stimme hatte aber anscheinend eine technische Quelle, da auch diese Wohnung verlassen war. Meine werten Ex-Kollegen fanden hier offenbar eine ganze Reihe von veritablen technischen Wunderdingen. Wie ich mir dann erklären ließ, handelte es sich dabei um einen sogenannten Remote-Firing-Mechanism, einen Cyberware-Scanner, ein stark aufgerüstetes Cyberdeck … und, ach ja, eine munter piepende Bombe. Aus Gründen, die ich wohl nicht weiter erläutern muss, verließen wir dieses Etablissement flugs wieder – allerdings nicht, ohne die gefundenen Technikwunder mitzunehmen, nebst einer Visitenkarte mit Vanians Privatadresse. Ich bin mir sicher, dass wir spätestens seit dem Verlassen des sogenannten Stötebekerhauses bei allen Starfverfolgunsgesellschaften einen gewissen Berühmtheitsstatus errungen haben.

Was nun folgte, ist nicht schwer zu erraten: Trotz der fortgeschrittenen Stunde begaben wir uns zum Privatdomizil von Jack Vanian. Dieses liegt in einem eingezäunten und bewachten Viertel für Bessergestellte in Eimsbüttel. Zu unserem Glück hatte der Pförtner am Einfahrtstor keinerlei Gespür für Gefahren. Und so gelangten wir ungehindert zu Vanians Wohnung. Spätestens jetzt wünschte ich mich mit aller Macht wieder zurück ins Störtebekerhaus. Die Verbrechen gegen die Ästhetik, die sich die Planer dieser bewachten Vorhölle zweifellos aktiv auf die Fahnen geschrieben haben, spotten jeder Beschreibung und werden hier ganz sicher nicht noch durch Erwähnung gewürdigt. Als wir auch diese Wohnung im zweiten Stock mühelos betraten, wurden wir durch die Anwesenheit eines Menschen überrascht. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um niemand anderen als Jack Vanian, den wir eigentlich für einen der Toten in seiner „Pfandleihe“ gehalten hatten. Sein physischer und psychischer Zustand war indes so schlecht, wie meiner eigentlich sein müsste, wenn ich noch halbwegs bei Verstand wäre. Der Mann hatte Todesangst. Und das natürlich völlig zurecht. Seine Wohnung war eine Art Projektion seines Geisteszustands: vollständiges Chaos. Und erst der Geruch! Widerwärtig. Nachdem wir Herrn Vanian beruhigen konnten, berichtete er uns, wie er an die Blaupausen des Optikchips gekommen war und diese an Herrn Scott weitergegeben hatte. Wir erzählten ihm im Gegenzug von unseren herrlichen Abenteuern sowie auch vom blonden Tod namens Richards, den Vanian offenbar nicht kennt.

In diese beschauliche Situation brach ein fünf Personen starkes Söldnerkommando ein, das sogleich das Feuer auf uns eröffnete. Schnell warfen wir Möbel um, hinter denen wir in Deckung gingen. Ich sprach Hot Poatoe auf die Angreifer, doch der Spruch wurde nur bei zwei Söldnern wirksam. Iva und Valerie feuerten auf unser Angreifer. Avni verschaffte uns mit einer Physischen Barriere etwas Zeit, während Rolf versuchte, über den Balkon zu etkommen. Alldings hörte ich wenig später auch aus dieser Richtung Schüsse. Es sah nicht sonderlich rosig für uns aus …

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Chez If

Nachdem wider Erwarten niemand aus der Gruppe in Vanians Wohnung ums Leben gekommen ist oder verstümmelt wurde, wird Vanian kurzerhand eingepackt und mit zu Ifs Safe House genommen. PDAs werden frenetisch an- und ausgestellt, Kontakte werden angezapft und Telefonate geführt. Zwischendrin bleibt immerhin noch genügend Zeit, um Arts Lebenslauf auf Kernkompetenzen und Karrieremöglichkeiten zu durchleuchten.

Die meisten Anfragen bei Kontakten und Bekannten führen zu keinen verwertbaren Erkenntnissen. Pauli fragt aber bei einem Kumpel, dem Kneipier und Buchmacher Hauke, an, wie man mit der Eisernen Legion – und speziell mit Boxer, der das Auge zu Vanian brachte, Kontakt aufnahmen kann. Hauke, ein echtes Hamburger Original, erweist sich als ein wahrer Quell von Informationen und verweist auf einen am Abend in der alten Europa-Passage stattfindenden Rave, an dem mit hoher Wahrscheinlichkeit einige Mitglieder der Legion anwesend sein werden, um Drogen zu verkaufen.

Außerdem werden – längst überfällig – Informationen zu Multitech gesammelt, dem Konzern, von dem der geheimnisvolle Chip stammt, der Neil Scott das Leben kostete.

Der möglicherweise wichtigste Hinweis stammt schließlich von Iris, einer Alten Kollegen aus der Patholgie von DocWagon Hamburg. Sie zerstreut nicht nur die Theorie, dass das Auge von Max Schäfer stammt, sondern kann sogar die Seriennummer nachverfolgen – bevor es in die Hände von Boxer gelangte, war der Besitzer offenbar ein gewisser Stefan Alexander.

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Club 88

Hatte gleich kein gutes Gefühl, das kann ich Euch sagen. Illegaler Rave, und dann auch noch von den Arschgeigen der Eisernen Legion veranstaltet. Aber ham ja sonst keinen Plan, wie wir diesen Boxer finden sollen. Und nur der kann uns verraten, wo er das Cyberauge ergattert hat. Club 88 nennen die das hier. Unser Anzug-Artie hat irgendwas vonnem Präsidenten oder so geredet, der soll wohl ein übler Hund gewesen sein. Und das war wohl 1988 oder er war 88 Jahre alt oder irgendwie. Is ja auch Wurscht.

Reinkommen klappt ganz gut. Kein unnötiger Streit, aber unsere dicken Wummen lassen mer draußen. Drin war’s laut und voll und unübersichtlich. Nach ner Weile finden mer dann aber doch ein paar von den Kerlen und grad, als wir locker am plauschen sind stürmt HanseSec den Laden. Klar doch. Geht auch ziemlich gut zur Sache – lustiges Geballer auf allen Seiten. Wir entscheiden uns aber, da nich mitzumischen. Bringt ja auch nix. Die Typen von der Legion wissen, wo’s rausgeht und nehmen uns mit. Das kostet uns dann 200 Credits pro Kopf und führt uns direkt in die drecks Elbe. Geiler Abend, echt. Kohle los, verdreckt, und noch immer kein Boxer. Ahso, hätt ich fast vergessen: der ist inzwischen tot. Also, war er natürlich schon vorher. Jemand macht Jagd auf die Legion und macht nieder, was er niedermachen kann. Und den Boxer hat’s eben auch erwischt. Tjoa. Wahrscheinlich isses der Herr Profikiller im Auftrag von Multitech, weiter aufräumen und so. Einen Tipp gibt uns die Legion aber noch, bevor sie uns in der Suppe stehen lassen: die Freundin von Boxer heisst Emma und wohnt in Hoffnung. Das ist so ein Wohnkomplex in Harburg. War mal n Wohltätigkeitsgedöns vonner Stadt, ist aber verranzt. Na ja.

Hol mer also Avnis Karre (ist noch da, Glück gehabt man) und fahr mer hin da, gleich ohne Pause und so, wir wollen ja nicht schon wieder zu spät kommen. Im Hans Albers, soner Eckkneipe da, finden wir raus, wo die Emma wohnt. Die macht aber dann die Tür nicht auf, obwohl wir echt nachdrücklich laut klopfen und ihr immer wieder versprechen, dass wir nix Schlimmes wollen und nur helfen und so. Avni macht schon wieder so ne Geistersache. Ruft einen und schickt den in die Wohnung. Ziemlich unheimlich. Der hat dann berichtet, dass ne Frau im Wohnzimmer rumgammelt und noch ne dicke Katze. Valerie macht dann die Tür auf, während Artie, Nickbert und ich vom Dach aus reinklettern wollen. Iv, Valerie und Avni gehen dann vorne rein. Iv will die Katze wegsperren, aber das hätte sie wohl lieber bleiben lassen. Das Viech wird auf einmal riesig groß und mit mords Krallen und Zähnen und geht auf Iv los. Iv macht sie natürlich nieder, kriegt aber übelst uffe Omme.

Wir kümmern uns dann so um diese Emma, die hat sich in ein Trid eingestöpselt und macht nen Dauerrundflug durch ihren letzten Urlaub mit Boxer. Sicherungen geknackt und auf Endlosschleife gestellt. Offenbar auch schon ziemlich lang. Hat sich total vollgepisst und so. Avni meint, man kann ihr vielleicht noch helfen. Stöpseln sie also ab und Avni kümmert sich um sie.

Icki schleift währenddessen die tote Katze nach draussen, damit Emma die nicht sieht. Macht aber Sauerei ohne Ende. Zum Glück muss ich nicht die Katzenreste aus dem Scheiß Treppenhaus wischen. Brrr. Dabei fällt ihm auf, dass ein paar besorgte Nachbarn sich zusammenrotten – ham wohl die Schüsse gehört – und rüber kommen. Is ja klar – die wollen sehen, ob man Reste verwerten kann. Soll mer die nun niedermachen? Gully und ich beziehen schon mal gewieft Schussposition.

Die Emma ist immer noch ziemlich kaputt, kann uns also nich helfen. Und dann macht Artie was Krasses: er zaubert so ne Illusion von der Emma her und lässt die mit den Nachbarn reden. Und die fallen auch noch drauf rein und ziehen ab. Wenn Arties Eltern das gesehen hätten, würden sie bestimmt anders über ihren Sohnemann denken. Zieh ich meine Mütze vor. Wie er vor Hans Albers.

In der Wohnung finden wir nix, also zumindest nix, was mit Boxer zu tun hat. Wir beschliessen dann, die Emma mit zu Avni zu nehmen. Der hat ja so medizinsche Ausrüstung zuhause und auch sein Zauberzeugs, damit soll es ihr dann besser gehen. Wir nisten uns vorübergehend also da ein. N bisschen seltsam da. So ne Art Kommune oder so. Und alle reden türkisch. Aber sind wenigstens alle freundlich und wir auch richtig müde…

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Wohnungsbesichtigungen

Liebes, gutes Tagebuch. Ich sitze hier bei einem türkischen Mokka in Avnis … Kommune und bin heilfroh, dass ich eine Ausrede habe, nicht in meine Wohnung fahren zu müssen. Bittersüß wie mein Soja-Mocca ist es, an diesem Ort zu weilen. In diesem Haus voller Familienmitglieder, in dem jeder Freund von Avni einfach nur das ist – ein Freund. Das weckt Erinnerungen daran, wie es ist, ein echtes Zuhause zu haben und nicht nur eine Unterkunft. Außerdem habe ich unbewusst Angst davor, wer bei meiner Wohnung auf mich warten könnte. Aber nein, wenn man es denkt oder gar schreibt, dann ist es ja nicht mehr unbewusst … Mein Gott! Jetzt langweile ich mich schon selbst! Da hilft nur, die Gedanken flugs zu den spannenden Vorkommnissen des noch jungen Tages fliegen zu lassen:

So wie es aussieht, ist die sentimentale Nazi-Gespielin, die wir der Freiheit, sich umzubringen, beraubt haben, nun auch jenseits von Böse. Ein weiteres Opfer der Unterhaltungselektronik. Will sagen, ein sinnvolles Gespräch mit ihr ist unwahrscheinlicher denn je. Nur jene ärztliche Hilfe, die man mit viel Nuyen kaufen kann, würde sie nun noch retten.

Ah, leiderprobtes Tagebuch, anscheinend geht es gleich weiter zu neuen, prächtigen Heldentaten. Wir sprechen uns später …

So, braves Tagebuch, nun sitze ich wieder in Avnis Bus und kann Dir von den augusten Ereignissen der vergangenen Stunden berichten: Aus unerfindlichem Grund waren wir der Auffassung, dass sich eine fehlende Chip-Sache aus Stefan Alexanders Cyperauge vielleicht noch in der Wohnung unserer Emma Braun befinden könnte. Also fuhren wir erneut zum Katzenmordort, um nach so einem verdammten Ding zu suchen. Und, ach ja: Auf dem Weg dorthin haben wir unsere fortgetretene Fascho-Femme-Fatal noch in ein Krankenhaus eingewiesen, zusammen mit einer leidlich großen Menge Geldes. Danach ging es dann wieder in den humorvoll benannten Stadtteil „Hoffnung“.

Da Nick, unsere kleine russische Bauernweisheit, offenbar auf Detektionszauber spezialisiert ist, war er der Zwerg der Stunde und machte sich folglich auf den Weg zu Emmas Ex-Wohnung. Dieser Weg wurde ihm jedoch von „besorgten Nachbarn“ verstellt, die im Übrigen auch bereits Emmas Habseligkeiten ausgeräumt hatten und die wenigen Wertsachen zum Verkauf anboten. Was nun folgte, war eine beeindruckende Demonstration der Tatsache, dass große Intelligenz nicht zwangsläufig mit Schlauheit oder gar Friedfertigkeit einhergeht. Nicks Drohung, seine Gesprächspartner „abzuknallen“ verdient einen Eintrag ins Schwarzbuch der Diplomatie und ließ uns um einen Übertragungsfehler des Funkgeräts beten. Zum Glück konnte Nick eine Eskalation doch noch vermeiden und kehrte zu uns im Bus zurück. Als Plan B durfte ein weiteres Mal Onkel Unsichtbar herhalten. Da ich indes keinen Schimmer habe, wie solch ein Chipding ausschaut, wurde ich freundlicherweise von Avni im Astralraum begleitet. Außer einer großen Verunreinigungswolke in jenem Astralraum, die zweifellos durch das Leoparden-Lynchen entstanden war, gab es dort aber leider nichts von Interesse zu entdecken.

Einigermaßen entmutigt machten wir uns nun auf die Suche nach einer neuen Spur. Bei unseren Recherchen fanden wir Stefan Alexanders Todesanzeige, aufgegeben von seinem Arbeitgeber Multitech. Darin stand zu lesen, dass Alexander bei einem Autounfall gestorben sei und man mangels Familienangehörigen doch bitte von einem persönlichen Abschied absehen solle. Wie wir außerdem feststellten, hatte es kürzlich in dem Ohlsdorfer Nekroplex, in dem Alexander beigesetzt sein soll, eine Explosion gegeben, die 15 (Meta-)Menschen das Leben gekostet haben soll. Angeblich soll ein Gasleck der Auslöser gewesen sein.

Mehr als genug Gründe für uns, um die Fahrt zu besagtem Nekroplex in Ohlsdorf anzutreten. Für mich hat sich die Fahrt schon aus ästhetischen Erwägungen gelohnt. Ohlsdorf ist ein ungeahnt schöner Stadtteil, wie ich feststellen konnte. Und die Nekroplex-Gebäude sind architektonische Perlen. Beruhigend, dass es zumindest im Tod möglich ist, in dieser Stadt stilvoll zu residieren. Alexanders Nekroplex-Bauwerk ist eine schwarze Pyramide mit Romben aus Obsidian, in der ein hässliches Detonationsloch prangt. Der Parkplatz davor war leer. Wie wir dann feststellen durften, war dies aber auch kein Wunder, denn das Gebäude war noch immer für den Publikumsverkehr geschlossen. Eigentlich ist es ja auch mal ganz erfrischend, zu einem Gebäude zu fahren, in dem sich eine schreckliche Tragödie ereignet hat, noch BEVOR wir dort angekommen waren. Aber wer weiß, der Tag ist ja noch lang. Reichlich Zeit also für ein paar selbstgemachte Tragödien …

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Inside Nekroplex II

(Aus den persönlichen Notizen von Iv)

Lagebericht zur Mission Nekroplex:

Wir sind jetzt schon seit einiger Zeit in der Nekroplex-Pyramide unterwegs und konnten drei Wachmänner ausschalten, die uns in die Quere gekommen sind. Die Grabnische von unserem Cybereye-Besitzer war leer und hier gibt es wohl einiges zu erklären.
Valerie hat am Computer rausgefunden, dass der Manager von dem Laden hier – ein Thadeus Momsen – über Nekroplex 50.000 Schleifen im Monat von Hanseatic Management aufs Konto bekommen hat. Sieht ganz so aus als ließe sich das Dreckschwein für Leichen- und Ersatzteilhandel schmieren.
Avni hat über den Astralraum rausgefunden, dass sich noch einige Personen im Gebäude befinden. Vor allem auch in der Chefetage: Der Typ ist fällig! Außerdem hat Avni unten am Deckel zur Kanalisation so ein „magisches Leuchten“ entdeckt – wie bei der Drecks-Katze die mir die Knochen zerschrammt hat.
Schließlich kriegen wir einen weiteren Wachmann in die Finger und der erzählt uns, dass sie seit der „Explosion“ Sonderschichten geschoben haben. In dem Gebäude hier war offensichtlich ein Feuerwesen unterwegs, dass plötzlich auftauchte und Leute umgebracht hat. Bei der Sauerei die hier ablief kein Wunder! Wird Zeit mit dem Boss hier zu reden…
Wir fahren per Fahrstuhl in den 4. Stock, wo wir die IT und den Serverraum finden. Dazu noch weitere Lagerräume. In den 5. führt eine Treppe, an deren Ende die verschlossene Tür zum Chefbüro liegt. Ich versuch die zu öffnen und schon fliegen mir die Kugeln aus der Pistole von Momsens Bodyguard um die Ohren. So langsam geht mir dieser Job ernsthaft auf den Sack!
Aber nach einem kleinen Schusswechsel überredet Avni die beiden dazu mit uns zu reden…klar, wir brauchen Infos, aber ich würde dem Chef-Typen gerne mal per Faust ins Gesicht zeigen, was ich von ihm halte….

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Momsen, Nekroplex und Feuerwesen

Im Büro von Herrn Momsen (Leiter Ohlsdorf Nikroplex )
- Vor mehreren Monaten bekam er Anfrage, alle anfallenden Leichen statt zu kremieren durch die Luke im Gang zum Krematorium in die Kanalisation zu entsorgen. Dafür erhält er die monatlichen Zahlungen
- „Explosion“ im Haus war „Rächer“ aus der Luke. Dieses Etwas hat alle umgebracht, die was mit der Entsorgung der Leichen zu tun hatten und noch einige Unbeteiligte. Nur Nommensen lebt noch von den Beteiligten / Wissenden.
- Auch die Leiche von Stephan Alexender wurde entsorgt.
- „Rächer“ war rote Feuermasse, lebende Flammen (wir vermuten es war ein beschworener Spirit)

Im Gang zum Krematorium
Ignatius: öffnet Augenklappe, schaut in den Schacht, beim Hochsehen sieht er ca. 60-jährigen, dürren Mann im Astralraum, der an der Tür vom Krematorium lehnt. Er heißt Abraham (wir nehmen an, er ist der Hausgeist)

In der Kanalisation
Treffen auf Goule oder Homeless; auf dem Rückweg finden wir Gang, der sauber ist, vermutlich vom Feuergeist; eine Kondolenzkarte findet sich vom Ohldorf Nikroplex; im letzten Drittel des Ganges finden sich viele Einschußlöcher / Schrapnelllöcher, sonst ist der Gang peinlich sauber

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