Shadowrun-HH

Enter the Ninja

Der Rest der Truppe hatte sich nach Hause verabschiedet und während Robo-Oku weiterhin versuchte die Daten des Comlinks zu entschlüsseln, hatte Iggy es sich hinter meinem Sofa kommod gemacht. Es dauerte auch gar nicht lange, da hatte Oku die Daten geknackt und es erschien ein Adressbuch mit zwölf Namen nebst Telefonnummern. Einige der Namen waren auch in den Fragmenten aufgetaucht, die wir zuvor gefunden hatten. Die Matrix-Recherche lieferte uns die folgenden Informationen:

Jennifer Kowalski = ihr Name tauchte nur auf einer Seite für im Dienst verstorbene FBI-Agenten auf.
Kenneth Brackhaven= Lobbyist für Rechts, warangeblich in die Operation “Morgengrauen”, bei der Metamenschen-Aktivisten während einer Zusammenkunft in einer Lagerhalle verbrannten, involviert – wenn man den Gerüchten aus dem Orkuntergrund glauben darf.
George Mathers= ?
Seth Dietrich= FBI-Hacker, hat versucht die Verbindung zwischen dem Humanis Policlub und Wilhelm Brackhafen herauszufinden
MacCallister= Miitglied des Humanis Policlub (quasi der KKK für Human Supremacists)

Plötzlich klinget der Comlink und Dietrich ist dran. Ihn scheint es nicht zu interessieren wer oder wo wir sind. Vielleicht weiß er es auch schon? Naja, jedenfalls soll ich mich am nächsten Nachmittag vor dem Basiliskengehege mit ihm treffen. Er bietet 100.000 dafür, dass er sein Comlink zurückbekommt. Ich stimme zu und schicke den anderen sofort eine Nachricht, dass sie zum Frühstück zu mir kommen sollen, damit wir den Plan besprechen können. Ich gehe bestimmt nicht allein in den Zoo!
Wie vereinbart erscheinen sie alle am frühen Morgen bei mir und Anima hat sogar echte Brötchen mitgebracht! Wahnsinn! Wo sie die wohl her hat?
Iggy brabbelte die ganze Zeit was von Satelliten die gewartet werden und irgendwelchen
Stimmen in seinem Kopf. Ich habe ihm dann Alufolie gegeben, damit er seinen Kopf abschirmen kann. Hat auch funktioniert bis Oku ihm – charmant wie immer – erklärt hat, dass das Blödsinn ist. Versuch war’s wert.
Leider wurde das dann nichts mit lecker Frühstück. Noch bevor wir am Kaffee nippen konnten, zersprangen klirrend die Fenster und fünf Ninjas standen mitten in der Bude. Offensichtlich hatten wir irgendein Memo nicht bekommen…. Tja, um’s kurz zu machen: leg’ dich nie mit einem Ork vor’m Frühstück an! Der letzte Ninja türmte aus dem Fenster und Pauli natürlich hinterher. Er schafft es auch tatsächlich ihn einzuholen und festzuhalten. Der Rest von uns beschließt, dass es wohl das beste ist, erstmal die Wohnung zu verlassen. Wer weiß, was nach den Ninjas noch kommt? Vorallem wollte ich aber auch die ekligen Leichen aus der Wohnung haben. In Oku’s Bus nehmen wir uns den letzen noch atmenden Ninja vor – allerdings ist sein Zustand nicht der Beste, aber Anima gelingt es durch eine magische Gedankenverbindung herauszufinden, was er die letzen 12 Stunden gemacht hat:

Er hat den größten Teil des Tages in Medtation im Dojo des Miga Shotozumi-Gumi Ordens verbracht bis er kurzfristig den Auftrag erhalten hat, uns zu erledigen.

Oku fand heraus, dass dieser Orden exclusiv für den Megakonzern Mitsuhama (Computer, Schwerindustrie & magische Gegenstände) arbeitet. Man sagt, der Konzern arbeitet eng mit den Yakuza zusammen.

Wir waren kaum ein paar Meter von der Wohnung entfernt, als Iggy darauf hinwies, dass ein voll bewaffneter Hubschrauber von Ares über dem Gebäude kreiste. Nicht gut…..gar nicht gut! Es half auch nicht wirklich, dass die Polizei, die wohl von jemandem informiert worden war, inzwischen Barmbek komplett abgeriegelt hatte. Oku hackte sich in den Polizeifunk und erfuhr, dass es angeblich einen Kampf zwischen einem Megakonzern und Terroristen gegeben hatte. Megakonzern ja, aber wir sind doch keine Terroristen!
Schlussendlich gelingt es uns doch über Schleichwege die Polizeisperre zu umgehen. Die Leichen werden in der Elbe entsorgt.

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Schnelle Kohle

Krieg ich doch glatt nen Anruf von Roman, dem alten Tierquäler. Sagt, er hat nen gaaanz einfachen und schnellen Job für uns. So nebenbei, sozusagen. Gut, Truppe zusammengerufen und Treffen verabredet.

Da muss ich gleich noch was erwähnen: Neu mit an Bord ist ne Elfe, Ama (oder Anna? Anna! Ama wär ja Scheiße…), die hamwa übern Inserat aufgegabelt. Neee man, nich das, was man jetzt denken könnte. Ne Nutte isse nich. Glaub ich jedenfalls nich. Und wenn doch, isse sicher echt teuer… Behauptet, sie könnte zaubern und die andern fanden, das wäre ne gute Idee, nochn Zauberer zu ham. Bisher hat se aber nix gezaubert. Na gut. Bloss mit Gully wird das sicher nich lang gut gehen, so weil wegen spitze Ohrens und so.

Treffen mit Schmidt ist im Banshee, ein echt verranzter Schuppen. Junkies, Säufer und Jungs von einer Crew, die sich die Blood Mountain Boys nennt. Geiler Scheiß, man. Ich verrats gleich vorweg: Es is leider nich zu ordentlich Bambule gekommen. Vielleicht nächstes Mal.

Der Schmidt isn Schlitzauge und passt da mal so gar nicht rein. Säuft Tee. Will, dass wir sofort und jetzt gleich n Kommlink von nem Typen namens Oxicod besorgen. Von dem hab ich schonmal was gehört. Isn Straßendealer ganz am unteren Ende der Spritzenpyramide. Hat sich im Gotel in der Kieler Straße eingenistet, Zimmer 312. Soll auch keine Schwierigkeiten geben, wenn wir da auflaufen. Schmidt isses Wurscht, wie wir an das Kommlink kommen und was mit Oxi passiert. Super, doch noch Bambule. Er bietet uns 1000 NY pro Kopf. Klingt doch gut.

Das Gotel is genauso Scheiße wie Banshee. Diesmal mit Nutten, aber leider keine Zeit… Wir haben den Laden schnell mal gecheckt, sieht alles easy aus. Oku schickt ne Drohe auf Erkundungstour, kommt aber nich rein ins Zimmer. Nickobert mietet sich gleich ein da, der Zwergenpförtner is offenbar ein Kumpel von ihm und hat ihm einen tollen Preis gemacht. Vielleicht is der Laden auch einfach nur voll nach Zwergengeschmack. Roch auf jeden Fall wie im Gully…

Nachn bisschen blabla (halt wie immer) simmer dann einfach die Treppe ruff und Valerie hat die Tür aufgemacht. Drin lag Oxi, die Arschgeige – leider schon total hinüber. Och menno, heute hab ich einfach kein Glück. Hat ihm wer mit so ner Drahtschlinge das Atmen erschwert. Der war aber wohl ziemlich blöde, weil er nich nur das Kommlink von Oxi da hat liegen lassen, sondern auch noch sein eigenes. Hehe.

Wir dann schnell zurück zu Schmidt und den Auftrag beendet. Das andere Kommlink wollte er nich haben, hammwer also behalten. Oku hatte vorher noch drin rumgeschnüffelt, also in beiden Kommlinks und auch was im zweiten Kommlink gefunden:

Da is so ein geheimer zusätzlicher Speicher eingebaut. Oku hat da drin Reste von einer Datei gefunden. Er meint, die is so verschlüsselt, dass es irgendwo weitere Stücke geben muss und wenn man die zusammensetzt, kann man den Krams wieder komplett lesen. N bisschen was konntenmer aber auch schon so lesen. So auf englisch.

Irgendwer faselt was von einem Bill und einem Herrn Brackhafen – der is wohl Sprachrohr für rechte Arschgeigen wie den Humanis Policlub und macht Stimmung im Hamburger Senat. Dann is die Rede von einer toten Agentin Kowalski. Hab nich verstanden, für wen die gearbeitet hat oder warum sie tot is. Renraku hab ich noch gehört. Und Seattle. Das is in Amerika. McAllister oder so ähnlich kam auch noch vor. Auf den gab es nen Anschlag, den er aber überlebt hat. In der Datei finden sich die Beweise, wer und warum das geplant und durchgeführt hat. Und, dass irgendwer noch mehr fiese terroristische Anschläge plant.

Klingt alles so, als könnten wir die Infos für richtig fett Kohle verticken – wenn wir die restlichen Stücke der Datei und einen passenden Käufer finden…Vielleicht diesen McAllister?

Nur der Artie meckert wieder rum. Wie immer halt. Erst mag er keine Elfenohren abschneiden (Auha! Das sollte ich wohl besser nich mehr erzählen, sonst zickt Anna rum), dann findet er es Kacke, wenn wir Leutchens kaltmachen… Und nun können wir vielleicht VERHINDERN, dass Leutchens klatgemacht werden UND uns die Taschen vollstopfen, und nun isses ihm schon wieder nich recht. Ich versteh das nich…

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MAYHEM

Meine liebe Katya,

seit wir zuletzt gesprochen haben sind viele Monate vergangen und noch längere Zeit, seit wir einander zuletzt umarmt haben. Du fehlst mir, meine Schwester, und die Umstände meines damaligen Aufbruchs und der Grund meines Fortgehens stimmen mich umso trauriger.
Auf meiner erfolglosen Suche nach Misha bin ich inzwischen immer mehr zu einer Schattengestalt geworden und Tod und Zerstörung sind Teil meines Alltags. Ich kann mir vorstellen, dass du mich so kaum wiedererkennen würdest, Katya, aber dennoch habe ich die Entscheidung fortgegangen zu sein nie bereut – bis zu den Ereignissen der letzten Tage.

Alles nahm seinen Lauf mit gleich zwei Aufträgen, mit denen ich nun mal mein Geld verdiene und die wichtig sind, um neue Kontakte für meine Suche zu knüpfen.
Ich habe dir ja vor einiger Zeit von meinen neuen Gefährten hier in Hamburg erzählt! Gestern sind wir alle nun beim ersten unserer beiden Jobs in einen gewaltigen Hinterhalt gelockt worden. Zwar konnten wir dank der magischen Fähigkeiten und der Kampfstärke meiner Freunde die Stellung halten, aber wir mussten uns schließlich trotz unserer kleinen Festung in Form von Ókù’s fantastisch ausgestattetem Bus geschlagen geben.

Es prasselte alles auf uns ein: Granaten aus den herannahenden Hubschraubern, Dauerfeuer aus den Vans und immer mehr Fußvolk von Nestlé-Security, denen wir offenbar diesmal auf die Füße getreten waren. Am Ende waren wir fast alle schwer verwundet, Nick konnte sich nur noch kriechend aus dem Park bewegen, Valerie lag bewusstlos über meiner Schulter und Arti brachte mit aller Kraft durch seine Drachen-Illusion einen Hubschraube zum Absturz.
In diesem Szenario tauchte aus dem Nichts ein scheinbar rettendes Fahrzeug auf und die Heckklappe öffnete sich: „Kommt ihr, oder wollt ihr euch zusammenschießen lassen?“
Genau das war unsere Wahl in diesem Moment: Hier direkt draufgehen oder zu den drei Leuten in das Auto springen und abhauen. Per Funk war geklärt, dass Pauli, Nick und Talli klarkommen würden – also haben Ókú, Arti und ich uns mit der bewusstlosen Valerie in das fremde Auto gerettet.

Von diesem Augenblick an ging alles erst richtig den Bach runter und die folgenden Ereignisse sind einer der Gründe, warum ich dir diese Zeilen sende und die Entscheidungen getroffen habe, deren Konsequenzen ich nun ziehen werde:

Wir gaben erst mal unseren vermeintlichen Rettern ein Ziel für unsere Flucht an, landeten aber stattdessen erneut in einer Falle – genau genommen auf einem verlassenen Fabrikgelände in Altona.
Als wir den Hinterhalt erkannten war es aber schon zu spät: Betäubungsgas strömte in den Wagen und obwohl ich einen unserer Entführer noch nach der Auslösung des Gas-Mechanismus mit einem gezielten Schuss ausschalten konnte, gingen wir alle bewusstlos zu Boden. Danach wurde es unangenehm.

Während Pauli, Nick und Talli sich ahnungslos selbst in Sicherheit brachten, landeten wir anderen in einer gekachelten Zelle und wurden per Strom-Folter zu den Ereignissen und all unseren bisherigen Aufträgen befragt. Dabei wurde Arti von Anfang an unter Drogen gesetzt – wohl um seine magischen Kräfte außer Gefecht zu setzen – aber zu den Verhören haben sie ihn immer wieder klar bekommen. Unser Folterknecht war ein Doktor Was und seine Schergen waren Veteranen-Typen in Armee-Uniformen. Im Verlauf der „Befragungen“ stellte sich heraus, dass bei unserem letzten Auftrag in Waldmünchen ein kleines Souvenir von dem Elfenauftrag involviert war: In einem verschlossenen Koffer, den wir vor Ort zurücklassen sollten, befanden sich anscheinend die abgeschnittenen Elfenohr-Spitzen der Para Nobilis-Spinner. Wie es aussieht, wurden wir über einen längeren Zeitraum eingesetzt, um gezielt Kriege anzuzetteln und Chaos auszulösen. Und dieser Auftragskiller Richards hängt Knietief drin in der Sache.
Während unsere Gefährten sich inzwischen da draußen auf die Suche nach uns machten und unsere zweite Auftraggeberin des Tages, Nadine, um Unterstützung hierbei baten, wurden wir jetzt also irgendwo in Altona langsam zu Tode getoastet. Als wir alle schließlich schon mehr tot als lebendig in unserer Zelle lagen, hatten wir plötzlich eine seltsame Begegnung mit dem Spielauto eines offenbar Geistig Zurückgebliebenen, das durch die Gitter unserer Zelle fuhr. Unsere Versuche, das Auto gegen eine Chipkarte für unsere Zellentüre einzutauschen waren wenig erfolgreich und endeten für mich mit einer Kugel aus der Waffe des Bruders von dem Typen in meinem Schädel.

Ab diesem Zeitpunkt hatte ich eigentlich nur noch hämmernde Kopfschmerzen und die folgenden Ereignisse waren für mich etwas verschwommen…

Scheinbar hatten die anderen inzwischen geredet und dem Doktor-Typen erzählt, was er hören wollte, denn ich kam später in Pauli’s Wagen kurz wieder zu mir. Außerdem konnte ich mich noch vage daran erinnern, das ein Freund des Typen, den ich im Wagen wegen der Gas-Attacke erschossen hatte, wiederum auf mich geschossen hatte.
Dazwischen bleibt bei mir eigentlich nur ein grelles Licht, aber die anderen haben mir berichtet, dass sie schließlich im Freien wieder zu sich kamen und dass Arti mir nach unserer überraschenden Freilassung wohl das Leben gerettet hat.
Pauli, Nick und Talli hatten uns zur selben Zeit erfolglos gesucht und dabei festgestellt, dass Richards Telefonnummer inzwischen nicht mehr erreichbar ist. Von Nadine haben sie außerdem erfahren, dass unser zweiter Auftrag dieses Tages darin besteht, einen Sextanten zu der von uns in Lagos „erstandenen“ Karte zu besorgen, da diese sonst nicht lesbar ist. Ein neuer Diebstahl auf unserer Liste…

Katya, du wirst dich fragen warum ich dir das alles jetzt nach längerer Zeit so ausführlich schreibe. Seit meinem nahen Tod und den Hinterhalten, in die wir geraten sind, habe ich viel über die Entscheidungen nachgedacht, die ich in den letzten Jahren getroffen habe und welche Abwege ich gewählt habe mit dem Ziel, um jeden Preis einen Hinweis darauf zu bekommen, wie ich Misha wiederfinden kann. Die letzten Tage haben mir gezeigt, dass es in meinem Leben inzwischen gar nicht mehr um ihn geht. Ich werde von diesem Lebensstil aufgesogen und von meinen Zielen, den Gründen warum ich Salzburg eigentlich verlassen habe, ist kaum noch etwas übrig geblieben. Stattdessen habe ich Anya und dich alleine in der Gefahr zurückgelassen, der ihr jeden Tag ausgesetzt seid. Meine Entscheidung steht nun fest: Sobald ich wieder zu Kräften gekommen bin werde ich mein jetziges Leben aufgeben und zu euch zurückkehren, um dich bei der Suche nach deinem Kleinen zu unterstützen. Ich hoffe, dass ich euer Vertrauen noch nicht verloren habe und kann es kaum erwarten euch wiederzusehen!

Ich umarme dich und sende dir Grüße
Ivanka

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Ein einfacher Plan

Zwei Herr Schmmidts haben uns gleichzeitig angesprochen: Nadine wollte, dass wir wieder mit ihr um die Welt reisen, um ein archaisches Navigationsgerät, vermutlich magisch, zu finden. Steve Richards wollte, dass wir eine Nestlé-Mitarbeiterin extrahieren. Alles war bereits organisiert und ein genauees Zeitfenster vorgegeben; der Auftrag klang sehr einfach und sollte nur wenige Stunden dauern, so dass wir uns entschieden, erst die Extraktion zu erledigen, bevor wir uns mit Nadine treffen.

Die Nestlé-Mitarbeiterin, Frau Marquee, sollte in einem Park nahe des Nestlé-Geländes auf uns warten. Wir positionierten uns um und in dem Park und warteten, doch auch gegen Ende des Zeitfensters war sie nicht zu entdecken. Nach aktiverer Suche fanden wir sie dann doch: Bewusstlos – wahrscheinlich unter Drogen gesetzt – lag sie in einem Gebüsch.

Im Augenblick der Entdeckung ändert sich die Lage dann schlagartig: Drei Einsatzwagen der Nestlé-Konzernsicherheit rasen in den bis dahin so idyllischen Park und eröffneten das Feuer. Die Gruppe, die sich vorher im Park verteilt hatte, ist gezwungen, Gefechte in taktisch ungünstiger Lage zu führehn – Valerie wird schwer getroffen und geht zu Boden. Art lenkt die Besatzung eines Einsatzwagens mit einer Illusion ab, während Oku versucht, die verstreute Mannschaft im (mittlerweile durch Granateinschläge beschädigten) Ford Bison einzusammeln. Er nimmt Nick, Valerie und die vermutlich völlig arglose Frau Marquee an Bord, doch am anderen Ende des Parks sieht die Situation weiterhin kritisch aus – und aus der Ferne hört man das Fusstapfen von weiteren Einsatztruppen…

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Kunstloses Brot

Mein herzallerliebstes Tagebuch, ich hasse es, Dich mit den Banalitäten meines Söldnerdaseins zu langweilen. Tatsache ist aber leider, dass alle anderen Mitglieder unserer kleinen Bande diese Existenz für den Gipfel der Dolce Vita zu halten scheinen. Beati pauperes spiritu. Beneidenswert. Und so sitze ich nun in einem von uns gekaperten Museumszug, der für den Rückweg nach Hamburg voraussichtlich noch tausendundeine Stunde brauchen wird, und lasse unser jüngstes Abenteuer Revue passieren.

Merkwürdig: In meinem Kopf ist das alles so weit weg, so als sei es schon Wochen her. Die Bilder ziehen in einer grotesken Parade an meinem geistige Auge vorbei. Das scheinbar idyllisch-altmodische Waldmünchen, das sich schon auf den zweiten Blick als faschistischer Hinterwäldler-Heimatfilm entpuppt, der entgegen dem ersten Anschein schwerstens mit Technologie kontaminiert ist, die Menschmaschine Oku, die bei dem Versuch, die Wanzen in unserem Zimmer zu narren, wie ein falsch angeschlossenes Küchengerät durchbrennt, unsere Tourismus-Kontakterin und nebenberufliche Elementarmagiern, das Wirtshaus zum Hirschen mit echtem Wild, die Seilbahn zur Hochburg des provinziellen Größenwahns, bemitleidenswerte Sicherheitsleute, die sich mit einer simplen Mirage ihres pockennarbigen Barons in Panik versetzen lassen … und so weiter und so fort. Jetzt langweile ich mich sogar selbst.

Kann ich Dir, mein liebstes Tagebuch, auch etwas Neues berichten? Vielleicht ja, dass wir uns nun nicht mehr mit dem Abschneiden von Ohren zufriedengeben. Nein, die Enthauptung und Destabilisierung einer Baronie sollte es inzwischen doch bitteschön mindestens sein. Man darf gespannt der nächsten Steigerung entgegenfiebern.

Und darf ich Dir noch etwas anvertrauen? Ich vermisse mein altes Leben. Ich vermisse Hannover, ich vermisse die Kunstszene. Zur Hölle: Ich vermisse MICH! Denn wer bin ich den noch? Ein bezahlter Killer? Ein Lohnheini, der die Interessen der Reichen gewaltsam durchsetzt – ohne zu wissen was er da tut? Ja. Wahrscheinlich. Ich kann ja ins Museum gehen. Wir haben ja gut verdient.

Der Käfer, den ich gezaubert hatte, um die Linsen der Sicheheitskameras zu verdecken, war eine Nachbildung des Skarabäus von Luxor.

Perlen vor die Säue.

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Bambule in Bayern

Sodala, simmer in Waldmünchen. Alles irgendwie vorletztes Jahrhundert, inklusive doofer Trachten und Musketen. Was soll’s, Artie kann dazu noch mehr erzählen.

Der Baron wohnt inner Burg (jaha, so ne richtige), hoch drom auffm Berg. Geschickt wie wir sind, haben wir spät Abends einfach die Seilbahn bestiegen und sind hoch gefahren. Hat auch keinen groß gejuckt. Bis wir ein paar Wachleute getroffen haben. Artie hat dann den Baron rangezaubert, so ne Illusion. Die Wachmänners waren doof genug, ihm die abzukaufen und sich zu Hampels zu machen für den… Sowas. Hammer se dann umgelatzt. Einen haben wir vorher noch ausggquetscht, wie und wo und was im Haupthaus der Burg. Dann rein da. Null Security. Gar nüscht. Nada. Selber Schuld.

Erst mal rein in die Sicherheitszentrale im Haupthaus, die Hanseln umgelatzt. Dann hoch ins Obergeschoss, da hatte Nickobert das Buch per Zauber aufgespürt. Lag im Schlafzimmer vom Baron. Der aber nicht. Also sackt Gully das Buch ein (hat ein ganz blödes Gefühl bei der Sache) und schwupps – da steht der Baron und 3 Dutzend Sicherheitsleute. Na ja, waren wohl nur 4. Leider. Weil: bis ich reagieren konnte, waren die schon hinne, die Arschgeigen. Was sich der Spinner wohl dabei gedacht hat, einen Trupp Runner “zu überfallen”? Na ja, nich viel jedenfalls. Dann kamen irgendwo her noch 2 so Elementardingers (sagt Artie), keine Ahnung, was das sollte. Jedenfalls hab ich die einfach abgestochen. Die konnten nix. Ach ja, den Baron hab ich dann auch abgestochen. Erst durfte ich nicht, aber dann doch. Na ja.

Joah, das war’s dann eigentlich schon. Zurück mit der Seilbahn ins Städtchen, dort noch fix den Privatzug vom Baron geklaut und damit ab in die hanseatische Heimat. Mit Umsteigen. Buch abgegeben, Kohle eingesackt und gut is.

Voll langweilig in Bayern.

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It`s all about the book

Wir hatten uns alle wieder einmal zum erweiterten Essenfassen bei mir in der Wohung eingefunden, als es plötzlich an der Wohungstür hämmerte. Ein Blick durch den Spion zeigte drei Orks die enthusiastisch die Tür mit den Fäusten bearbeiteten. Ich hatte sie kaum einen Spalt geöffnet, da drängelten sie sich schon in den Flur und hielten mir ein Foto unter die Nase und wollten wissen, ob das ich sei. Ich sah mir das Foto an und es war ohne Zweifel meine Wenigkeit darauf zu erkennen.Nachdem das geklärt war, drückten sie mir einen Umschlag in die Hand und machten auf dem Absatz kehrt.
Dank der wenig subtilen Vorgehensweise der Orks, hatten die anderen natürlich mitbekommen, was da vor sich gegangen war und scharten sich jetzt alle um den mysteriösen Umschlag.
Der Umschlag war aus sehr hochwertigem Papier und auf der Vorderseite mit unserenNamen in feiner Kalligraphie beschriftet. Messerscharf schlussfolgerten wir, dass Elfen mit im Spiel sein mussten. Es begann eine kleine Diskussion, ob Elfen doof sind oder ,und ob wir tatsächlich was mit denen zu tun haben wollen oder lieber Abstand nehmen. Am Ende entschieden wir, dass das alles nur eine Frage des Preises ist und öffneten den Umschlag.
Auf der Karte standen folgende Angaben: Ort= Nachher / Zeit= morgen Abend
Oku`s Google suche ergab, dass es sich bei “Nachher” um einen Untergrund-Club mit postapokalyptischem Thema handelt.
Thali und ich entschieden, dass wir schon heute mal einen ersten Blick auf den Club werfen wollten, damit wir uns ggf auf das Treffen vorbereiten können. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen gewöhniichen, hippen Club handelte, der sowohl von Geschäftsleuten als auch Studenten frequentiert wurde.
So trafen wir uns also am nächsten Abend alle mit unserer neuen Frau Schmidt, die sich als junge, blonde Elfin in Begleitung von zwei Bodyguards herausstellte. Nach ein wenig höflichem Palaver kamen wir zu den Auftragsdetails:

Einsatzort: Waldmünchen / Unterkunft Hotel “Zur Post”
Auftrag: Buch aus dem Schloss holen & den Koffer in Waldmünchen in Empfang nehmen und im Schloss deponieren.
Lohn: 40.000 pro Person/ 10.000 als Vorschuss/ Ausrüstung wird gestellt

Wir sollem mit dem Zug nach Waldmünchen reisen, da der misstrauische Baron (ein Troll und jenachdem wen man fragt entweder ein super Herrscher, oder ein paranoider Wegelagerer) keine anderen Transportwege in sein Reich zulässt. Ausgerechnet in seinem Schloss befindet sich das Buch -ein mittelalterliches, holzgebundenes Manuskript mit dem Titel “Pandemonius Faustus”, das wir zu unserer Auftraggeberin zürückbringen sollen.
Der Koffer, den wir im Austausch da lassen sollen, ist ziemlich klein aber dafür sehr schwer. Er hat auf der einen Seite eine Digitalanzeige die die Ziffer “250” anzeigt. Außerdem entweicht in regelmäßigen Abständen eine kleine Dampfwolke. Völlig unauffällig also.

Da die Kohle stimmt und wir eh nix besseres zu tun haben nehmen wir den Auftrag an und reisen am folgenden Montag mit dem Zug nach Waldmünchen. Die Fahrt in dem runtergekommenen Zug war prima – bis die rostigen Abteilwände plötzlich mit brandneuen Kugellöchern verziert wurden und draußen irgendwas von Revolution gegrölt wurde. Na super, das fängt ja gut an……

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Attage!

So, dann mal los da. Erstmal hamma natürlich noch stundenlang, ach was, tagelang rumdiskutiert, wie das denn nu am besten gehen soll mit unserem großen Beutezug und alles. So sieht der Plan dann aus (falls Nadine abkackt und nicht genug Asche für die Karte raustut):

Unsere Zwergis und unsere Vorzeigebiene gehen mit Nadine zur Auktion, schaulaufen und so. Währenddessen wartet Oku aufm Moped vor dem Gebäude, Drohnen in Bereitschaft und so. Artie und ich verstecken uns im Gebüsch bei nem Kreisverkehr, an dem der Käufer später mitm Auto vorbei muss – wenner nich gleich mitm Heli abdampft. Aba dann simmer eh gearscht. Talli-Troll verschanzt sich in Okus Karre, die etwas abseits steht. Valery hat “vorsichtshalber” noch ne Ladung Sprengstoff gekauft. Sie will notfalls die einzige Brücke in die Luft jagen, die von Lagos Island runterführt. Joa, is klar.

Wenn der Käufer dann anrauscht, will Artie eine Straßensperre ranzaubern! Er sagt, er kann das. Soll dann auch richtig echt realistisch aussehen. Krass. Das soll die Fuhre dann stoppen, wir schlagen zu, drücken Oku aufm Moped die Karte in die Hand, der knattert zum Auto und wir alle hinterher. Wemmer dann alle drin sind fahren wir in den Fluss – jaha, richtig gelesen, man, IN DEN FLUSS – und unter Wasser dann sonst wohin.

Na dann.

Auktion läuft erstmal ganz gut, aber dann wird Nadine aber abgehängt. Käufer wird ein gewisser Medjay von den Knights of Rage. Das sind irgendwelche schwarzhäutige Iren. Aus Afrika. Das findet Oku ganz fix raus und funkt es uns durch. Preis: 3,1 Millionen Kröten. Holla. Der packt die Karte dann auch gleich ein und macht sich auf den Weg – ganz alleine. Na ja, fast, verfolgt von Iv und Iggy halt. Klettert unten auf ein Moped-Taxi und los gehts.

Oku sagt uns Bescheid, er und Iv hinterher. Nickobert lungert da noch was rum – und gar nicht mal so dumm das. Er sieht nämlich, dass 2 Teams von Anzugheinis sich auf die Verfolgung machen. Sind die Kerle von Aztechnology und APEP (frag mich nich, wer die sind, das hab ich schon wieder vergessen). Na so mit Pistolen halt. Sagt uns auch Bescheid, der Zwerg.

Artie zaubert, Bullerei riegelt die Straße ab (sieht krass echt aus) und es kommt ruckizucki zu fiesen Verkehrsverstopfungen auf der Brücke und beim Kreisel und überhaupt. Dann rückt der Kerl mit dem Koffer an. Ich werf dem Fahrer mal schön ne Granate anne Birne, damit er anhält. Erst denk ich – Scheeeeiiiisssss, voll daneben – aber dann ditscht das Teil aufn Lenker auf und platzt genau vorm Gesicht vom Fahrer. Zack, liegt die ganze Chose im Straßengraben.

Irgendwer fängt dann an zu ballern, Areaboys mischen sich ein (die saßen da am Kreisel), es wird n bisschen hin und her argumentiert und dann liegen APEPleutchen und Areaboys tot im Dreck. Eh alles Arschgeigen. Ziemlich Banane, was ham die denn gedacht – kommen da mit Anzügen und Spielzeugpistolen an?

Oku schnappt sich also den Kartenkoffer und wir treten den Rückzug zum Auto an. Klappt wunderbar. Tauchfahrt aus der Stadt raus und alle in Sicherheit. Nadine macht inzwischen ein Flugzeug klar und holt uns ab. Alle rein und ab nach Hause.

BÄMM! Und diesmal wirklich ordentlicher Zahltag. Nadine hält Wort und packt uns sogar noch was extra druff – 135000 Oschis für jeden. Und sie will auch wieder mit uns zusammenarbeiten.

Das Team von Aztechnology hamma übrigens nie wieder gesehen. Die sind wohl falsch abgebogen. Tjoa.

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Ausm Fenster glotzen

So, simmer sicher wieder im Hotel. Nadine ist fertig mit der Welt, kommt davon, wenn man so drauf los zaubert. Valerie kümmert sich voll nett um sie. Sah zumindest mal so aus. In Wirklichkeit hat sie ihr das Telefon geklaut. Und Oku hat drin rumgeschnüffelt. Nun wissen wir aber endlich, für wen Nadine wirklich arbeitet: Das Dunkelzahn Magical Research Institute, kurz DMRI. Keine Ahnung, wer die sind, aber alle machen “aahhh” und “ooohh” und so. Hauptsache sie bezahlen…

Sonst glotzen wir viel ausm Fenster. Aba nich, weil’s so schön ist, da auf Lagos Island. Na ja, ist doch schon ganz nett. Wir glotzen auf das Gebäude gegenüber, da findet nämlich jetzt die Auktion statt. Im 30. Stock oder so. Ist das Westafrikahauptquartier von Global Sandstorm. Die machen Sachen mit Öl und Sand, und das halt überall auf der Welt. Irgendein Ägypter ist der Bossmann da, Aziz sonstwer. Ist ja auch Wurscht.

Oni Adegoke hat wohl ganz gute Connections zu denen und schwupps – alle Auktionsstücke ruck zuck da in der Laden geschafft. Kommwer grad nicht richtig ran. Zugang gibt’s nur übers Dach (Hubschrauberlandeplatz) oder durchs Foyer. Da wir nich wissen, wie der Laden gesichert ist, scheint es uns aber keine gute Idee, da so auf gut Glück einzubrechen und uns mit der Security eines Konzerns auf deren Gelände anzulegen. Uuuund, jetzt wo wir wissen, wer Nadines Herr Schmidt ist, isses ja gar nich so unwahrscheinlich, dass sie die Karte tatsächlich ersteigern kann.

Dann hamwa noch geredet, wie wir da weg wolln, falls das klappt mit dem Kauf. Oder, wie wir wem auffe Omme hauen, falls das muss. Hubschrauber dürfen wir nicht, da landet wohl der King of Ghoul friendlies. Läuft also auf nen heissen Ritt in Okus Schlitten raus – entweder als Jäger oder als Gejagte.

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What the hell.....?

Alter, selbst ich sollte nicht schon zum Frühstück Whisky trinken…oder vielleicht habe ich bei dem Gemetzel gestern doch irgendwie ne Kugel eingefangen. Mein Schädel platzt.
Gegen die Slums hier ist Harburg ne Vorstadt im Grünen!

Erst die Nacht im Knast wegen so nem bescheuerten Säbel, den offenbar unser Spezi Samriel, oder wie der Typ heißt, geklaut hat, dann wieder zurück in dieses Drecksloch von Großstadt. Immerhin bestand die Hoffnung auf ne nette Bleibe für die Nacht.

Dann noch teure Klamotten anschaffen für die verlegte Auktion in diesem Nobel-Viertel am Wochenende. Hochhaus – na klasse! Wie sollen wir da denn abhauen wenns eng wird?

Aber das Beste: Gang-Terror auf dem Weg zum Hotel. Diese scheiß Security macht hier in dem scheiß Kaff was sie will, schießt alle über den Haufen, die im Stau in ihren Autos feststecken und fahren schließlich auch noch schwere Geschütze auf. Wenn ich nicht ne Nacht auf dem Boden im Knast verbracht hätte, fände ich das vielleicht noch spaßig, aber im Moment geht mir der Terror einfach nur auf den Sack. Großer Pluspunkt allerdings: Der Wagen von unserem Kollegen Oku bewährt sich als perfekte Festung bei Straßenschlachten mit Fire-Power. Geiles Gerät!
Trotzdem wärs wahrscheinlich eng geworden, wenn Nadine nicht plötzlich auf Mega-Magier gemacht hätte. Mentale Notiz: Nadine NIE wütend machen – die mäht sonst mit einer Geste ganze Häuserreihen nieder – sowas hab ich echt noch nie gesehen…
Wenn die Lady sich von der Aktion erholt hat wüsste ich mal gerne, mit wem wir es bei ihr wirklich zu tun haben!
Aaaahhh….die Flasche ist ja noch halb voll…….

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