Shadowrun-HH

Shootingtermin mit Eingeborenen

Oh, Du schönes Tagebuch! Du ahnst ja nicht, wo ich gerade bin. Nein, nicht Bielefeld oder Mannheim. Ganz kalt. Hier ist es viel wärmer. Fast am Äquator. Immer noch keine Ahnung? Nein, wie auch. Irgendwie glaube ich’s ja selbst nicht.

Ich, wertes Tagebuch, befinde mich in Nigeria. Genauer gesagt in einer Brandschneise mitten im Busch, nicht allzu weit entfernt von Lagos. Genau, Lagos, bevölkerungsreichste Stadt Afrikas, in der ein Menschenleben nicht mal eine Ohrenspitze wert ist. Wir werden blendend dort hineinpassen. Überhaupt passt Afrika gut zu uns, denke ich.

Hier sitze ich nun, in unserem kleinen Flugzeug, das hier notlanden musste, weil es von einer Bande von Orks des Ibo-Volkes abgeschossen wurde. Diese armen, törichten Ibos haben dann den Fehler gemacht, uns anzugreifen – vermutlich, weil sie uns für fette Beute hielten. Wenn sie gewusst hätten, wen dieses Flugzeug trägt, wären sie so schnell wie möglich in die andere Richtung gerannt. Aber sie wussten es nicht. Und so haben wir sie massakriert. Eigentlich sehr passend, dass hier in der Wiege des (meta-)menschlichen Lebens das evolutionäre Recht des Stärkeren noch so pur Anwendung findet. Wir leben, die Ibo sind tot. Wir waren stärker. Ganz in der Tradition ach so vieler Besucher aus dem fernen Europa.

Unser Pilot, eine unheimliche Menschmaschine names Oku, ist ganz scharf auf ein Geschütz, das die Ibo auf einen Jeep geschraubt hatten. Ich glaube, er nannte es Pantherkanone. Tja, ich gebe zu, dieser Oku beschäftigt mich. Er wirkt ja ganz freundlich. Oder vielleicht sollte ich lieber sagen, ES wirkt ja ganz freundlich. Schließlich hat er/es nicht einmal mehr menschliche Augen, in die man sehen könnte. Stattdessen glotzen einem zwei kalte Metallsphären entgegen, in denen man höchstens sein eigenes Spiegelbild sehen könnte. Würde man eine Kaffeemaschine freundlich nennen, weil sie einem einen schönen Tag wünscht? Vielleicht aber ist es auch ein verständliches Ansinnen, sich so weit wie möglich der Menschlichkeit zu entledigen, wenn man wie Oku in Lagos aufgewachsen ist. Offenbar hat er als Kind durch einen Zufall irgendeinem Petromanager, der in Lagos eine Panne hatte, das Auto repariert. Nach allem, was ich so über die Stadt gehört habe, kommt dies einer Lebensrettung gleich. Ganz untypisch hat sich dieser Manager dann offenbar revanchiert und dem Jungen eine exzellente Ausbildung zum Fahrzeug-/Cyberzeugs-Ingenieur in Cambridge (ja, England!) ermöglicht. Wozu er die braucht, wenn er ohnehin inzwischen mehr Rechner als Mensch ist, bleibt mir milde rätselhaft. Schöne neue Welt. Ich möchte nicht wissen, was passiert, wenn der Kerl einmal einen Absturz erleidet, an dem kein Flugzeug beteiligt ist. Dann wäre ich lieber nicht in der Nähe. Und die anderen versuchen schon, ihn für unsere kleine Bande zu gewinnen. Na ja, ich schätze, Nervenbahnen können genauso durchschmoren wie Schaltkreise. Ich bin wohl einfach im falschen Jahrhundert geboren.

Jedenfalls sagt die Maschine Oku, dass er die Maschine Flugzeug bis 8 Uhr morgens wieder startklar gemacht haben wird. Wunder der Technik.

Und dann geht es in den Moloch Lagos. Mir tut die Stadt jetzt schon leid.

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SHOWTIME...

Endlich können wir loslegen, nachdem Avni und Art sich den Laden mal von Innen angesehen haben….
Sieht eigentlich nach harmlosen Spinnern aus, aber niemals den Gegner unterschätzen!

Art schaltet also die Wache aus und nimmt den Schlüsselbund mit – läuft! Wir ins Büro und die Wache mit dem Betäubungsgas ausgeschaltet. Dann liegt da plötzlich ein Kind auf nem Sofa. Der Verein hier wird mir immer unsympathischer. Warum liegen hier Kinder rum? Egal jetz: Wir haben nen Job zu tun. Also das Kind betäubt und weiter. Avni macht sich natürlich Sorgen um die Gesundheit der Kleinen und kümmert sich erst mal darum, dass sie okay ist. Wir rennen los. Gas unter der Tür durch und hoffen, dass die Pseudo-Elfen drinnen umfallen. Den Gefallen tun sie uns aber nicht. Wir müssen also noch rein in die Räume…

Die Fierelle haben wir schnell mit dem Gas k.o., aber im nächsten Raum steht uns dieser Tod-Typ gegenüber und will mit ner Armbrust auf uns anlegen. Art macht Magie-Sachen, aber damit kann er leider auch nicht verhindern, dass ein Typ aus dem Raum hinter ihm auf ihn ballert – das sieht nicht gut aus, aber Avni flickt den schon wieder zusammen! Ich schieße weiter auf den Tod-Typen, aber der fällt einfach nicht um!!
Unauffällig hat sich dann jetzt auch erledigt – wir hören einen Alarm und jetzt kommt Bewegung in die Hütte…
Endlich kann Pauli den Typen weg ballern und wir können weiter. Avni und Nick machen Art wieder startklar und wir müssen los. Ich renne mit Pauli und Tali die Treppen hoch – gut dass Pauli Gasgranaten dabei hat: Sehr effektiv!

Nick sucht inzwischen die Treppe in den scheiß Keller, wo garantiert der Magier von dem Verein hier hockt. Auf dieser Seite geht’s nicht runter also rennen sie durch den Großen Raum rüber. Da ist eine Werkstatt mit nem Lastenaufzug und ein Abstellraum. Avni sieht im Astralraum, dass es da zwar runter geht, aber unten 3 Leute mit Waffen im Anschlag warten. Das könnt ihr haben, ihr scheiß Elfen-Wichser!

Währenddessen räumen wir im ersten Stock auf: Im ersten Raum an der Treppe gibt es nur eine Panzertür mit Chipcard-Zugang: Später!
Aus dem großen Raum daneben kommen uns jetzt Leute entgegen – die macht Pauli aber auch mit den Granaten klar.
Dann steht plötzlich dieser Allair-Typ vor uns und sagt, wir sollen vor ihm niederknien…na klar – machen wir! Hält der uns für bescheuert? Ich antworte mit meiner AK und wir hinterlassen – wie laut Auftrag vorgesehen – die Buchseite auf seinen Überresten. Die Ohren der anderen Para-Nobel-Spinner haben wir unterwegs natürlich auch eingesammelt! Bin ich froh wenn dieser Job durch ist!

Wir jetzt also runter zu den Anderen ins Erdgeschoss. Nachdem wir noch eine Treppe von der Abstellkammer in den Keller gefunden haben, startet Pauli einen Frontalangriff mit Nebelgranaten und ordentlich Feuerkraft per Lastenaufzug, während wir die Treppe in den Keller nehmen…
Unten stellt sich uns keiner in den Weg…wir durchqueren eine Shooting-Range und bewegen uns in Richtung der Räume, in denen Avni im Astralraum den Magier und noch einen Typen gesehen hat. Dank der Gasgranaten sind wir auch hier erstaunlich schnell erfolgreich: Ab mit den Ohren, den Raum durchsuchen und dann mit einem Stapel Papieren, auf denen seltsame Pläne zu sehen sind, nix wie raus hier.

Arti meldet von seinem Wachposten draußen Polizeisirenen. Aber wir haben die Chip-Karte gefunden und Pauli und ich wollen noch hoch in den Tresorraum. Auf dem Weg dahin füllen wir beim Tod noch unsere Munition auf.

Chipkarte durchgezogen, und wir stehen in einem Raum voller Dokumente und Bücher – und einem Gerät mit Countdown im Regal, der sich gerade in den einstelligen Bereich bewegt. Ich greife die Dokumente vom Tisch und wir sind so was von raus hier. Hinter uns kracht die Bombe los – Beweismittel zerstört…aber wir sind draußen und sehen zu, dass wir hier weg kommen.
Auch im Hotel halten wir uns nicht lange auf und wir machen uns gleich auf den Weg nach Hamburg, damit es hier keinen Ärger mehr gibt! Job done!

Herr Schmidt ist zufrieden und erstaunlich erleichtert, als wir die Ohren und die Beweisfotos bei ihr abliefern: Das teure Essen haben wir uns verdient und die restliche Kohle und den verschissenen Erpresser-Film kriegen wir auch. Besser konnte das ganze eigentlich nicht laufen! Arti sieht zwar nicht so glücklich aus, aber der Elfen-Wein hilft!

Dann rückt Avni mit einer Ankündigung raus: Er macht nicht mehr mit – Shadowrunner ist nicht sein Ding! Wir hatten uns das schon gedacht – er macht sich einfach zu viele Gedanken um die Leute, die bei den Aufträgen drauf gehen. Aber das ist halt der Job. Jetzt macht er in seiner WG ne Klinik auf – optimale Lösung für Ihn – und für uns. Avni ist okay und nen Typen, der einen wieder zusammenflickt braucht man immer!

Alter – was ne Woche. Auftrag erfüllt, Kohle im Sack und noch alle Knochen heil: Ich geh jetzt pennen.

PS: Dem Einhorn geht’s gut.

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Einhornland und Affenparty

Dieses dämliche Vieh. Nix als Geschiss um den Hotten, den ganzen Tag und die ganze Nacht. Raus ausm Stall, links anbinden, rechts anbinden, rein in den Stall. Alter, das macht mich Zecke. Und sonst war auch nicht viel los. Avni und Artie ham sich eingeschlichen bei so einer Veranstaltung von den möchtegern Elfen. Ham sich beluschern lassen von so einem alten Zottelbart. Und dann diese Trottel, die sich das anhören… Wie aufm Faschingsball, nur nich besoffen. Kaum auszuhalten. Also passiert ist halt nix. Die Pappohren, die mer platt machen sollen, also Ohren ab halt, ham sich kaum blicken lassen. Nur mal kurz der Erendahl. Zwergengirlie und ich saßen mim Finger am Abzug im Auto – nix. Goar nix. Total langweilig. Das ham mer dann noch n Tag lang gemacht – immer noch nix. Na, n bisschen was hat Iv aus der Matrix gelutscht:

Allair heisst Harald Frankfurter, so in echt. War mal irgendwie Lehrer für Erwachsene an so ner Uni da. Irgendwas mit Gebäuden. Kapier nich, wie man als Erwachsener noch was übern Haus nich wissen kann…

Meister Tod isn echt fieser Bruiser. Hat auch früher nix anbrennen lassen. Körperverletzung, Totschlag und so.

Erendahl is wohl das Sprachrohr von den Pappohren. Wen wundert’s.

Xeric heisst in echt Aaron Mitchel und stammt wohl aus Amiland. Schreibt so seine Sicht der Dinge in der Matrix, so für alle zum lesen. Macht aber den Eindruck, als tät er nich so ganz in seiner Mitte ruhen. Glitscht gerne mal nach rechts aus.

Über die rote Fierelle und diesen Thiran hatse nix gefunden. Die scheinen wohl den Kopf geduckt zu halten.

Ah ja, und dann, auf einmal, beschließen Artie und Avni, dasse Avni unsichtbar auf das Haus fliegen lassen, wo dann ein magischer Zaubergeist uns sagt, ob die 6 da im Haus sind und auch wo genau. Tschakka. Und das, nachdem wir wie die Volldeppen da tagelang rumlungern. Na bravo. Und dann erinnert sich Avni, dass er ja diesen zweiköpfigen 400 Kilo Gorilla herbeizaubern kann, der durch Wände hüpfen kann – und schickt ihn einfach mal rein da. 5 Minuten später haben wir nen Sack voller Pappohren und können uns auf den Heimweg machen, um unsere Bezahlung einzusacken.

Neee man, ich mach nur Scheiß. Sowas gibt’s ja nich. Und wenn du raten kannst, was davon geschwindelt ist, sag ich dir auch, wie unser Plan aussieht. Einhornehrenwort.

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Aschaffenburg

Erstmal ist zusammenflicken, Avni macht, was Avni eben so macht. Und das macht er auch echt gut. Mit n bisschen Gezaubere und Spucke sieht Artie gleich wieder so blass aus wie immer. Glück gehabt. Warum muss er sich auch immer vordrängeln, wenn’s Bambule gibt? Valerie hat’s gar nicht so schlimm erwischt, wir können also direkt weiter fahren.

An der Grenze zu Groß Frankfurt kriegen wir dann was Panik – Ham nich wirklich dran gedacht, dass die uns ja filzen. Aber wir ham Glück, der Kontroletti hat null Bock, richtig zu schauen und lässt uns durch. Pfff. Da könnte ja jeder…

Wir ham dann beschlossen, uns in nem kleinen Hotel zu parken, gleich in Aschaffenburg. Nickbert will morgen nach Frankfurt City rein, um Pläne im Klabusteramt anzuschauen. Keine Ahnung, warum. Aber das macht er wohl besser ohne Knarren, weil Frankfurt City ist mega schick und fett Megacorp Gebiet, da kommste wohl nich rein mit Eisen inner Tasche.

Aber erstmal simmer – also ich, Avni und Nicki – noch zum Haus von diesen möchtegern Elfen gefahren, mal schauen, wie die da hausen. Und schau an, alles hübsch da. Irgendwie niedlich, die ahnen gar nicht, was ihnen blüht. Keine Sicherheit, kein Hund, kein Zaun. Und als wir versehentlich einen Bewegungsmelder ausgelöst haben und alles Licht anging, kam nich mal wer um nachzuschauen. Au Backe. Aber da standen so knapp 20 Motorräder vorm Haus, unsere Ziele scheinen also mal nich alleine zu sein. Wir wissen auch nich, ob die überhaupt alle da sind. Gully sagt aber, das kann er mit nem Zauber rausfinden, er hat die Namen unserer zukünftigen Opfer ausm Netz gefischt: Allair, Meister Tod, Erendahl, Xeric, rote Fierelle und Thiran. Was für Pappohren. Auha, das wird was…

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Crash

Zunächst werden Informationen über die Young Elven Technologists eingeholt: Das Hauptquartier liegt in Seattle, Präsident ist ein John Winters. Ursprünglich war es ein eher kleiner Policlub, der durch den Einfluss eines (oder mehrerer) Mentoren aber an Bedeutung gewonnen hat. Das politisches Ziel ist die Integration der Elfenheit in die moderne, technologische Welt und die gemeinschaftliche Koexistenz mit mit der Metamenscheit. Die YET verbindet eine lange Feindschaft mit Para Nobilis.

Beim anschließenden Besuch bei Paulis Waffendealer deckt man sich mit Gaskanistern, -granaten und -masken ein, außerdem ersteht die Gruppe einen Granatwerfer. Auf der Ladefläche von Ivs Pick-Up werden zusätzlich Krähenfüße, Pflastersteine und Benzinkanister zur Abwehr möglicher Verfolger bereitgestellt. Val ersteht noch eine glänzende neue SMG.

Dann geht’s los in Richtung Frankfurt. Art, Pauli (?), Walli, Tali und Avni fahren in Avnis Lieferwagen vorweg, Iv und Crazy Nik im Zwergenmobil hinterher. Kurz vor Hannover kommt es zum Unausweichlichen: Eine Autobahnbande setzt sich der Gruppe an die Fersen. Vier Motorräder ziehen an den Wagen vorbei und versuchen, sie zum Anhalten zu bringen; zwei schwarze Lieferwagen und ein gutes halbes Dutzend weiterer Mototräder folgen. Als das Team nach kurzer Zeit keine Anstalten macht, rechts ranzufahren, eröffnen die Gangbanger das Feuer auf Ivs Pick-Up – und plötzlich geht alles sehr schnell. Art versetzt mithilfe von Magie die vorausfahrenden vier Motorradfahrer in schwerste Verwirrung: Drei von ihnen beginnen zu schlingern und setzen sich in die Leitplanken, der vierte drückt aufs Gas und ergreift die Flucht nach vorn. Auf beiden Seiten fallen Schüsse, ohne dass mehr als Blech zu Schaden kommt.

Schließlich spricht Avni, einem nicht zuende gedachten Geistesblitz folgend, einen Zauber. Direkt hinter dem Pick-Up lässt er eine unsichtbare Barriere entstehen, in die die folgenden Fahrzeuge hineinrasen. Das sich bietende Bild gleicht einer Neuverfilmung der Autoszene aus Blues Brothers durch Rob Zombie: Blech und Leichenteilen verpassen der Fahrbahn einen gesprenkelten Anstrich. Avni wird blass und übergibt sich.

Obwohl sich das Team damit bereits in Sicherheit wiegt, ist das Grauen noch nicht am Ende. Einige Kilometer weiter hat sich der vierte Motorradfahrer am Straßenrand aufgebaut. Und schießt auf den vorbeifahrenden Lieferwagen des Teams. Er entpuppt sich als spektakulärer Meisterschütze: Mit nur zwei gezielten Schüssen verletzt er Val und Arti schwer; Art kommt bei dem Angriff nur knapp mit dem Leben davon. Iv und Nik gelingt es im Vorbeifahren, den Schützen zu verwunden. Dann setzen Sie den Wagen zurück und exekutieren ihn.

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(Inter-)Homo (inter-)homini lupus

In einer Welt, die von Wölfen bevölkert ist, macht es keinen Unterschied, in welchem Rudel man mitläuft. Dachte ich denn tatsächlich, wenn ich ein bisschen durch den Wald fliehe, durch ein paar Flüsse und Täler, dass ich dann dem Zwang, zu reißen oder gerissen zu werden, entkommen könnte? Naivität, dein Name ist Martin … oder Art oder wie auch immer. Scheiß Alkohol. Tatsache ist: Es gibt kein Entkommen!!! Dieser Erdball ist ein kugelrundes Wildgehege, in dem allein das Recht des Stärkeren gilt. Für Kunst und Schönheit ist an solch einem Ort kein Nutzen. Es geht nur um animalische Triebe. Diese tumbe Wahrheit hat mich nun wieder eingeholt. Ich habe jetzt endlich verstanden. Und ich werde ab sofort mitspielen. Oh ja! OH JA!! Denn wer sich dem Spiel verweigert, der wird ausgelöscht.

Immerhin, liebes Tagebuch, kann ich Dir mit Überzeugung sagen: „Ich habe es versucht.“ In der Hölle gibt es bestimmt T-Shirts mit dieser Aufschrift.

Ich hätte es aber auch ahnen müssen. Wie Valerie so treffend anmerkte: „So etwas wie ein kostenloses Essen gibt es nicht.“ Das hätten wir bedenken sollen, als uns ein Kontakt Morlocks in ein japanisches Nobelrestaurant namens “Takuri” einlud. Der Name bedeutet so viel wie “Teekesselchen”. Warte, ich hab’ eins: Falle. Dort angekommen wurden wir in ein Separée hinter dem Separée gebeten. Es erwartete uns unsere Kontaktperson, die in Einklang mit den Traditionen der Shadowrunner “Herr Schmidt” hieß und in Wahrheit eine blonde Frau in einem sündhaft teuren Business-Kostüm war. Auch sonst war hier alles vom Feinsten: die Einrichtung, der Service, die Getränke, das Essen (ECHTES ESSEN!) ­- sogar die Tischkonversation. Ich fühlte mich sogleich wie zuhause. Und genau das hätte mir die Haare zu Berge stehen lassen müssen. Aber ich war zu beschäftigt mit Völlerei und Schwelgerei und Dummseierei. Die Rechnung für diesen nostalgischen Abend kam prompt, denn nach dem Essen gab es keinen Espresso, sondern Erpressung. – Lachpause – Na? Nein? Nichts? Ach leck’ mich doch seitenweise, du dummes Tagebuch! Man hatte unseren kleinen Ausflug in die Welt der Literatur in bewegten Bildern festgehalten, die man jederzeit den Ordnungsbehörden übergeben könne. In diesem Moment war ich wieder zuhause angekommen und hätte mich beinahe auf den Tisch übergeben.

Mit dem belastenden Material wollte man sicherstellen, dass wir den nächsten Auftrag, der natürlich viel weniger harmlos ist als der letzte, erfolgreich abschließen: Wir wurden “gebeten”, den sechs menschlichen Führungsmitgliedern einer Elfen-Eiferer-Sekte namens “Para Nobilis” ihre falschen Elfenohren abzuschneiden. Ob wir sie dabei umbringen oder nicht, ist unseren Auftraggebern egal. Bei diesen Para Nobilis handelt es sich um radikale Spinner, die nichts Besseres zu tun haben, als sich kosmetisch das Aussehen von Elfen anoperieren zu lassen, um fortan als “Vorbilder der elfischen Gesellschaft” zu leben. Und das sieht dann so aus, dass sie mit Blumengewändern nebst Pfeil und Bogen durchs Unterholz frohlocken. Mit anderen Worten: Sie leben ein Kinderbuchklischee des Elfendaseins. Arme Irre! Laut Herrn Schmidt sind sie darüber hinaus auch militante Irre, die Elfen umbringen, die ihrer Meinung nach vom “elfischen Weg” abweichen. Zum Beweis zeigte man uns Bilder von angeblichen Opfern. Ganz gleich, ob das stimmt oder nicht: Wir haben nicht das Recht, diesen Kringeln die Ohrspitzen oder auch nur die Haare abzuschneiden! Damit beschneiden wir ihre Rechte, aber wem erzähle ich das. Das Hauptquartier von Para Nobilis, in dem die sechs Führungsmitglieder leben, ist in einem Fachwerkhaus(!) in einer grünen Ecke von Aschaffenburg, Vorort von Frankfurt, Teil von Groß Frankfurt. Wir sollen nach getanter Arbeit einen Umschlag auf bzw. bei unseren Opfern hinterlassen. Für den Job versprach man uns 24.000 Nuyen, Plus 1.000 Nuyen für die Reise nach Groß Frankfurt.

Abgesehen von meiner Wenigkeit scheint Avni der Einzige zu sein, der ebenfalls Bauchschmerzen mit diesem Auftrag hat. Tolle Kumpanen, die ich mir da angelacht habe. Aber weißt du was, du altes Tagebuch? Ich scheiß auf Bauchschmerzen! Scheiß doch auf Scheiße! Ich habe es satt, wegzulaufen. Ich fahre jetzt nach Frankfurt und schneide bescheuerten Hippies die Ohrspitzen ab. Warum fragst du? Weil ich lieber echten Elfenwein trinke als dass eines Tages ein falscher Elf zu mir kommt und mir was abschneidet. Denn wie heißt es doch so schön? “Fürwahr, die Seele eines heilgen Mannes sagt oft …” ach scheiß drauf!

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Erfolgreich

So. Auf der Suche nach dem Geschreibsel hat Valerie versucht, noch ne Reihe Tresore aufzumachen. Ging manchmal gut, manchmal auch nich, ne. Gefunden haben wir jede Menge Kohle – Geld, so Scheine, in MASSEN, sehr seltsam – und den Alarmknopf. Bimmel, bimmel. Na ja, alle dann so panisch und so, Iv fing an, auf die Glocken zu ballern. Also die an der Wand. Weiss auch nich, warum. Aber dann haben wir doch noch das Manuskript gefunden! Hurra! Ich hab dann den Hausmeister platt gemacht, der nachschauen kam. War sein Glück, dass er ziemlich alle war und nix mitgekriegt hat, konnt ihn also am Leben lassen.

Draussen marschierten dann die Bullen auf. Hatten wir natürlich Angst, dass doch noch Blut fließt. Aber Artie hatte ne echt geile Idee. Er hat gezaubert, macht er ja immer, und plötzlich brannte der ganze Laden. War ziemlich gefährlich, hat aber wenigstens die Bullen draussen gehalten. Die wollten lieber auf die Feuerwehr warten. So hatten wir Zeit, noch den Virus freizulassen. War ja Teil des Auftrags. Dazu sind wir in den Keller gerannt, weil Valerie der Meinung war, da wäre ein Computer ohne Passwortschutz. Blöd nur, dass da noch so ne Wand dazwischen war und Valerie leider nicht die Tür aufkriegte. Tali wollte dann durch die Wand brechen (typisch), musst ich dann aber klarmachen. Aber immerhin – schlauer Kopf, der Troll. Stick in den Computer, Virus druff und dann raus, aber schön hinterm Haus, bloß nicht der Feuerwehr in die Arme laufen, die mittlerweile schon feste am Löschen war.

Sind dann über den Zaun geklettert, Strom war ja noch aus, und durch den Park geflüchtet. Avni hat für Ablenkung gesorgt, sagt er, und dann ham mer uns wieder zusammengerottet. Sind dann am nächsten Morgen ins Hotel zu Morlock gefahren und haben das Manuskript abgegeben. ABER wir haben natürlich erstmal ne Kopie gemacht, so zur Sicherheit. Morlock war total zufrieden mit uns und hat uns ausgezahlt. Ob wir denn noch was anderes für ihn erledigen wollen? Klar wollen wir, obwohl wir inzwischen im Geld schwimmen. Er will seine Hintermänner kontaktieren und meldet sich dann bei uns.

So einfach kann das sein.

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Nix mehr Zahltag

Na toll. Nun hamse uns rausgeschmissen, die von DocWagon. Arschgeigen. Klar, is ja auch unsere Schuld, dass dieser Schäfer davongerannt ist, statt sich einsammeln und verarzten zu lassen. Liegt nicht dran, dass die Akte von DocWagon von beschissenen Nagetieren angelegt worden ist. Wennse alles so gründlich machen, kann man ja froh sein, wennse… Was soll’s. Wir mussten also alle der Reihe nach antanzen und die ham uns dann so einen Wisch unter die Nase gehalten, den wir unterschreiben sollten. Blabla, blablubb, 1000 Nuyen als Entschädigung, blabla. Wollten uns auch noch über den Tisch ziehen, weil drin stand, dass se unsere Ärsche an HanseSec verkaufen. Avni ist das aufgefallen und der hat uns gewarnt, dass wir das bloss nicht unterschreiben sollen. Der ist echt ganz schön schlau. Ham mer dann auch nicht, na ja, keiner bis auf Iv, die war leider zuerst dran und hat’ s nich gesehen. Aber was soll’s, glaub nich, dass da was passiert, war ja nich unsere Schuld. Simmer also ohne richtige Arbeit. War eh Scheiß langweilig da.

Gut, dass sich schon was anderes ergeben hat. Avni kriechte ne Nachricht von einem Schamanenkumpel von ihm, der brauchte Leutz für nen Job und hatte gehört, dass wir nun auch im Geschäft sind. Tali heisst der und isn Troll. Noch dazu n ziemlich großer. Scheint aber ganz ok zu sein. Der Auftrag kommt aber gar nicht vom ihm, er is nur Vermittler. Wir sind dann mit ihm zusammen in ein schickes Hotel gefahren, um den Auftraggeber zu treffen. Ein Herr Morlock. Der is n komischer Vogel. Total ungesund und dreckig. Wohnt in seinem eigenen Dreck im Hotel. Seltsam. Aber der war auch gar nicht der Auftraggeber, sondern auch nur ein Vermittler. Auftrag is: Einbrechen in einen Verlag (Sylvan Information Systems, so ne Elfenpostillenklitsche) und das neue Buch von einem gewissen Herrn Eran klauen. Keiner weiss, was das für n Schmöker ist, worum es geht, wie der heisst oder so. Nur, dass das einzige Exemplar ein Manuskript ist, das da im Verlag rumliegen soll. Wie wir es erkennen? Es ist mit der Hand geschrieben! Wer macht n sowas? Muss wohl ziemliche Langeweile haben , der Eran. Und dann sollen wir noch einen Virus da in den Computern freilassen, nur so um sicher zu gehen. Wir haben keine Ahnung, wer die eigentlichen Auftraggeber sind und was das alles soll. Aber klingt nicht allzu haarig und die Bezahlung ist gut (10.000 Nuyen), also sagen wir halt ja.

Dieser Verlag is am Rand von Planten und Blomen, ganz viel Schamanenkram da in der Nähe. Avni und Tali kannten den Laden auch schon, da gibt’s ne Bibliothek. Sah auf den ersten Blick nicht so aus, als gäb’s da groß Probleme. Wir sind dann zur Sicherheit am Abend im Dunkeln hin, irgendwie wollten die noch schauen, ob es da Geister gibt oder andere Wächter, die keine Menschen sind. Offenbar aber nicht, also ham wer beschlossen, dass wir gleich einsteigen. Valerie wollte mal zeigen, was sie so drauf hat, aber dem Troll dauerte das wohl zulange, also hatter das Tor aufgerissen. Die Haustür hat Valerie dann aber geknackt, unauffälliger und so. Avni (oder sein Geist? der hat irgendsone Projektion gezaubert…) hat dann noch gemerkt, dass da eine Type im Keller sitzt, sonst ist der Laden aber komplett leer. Avni hat ausserdem gesagt, dass es ein ganz tolles Zimmer gibt, in das wir unbedingt zuerst müssen. Ich hab nicht kapiert, warum und woher er das weiss. Aber in dem Zimmer hat Gulli einen Safe gefunden. Drin war ne Pistole, ne Menge Geld und Erpresserfotos (?), auf denen ein Elf beim Ficken mit ner Menschenfrau zu sehen ist. Keine Ahnung, wer. Valerie hat dann den Computer angemacht, der auch da war, weil wir ja den Virus und so… Ging aber nix, Passwort. Dann war der auf einmal gesperrt. Toll. Hättse ja auch gleich sagen können, dass sie das gar nicht kann, so mit Gewalt nen Computer knacken. Das kann noch heiter werden, mit dem Virus. Wahrscheinlich kriegenmer dann wieder Stress mit Morlock, weil wir zu doof sind… Nickbert hatte dann die gute Idee, mit nem Zauber nach dem Buch zu suchen. Und das klappte auch ganz gut, er ist sich sicher, das Teil ist im ersten Stock des Hauses. Was der alles kann…

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Zahltag

Sooo,

es klingelt in der Kasse. BÄM! Aber der Reihe nach.

Wir tingeln wie geplant in den total hippen Club Nosferatu, Herrn Richards treffen. Natürlich mit entsprechendem Werkzeug, blöd simmer ja nich. Also Valerie und Artie ganz auf schick und schnieke, Iv und Nickbert und ich mit Wummen, jeder halt wie er kann. Gab auch keine Probleme, auch nich wegen der Knarren, der Richards is wohl total wichtig da. Vielleicht gehört ihm der Laden ja. War dann so ne alte Kirche, Gruften als Besucher, aber auch nicht gestörte Leute, die waren dann so am Rumtanzen. Die Gruften eher nich. Drogen gab’s zu kaufen da, ganz offen, aber davon hammer die Fingers gelassen. Besser so.

Sind dann gleich in die Privatabteilung von Richards gelatscht, der war auch echt froh, dass wir ihn besuchen. Avni hat dann gleich die Hosen runtergelassen und ihm erzählt, was wir machen und was wir wollen. Hatten wir ja auch so beschlossen. Richards fand’s wohl gut und hat uns angeboten, dass wir die Infos kriegen, die uns fehlen, und 5.000,- Nuyen, falls wir ihm das Cyberauge verkaufen. Hammer dann auch gemacht. Schien uns ok. Für wen er arbeitet, hatter uns nich verraten. Dann durften wir auf seine Rechnung noch ordentlich Spass haben. Hatten mer auch. Vor allem Iv.

Tags druff kam auch schon Nachricht von Alpha Blue. Treffen im Hafen. Die war leider nicht so happy, dass wir Mutlitech nicht ordentlich in den Arsch getreten haben. Isse aber selber Schuld, die Zicke. Hättse halt sagen sollen, was Sache ist. Buhu, ich bin so geheim, aber wenn ihr meine Gedanken nicht lesen könnt, mag ich euch nimmer. SSSSS.

Na ja, wir ham ihr dann die Infos in die Hand gedrückt, haben sie herzlich umarmt und geküsst und sie hat sich tränenreich von uns verabschiedet. Fast. Gully hat uns rausbuchsiert, waren wohl Leute da mit Knarren auf uns angelegt. Sehr unsympathisch. Arschgeigen halt.

Am nächsten Tag hatten wir dann die Kohle von Alpha Blue aufm Konto – allerdings hat sie unsere Bezahlung gekürzt. Unverschämt. Die soll mir bloss nochmal begegnen, dann geige ich ihr die Meinung. Immerhin, fette Kohle alles in allem. Und ab nächster Woche arbeiten wir ja bestimmt auch wieder für DocWagon. Oder unseren neuen besten Kumpel Richards. Alles gut.

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Viel Blei, wenig Neues

Während Art und Iv die Stellung halten, machen sich die anderen noch einmal auf den Weg zum seltsamen Tunnelabschnitt. Dort angekommen findet sich leider nur bereits Bekanntes: Der Abschnitt ist astral verunreinigt, an den Wänden wächst kein Moos, keine Flechte mehr. Als sie aus Richtung des Krematoriums Schüsse hören, eilen sie zurück. Iggy fällt dabei zurück.

Iv und Art sind derweil dem Ursprung der Schussgeräusche: Aus dem Dunkel des Tunnels wird auf sie geschossen. In Anbetracht der unbestimmbaren Gegnerzahl und des unvertrauten Terrains entscheiden sie sich für den Rückzug in die besser zu haltenden Räume des Nekroplex. Trotzdem wird Art angeschossen und schwer verletzt.

Iggy trifft auf einige Ghoule, mit denen er ‘verhandelt’ und erfährt, dass es zwei ‘Feuerdinger’ waren, die im Krematorium und im Tunnel gewütet haben.

Angeschlagen und ohne Hoffnung auf weitere Hinweise im Nekroplex oder in der Kanalisation beschließt die Gruppe, Feierabend zu machen. Gut ausgeruht ergeben Recherchen, dass Hanseatic Management (die Firma, die dem Nekroplex regelmäßig größere Geldsummen überweist) eine Tochterfirma der PNO (Pecunia non olet) ist, einer Müllbeseitigungsfirma mit Sitz in der City Nord und seltsamer Personalpolitik, die darauf hindeutet, dass es sich nur um eine Briefkastenfirma handelt.

Ohne heiße Spur entschließt ma sich schließlich zu einem überfälligen Schritt: Kurzerhand wird für den Abend ein Termin mit Steve Richards vereinbart, der sich am Telefon überraschend jovial, fast erfreut, gibt. Club Nosferatu ruft…

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