Shadowrun-HH

Crash

Zunächst werden Informationen über die Young Elven Technologists eingeholt: Das Hauptquartier liegt in Seattle, Präsident ist ein John Winters. Ursprünglich war es ein eher kleiner Policlub, der durch den Einfluss eines (oder mehrerer) Mentoren aber an Bedeutung gewonnen hat. Das politisches Ziel ist die Integration der Elfenheit in die moderne, technologische Welt und die gemeinschaftliche Koexistenz mit mit der Metamenscheit. Die YET verbindet eine lange Feindschaft mit Para Nobilis.

Beim anschließenden Besuch bei Paulis Waffendealer deckt man sich mit Gaskanistern, -granaten und -masken ein, außerdem ersteht die Gruppe einen Granatwerfer. Auf der Ladefläche von Ivs Pick-Up werden zusätzlich Krähenfüße, Pflastersteine und Benzinkanister zur Abwehr möglicher Verfolger bereitgestellt. Val ersteht noch eine glänzende neue SMG.

Dann geht’s los in Richtung Frankfurt. Art, Pauli (?), Walli, Tali und Avni fahren in Avnis Lieferwagen vorweg, Iv und Crazy Nik im Zwergenmobil hinterher. Kurz vor Hannover kommt es zum Unausweichlichen: Eine Autobahnbande setzt sich der Gruppe an die Fersen. Vier Motorräder ziehen an den Wagen vorbei und versuchen, sie zum Anhalten zu bringen; zwei schwarze Lieferwagen und ein gutes halbes Dutzend weiterer Mototräder folgen. Als das Team nach kurzer Zeit keine Anstalten macht, rechts ranzufahren, eröffnen die Gangbanger das Feuer auf Ivs Pick-Up – und plötzlich geht alles sehr schnell. Art versetzt mithilfe von Magie die vorausfahrenden vier Motorradfahrer in schwerste Verwirrung: Drei von ihnen beginnen zu schlingern und setzen sich in die Leitplanken, der vierte drückt aufs Gas und ergreift die Flucht nach vorn. Auf beiden Seiten fallen Schüsse, ohne dass mehr als Blech zu Schaden kommt.

Schließlich spricht Avni, einem nicht zuende gedachten Geistesblitz folgend, einen Zauber. Direkt hinter dem Pick-Up lässt er eine unsichtbare Barriere entstehen, in die die folgenden Fahrzeuge hineinrasen. Das sich bietende Bild gleicht einer Neuverfilmung der Autoszene aus Blues Brothers durch Rob Zombie: Blech und Leichenteilen verpassen der Fahrbahn einen gesprenkelten Anstrich. Avni wird blass und übergibt sich.

Obwohl sich das Team damit bereits in Sicherheit wiegt, ist das Grauen noch nicht am Ende. Einige Kilometer weiter hat sich der vierte Motorradfahrer am Straßenrand aufgebaut. Und schießt auf den vorbeifahrenden Lieferwagen des Teams. Er entpuppt sich als spektakulärer Meisterschütze: Mit nur zwei gezielten Schüssen verletzt er Val und Arti schwer; Art kommt bei dem Angriff nur knapp mit dem Leben davon. Iv und Nik gelingt es im Vorbeifahren, den Schützen zu verwunden. Dann setzen Sie den Wagen zurück und exekutieren ihn.

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(Inter-)Homo (inter-)homini lupus

In einer Welt, die von Wölfen bevölkert ist, macht es keinen Unterschied, in welchem Rudel man mitläuft. Dachte ich denn tatsächlich, wenn ich ein bisschen durch den Wald fliehe, durch ein paar Flüsse und Täler, dass ich dann dem Zwang, zu reißen oder gerissen zu werden, entkommen könnte? Naivität, dein Name ist Martin … oder Art oder wie auch immer. Scheiß Alkohol. Tatsache ist: Es gibt kein Entkommen!!! Dieser Erdball ist ein kugelrundes Wildgehege, in dem allein das Recht des Stärkeren gilt. Für Kunst und Schönheit ist an solch einem Ort kein Nutzen. Es geht nur um animalische Triebe. Diese tumbe Wahrheit hat mich nun wieder eingeholt. Ich habe jetzt endlich verstanden. Und ich werde ab sofort mitspielen. Oh ja! OH JA!! Denn wer sich dem Spiel verweigert, der wird ausgelöscht.

Immerhin, liebes Tagebuch, kann ich Dir mit Überzeugung sagen: „Ich habe es versucht.“ In der Hölle gibt es bestimmt T-Shirts mit dieser Aufschrift.

Ich hätte es aber auch ahnen müssen. Wie Valerie so treffend anmerkte: „So etwas wie ein kostenloses Essen gibt es nicht.“ Das hätten wir bedenken sollen, als uns ein Kontakt Morlocks in ein japanisches Nobelrestaurant namens “Takuri” einlud. Der Name bedeutet so viel wie “Teekesselchen”. Warte, ich hab’ eins: Falle. Dort angekommen wurden wir in ein Separée hinter dem Separée gebeten. Es erwartete uns unsere Kontaktperson, die in Einklang mit den Traditionen der Shadowrunner “Herr Schmidt” hieß und in Wahrheit eine blonde Frau in einem sündhaft teuren Business-Kostüm war. Auch sonst war hier alles vom Feinsten: die Einrichtung, der Service, die Getränke, das Essen (ECHTES ESSEN!) ­- sogar die Tischkonversation. Ich fühlte mich sogleich wie zuhause. Und genau das hätte mir die Haare zu Berge stehen lassen müssen. Aber ich war zu beschäftigt mit Völlerei und Schwelgerei und Dummseierei. Die Rechnung für diesen nostalgischen Abend kam prompt, denn nach dem Essen gab es keinen Espresso, sondern Erpressung. – Lachpause – Na? Nein? Nichts? Ach leck’ mich doch seitenweise, du dummes Tagebuch! Man hatte unseren kleinen Ausflug in die Welt der Literatur in bewegten Bildern festgehalten, die man jederzeit den Ordnungsbehörden übergeben könne. In diesem Moment war ich wieder zuhause angekommen und hätte mich beinahe auf den Tisch übergeben.

Mit dem belastenden Material wollte man sicherstellen, dass wir den nächsten Auftrag, der natürlich viel weniger harmlos ist als der letzte, erfolgreich abschließen: Wir wurden “gebeten”, den sechs menschlichen Führungsmitgliedern einer Elfen-Eiferer-Sekte namens “Para Nobilis” ihre falschen Elfenohren abzuschneiden. Ob wir sie dabei umbringen oder nicht, ist unseren Auftraggebern egal. Bei diesen Para Nobilis handelt es sich um radikale Spinner, die nichts Besseres zu tun haben, als sich kosmetisch das Aussehen von Elfen anoperieren zu lassen, um fortan als “Vorbilder der elfischen Gesellschaft” zu leben. Und das sieht dann so aus, dass sie mit Blumengewändern nebst Pfeil und Bogen durchs Unterholz frohlocken. Mit anderen Worten: Sie leben ein Kinderbuchklischee des Elfendaseins. Arme Irre! Laut Herrn Schmidt sind sie darüber hinaus auch militante Irre, die Elfen umbringen, die ihrer Meinung nach vom “elfischen Weg” abweichen. Zum Beweis zeigte man uns Bilder von angeblichen Opfern. Ganz gleich, ob das stimmt oder nicht: Wir haben nicht das Recht, diesen Kringeln die Ohrspitzen oder auch nur die Haare abzuschneiden! Damit beschneiden wir ihre Rechte, aber wem erzähle ich das. Das Hauptquartier von Para Nobilis, in dem die sechs Führungsmitglieder leben, ist in einem Fachwerkhaus(!) in einer grünen Ecke von Aschaffenburg, Vorort von Frankfurt, Teil von Groß Frankfurt. Wir sollen nach getanter Arbeit einen Umschlag auf bzw. bei unseren Opfern hinterlassen. Für den Job versprach man uns 24.000 Nuyen, Plus 1.000 Nuyen für die Reise nach Groß Frankfurt.

Abgesehen von meiner Wenigkeit scheint Avni der Einzige zu sein, der ebenfalls Bauchschmerzen mit diesem Auftrag hat. Tolle Kumpanen, die ich mir da angelacht habe. Aber weißt du was, du altes Tagebuch? Ich scheiß auf Bauchschmerzen! Scheiß doch auf Scheiße! Ich habe es satt, wegzulaufen. Ich fahre jetzt nach Frankfurt und schneide bescheuerten Hippies die Ohrspitzen ab. Warum fragst du? Weil ich lieber echten Elfenwein trinke als dass eines Tages ein falscher Elf zu mir kommt und mir was abschneidet. Denn wie heißt es doch so schön? “Fürwahr, die Seele eines heilgen Mannes sagt oft …” ach scheiß drauf!

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Erfolgreich

So. Auf der Suche nach dem Geschreibsel hat Valerie versucht, noch ne Reihe Tresore aufzumachen. Ging manchmal gut, manchmal auch nich, ne. Gefunden haben wir jede Menge Kohle – Geld, so Scheine, in MASSEN, sehr seltsam – und den Alarmknopf. Bimmel, bimmel. Na ja, alle dann so panisch und so, Iv fing an, auf die Glocken zu ballern. Also die an der Wand. Weiss auch nich, warum. Aber dann haben wir doch noch das Manuskript gefunden! Hurra! Ich hab dann den Hausmeister platt gemacht, der nachschauen kam. War sein Glück, dass er ziemlich alle war und nix mitgekriegt hat, konnt ihn also am Leben lassen.

Draussen marschierten dann die Bullen auf. Hatten wir natürlich Angst, dass doch noch Blut fließt. Aber Artie hatte ne echt geile Idee. Er hat gezaubert, macht er ja immer, und plötzlich brannte der ganze Laden. War ziemlich gefährlich, hat aber wenigstens die Bullen draussen gehalten. Die wollten lieber auf die Feuerwehr warten. So hatten wir Zeit, noch den Virus freizulassen. War ja Teil des Auftrags. Dazu sind wir in den Keller gerannt, weil Valerie der Meinung war, da wäre ein Computer ohne Passwortschutz. Blöd nur, dass da noch so ne Wand dazwischen war und Valerie leider nicht die Tür aufkriegte. Tali wollte dann durch die Wand brechen (typisch), musst ich dann aber klarmachen. Aber immerhin – schlauer Kopf, der Troll. Stick in den Computer, Virus druff und dann raus, aber schön hinterm Haus, bloß nicht der Feuerwehr in die Arme laufen, die mittlerweile schon feste am Löschen war.

Sind dann über den Zaun geklettert, Strom war ja noch aus, und durch den Park geflüchtet. Avni hat für Ablenkung gesorgt, sagt er, und dann ham mer uns wieder zusammengerottet. Sind dann am nächsten Morgen ins Hotel zu Morlock gefahren und haben das Manuskript abgegeben. ABER wir haben natürlich erstmal ne Kopie gemacht, so zur Sicherheit. Morlock war total zufrieden mit uns und hat uns ausgezahlt. Ob wir denn noch was anderes für ihn erledigen wollen? Klar wollen wir, obwohl wir inzwischen im Geld schwimmen. Er will seine Hintermänner kontaktieren und meldet sich dann bei uns.

So einfach kann das sein.

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Nix mehr Zahltag

Na toll. Nun hamse uns rausgeschmissen, die von DocWagon. Arschgeigen. Klar, is ja auch unsere Schuld, dass dieser Schäfer davongerannt ist, statt sich einsammeln und verarzten zu lassen. Liegt nicht dran, dass die Akte von DocWagon von beschissenen Nagetieren angelegt worden ist. Wennse alles so gründlich machen, kann man ja froh sein, wennse… Was soll’s. Wir mussten also alle der Reihe nach antanzen und die ham uns dann so einen Wisch unter die Nase gehalten, den wir unterschreiben sollten. Blabla, blablubb, 1000 Nuyen als Entschädigung, blabla. Wollten uns auch noch über den Tisch ziehen, weil drin stand, dass se unsere Ärsche an HanseSec verkaufen. Avni ist das aufgefallen und der hat uns gewarnt, dass wir das bloss nicht unterschreiben sollen. Der ist echt ganz schön schlau. Ham mer dann auch nicht, na ja, keiner bis auf Iv, die war leider zuerst dran und hat’ s nich gesehen. Aber was soll’s, glaub nich, dass da was passiert, war ja nich unsere Schuld. Simmer also ohne richtige Arbeit. War eh Scheiß langweilig da.

Gut, dass sich schon was anderes ergeben hat. Avni kriechte ne Nachricht von einem Schamanenkumpel von ihm, der brauchte Leutz für nen Job und hatte gehört, dass wir nun auch im Geschäft sind. Tali heisst der und isn Troll. Noch dazu n ziemlich großer. Scheint aber ganz ok zu sein. Der Auftrag kommt aber gar nicht vom ihm, er is nur Vermittler. Wir sind dann mit ihm zusammen in ein schickes Hotel gefahren, um den Auftraggeber zu treffen. Ein Herr Morlock. Der is n komischer Vogel. Total ungesund und dreckig. Wohnt in seinem eigenen Dreck im Hotel. Seltsam. Aber der war auch gar nicht der Auftraggeber, sondern auch nur ein Vermittler. Auftrag is: Einbrechen in einen Verlag (Sylvan Information Systems, so ne Elfenpostillenklitsche) und das neue Buch von einem gewissen Herrn Eran klauen. Keiner weiss, was das für n Schmöker ist, worum es geht, wie der heisst oder so. Nur, dass das einzige Exemplar ein Manuskript ist, das da im Verlag rumliegen soll. Wie wir es erkennen? Es ist mit der Hand geschrieben! Wer macht n sowas? Muss wohl ziemliche Langeweile haben , der Eran. Und dann sollen wir noch einen Virus da in den Computern freilassen, nur so um sicher zu gehen. Wir haben keine Ahnung, wer die eigentlichen Auftraggeber sind und was das alles soll. Aber klingt nicht allzu haarig und die Bezahlung ist gut (10.000 Nuyen), also sagen wir halt ja.

Dieser Verlag is am Rand von Planten und Blomen, ganz viel Schamanenkram da in der Nähe. Avni und Tali kannten den Laden auch schon, da gibt’s ne Bibliothek. Sah auf den ersten Blick nicht so aus, als gäb’s da groß Probleme. Wir sind dann zur Sicherheit am Abend im Dunkeln hin, irgendwie wollten die noch schauen, ob es da Geister gibt oder andere Wächter, die keine Menschen sind. Offenbar aber nicht, also ham wer beschlossen, dass wir gleich einsteigen. Valerie wollte mal zeigen, was sie so drauf hat, aber dem Troll dauerte das wohl zulange, also hatter das Tor aufgerissen. Die Haustür hat Valerie dann aber geknackt, unauffälliger und so. Avni (oder sein Geist? der hat irgendsone Projektion gezaubert…) hat dann noch gemerkt, dass da eine Type im Keller sitzt, sonst ist der Laden aber komplett leer. Avni hat ausserdem gesagt, dass es ein ganz tolles Zimmer gibt, in das wir unbedingt zuerst müssen. Ich hab nicht kapiert, warum und woher er das weiss. Aber in dem Zimmer hat Gulli einen Safe gefunden. Drin war ne Pistole, ne Menge Geld und Erpresserfotos (?), auf denen ein Elf beim Ficken mit ner Menschenfrau zu sehen ist. Keine Ahnung, wer. Valerie hat dann den Computer angemacht, der auch da war, weil wir ja den Virus und so… Ging aber nix, Passwort. Dann war der auf einmal gesperrt. Toll. Hättse ja auch gleich sagen können, dass sie das gar nicht kann, so mit Gewalt nen Computer knacken. Das kann noch heiter werden, mit dem Virus. Wahrscheinlich kriegenmer dann wieder Stress mit Morlock, weil wir zu doof sind… Nickbert hatte dann die gute Idee, mit nem Zauber nach dem Buch zu suchen. Und das klappte auch ganz gut, er ist sich sicher, das Teil ist im ersten Stock des Hauses. Was der alles kann…

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Zahltag

Sooo,

es klingelt in der Kasse. BÄM! Aber der Reihe nach.

Wir tingeln wie geplant in den total hippen Club Nosferatu, Herrn Richards treffen. Natürlich mit entsprechendem Werkzeug, blöd simmer ja nich. Also Valerie und Artie ganz auf schick und schnieke, Iv und Nickbert und ich mit Wummen, jeder halt wie er kann. Gab auch keine Probleme, auch nich wegen der Knarren, der Richards is wohl total wichtig da. Vielleicht gehört ihm der Laden ja. War dann so ne alte Kirche, Gruften als Besucher, aber auch nicht gestörte Leute, die waren dann so am Rumtanzen. Die Gruften eher nich. Drogen gab’s zu kaufen da, ganz offen, aber davon hammer die Fingers gelassen. Besser so.

Sind dann gleich in die Privatabteilung von Richards gelatscht, der war auch echt froh, dass wir ihn besuchen. Avni hat dann gleich die Hosen runtergelassen und ihm erzählt, was wir machen und was wir wollen. Hatten wir ja auch so beschlossen. Richards fand’s wohl gut und hat uns angeboten, dass wir die Infos kriegen, die uns fehlen, und 5.000,- Nuyen, falls wir ihm das Cyberauge verkaufen. Hammer dann auch gemacht. Schien uns ok. Für wen er arbeitet, hatter uns nich verraten. Dann durften wir auf seine Rechnung noch ordentlich Spass haben. Hatten mer auch. Vor allem Iv.

Tags druff kam auch schon Nachricht von Alpha Blue. Treffen im Hafen. Die war leider nicht so happy, dass wir Mutlitech nicht ordentlich in den Arsch getreten haben. Isse aber selber Schuld, die Zicke. Hättse halt sagen sollen, was Sache ist. Buhu, ich bin so geheim, aber wenn ihr meine Gedanken nicht lesen könnt, mag ich euch nimmer. SSSSS.

Na ja, wir ham ihr dann die Infos in die Hand gedrückt, haben sie herzlich umarmt und geküsst und sie hat sich tränenreich von uns verabschiedet. Fast. Gully hat uns rausbuchsiert, waren wohl Leute da mit Knarren auf uns angelegt. Sehr unsympathisch. Arschgeigen halt.

Am nächsten Tag hatten wir dann die Kohle von Alpha Blue aufm Konto – allerdings hat sie unsere Bezahlung gekürzt. Unverschämt. Die soll mir bloss nochmal begegnen, dann geige ich ihr die Meinung. Immerhin, fette Kohle alles in allem. Und ab nächster Woche arbeiten wir ja bestimmt auch wieder für DocWagon. Oder unseren neuen besten Kumpel Richards. Alles gut.

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Viel Blei, wenig Neues

Während Art und Iv die Stellung halten, machen sich die anderen noch einmal auf den Weg zum seltsamen Tunnelabschnitt. Dort angekommen findet sich leider nur bereits Bekanntes: Der Abschnitt ist astral verunreinigt, an den Wänden wächst kein Moos, keine Flechte mehr. Als sie aus Richtung des Krematoriums Schüsse hören, eilen sie zurück. Iggy fällt dabei zurück.

Iv und Art sind derweil dem Ursprung der Schussgeräusche: Aus dem Dunkel des Tunnels wird auf sie geschossen. In Anbetracht der unbestimmbaren Gegnerzahl und des unvertrauten Terrains entscheiden sie sich für den Rückzug in die besser zu haltenden Räume des Nekroplex. Trotzdem wird Art angeschossen und schwer verletzt.

Iggy trifft auf einige Ghoule, mit denen er ‘verhandelt’ und erfährt, dass es zwei ‘Feuerdinger’ waren, die im Krematorium und im Tunnel gewütet haben.

Angeschlagen und ohne Hoffnung auf weitere Hinweise im Nekroplex oder in der Kanalisation beschließt die Gruppe, Feierabend zu machen. Gut ausgeruht ergeben Recherchen, dass Hanseatic Management (die Firma, die dem Nekroplex regelmäßig größere Geldsummen überweist) eine Tochterfirma der PNO (Pecunia non olet) ist, einer Müllbeseitigungsfirma mit Sitz in der City Nord und seltsamer Personalpolitik, die darauf hindeutet, dass es sich nur um eine Briefkastenfirma handelt.

Ohne heiße Spur entschließt ma sich schließlich zu einem überfälligen Schritt: Kurzerhand wird für den Abend ein Termin mit Steve Richards vereinbart, der sich am Telefon überraschend jovial, fast erfreut, gibt. Club Nosferatu ruft…

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Momsen, Nekroplex und Feuerwesen

Im Büro von Herrn Momsen (Leiter Ohlsdorf Nikroplex )
- Vor mehreren Monaten bekam er Anfrage, alle anfallenden Leichen statt zu kremieren durch die Luke im Gang zum Krematorium in die Kanalisation zu entsorgen. Dafür erhält er die monatlichen Zahlungen
- „Explosion“ im Haus war „Rächer“ aus der Luke. Dieses Etwas hat alle umgebracht, die was mit der Entsorgung der Leichen zu tun hatten und noch einige Unbeteiligte. Nur Nommensen lebt noch von den Beteiligten / Wissenden.
- Auch die Leiche von Stephan Alexender wurde entsorgt.
- „Rächer“ war rote Feuermasse, lebende Flammen (wir vermuten es war ein beschworener Spirit)

Im Gang zum Krematorium
Ignatius: öffnet Augenklappe, schaut in den Schacht, beim Hochsehen sieht er ca. 60-jährigen, dürren Mann im Astralraum, der an der Tür vom Krematorium lehnt. Er heißt Abraham (wir nehmen an, er ist der Hausgeist)

In der Kanalisation
Treffen auf Goule oder Homeless; auf dem Rückweg finden wir Gang, der sauber ist, vermutlich vom Feuergeist; eine Kondolenzkarte findet sich vom Ohldorf Nikroplex; im letzten Drittel des Ganges finden sich viele Einschußlöcher / Schrapnelllöcher, sonst ist der Gang peinlich sauber

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Inside Nekroplex II

(Aus den persönlichen Notizen von Iv)

Lagebericht zur Mission Nekroplex:

Wir sind jetzt schon seit einiger Zeit in der Nekroplex-Pyramide unterwegs und konnten drei Wachmänner ausschalten, die uns in die Quere gekommen sind. Die Grabnische von unserem Cybereye-Besitzer war leer und hier gibt es wohl einiges zu erklären.
Valerie hat am Computer rausgefunden, dass der Manager von dem Laden hier – ein Thadeus Momsen – über Nekroplex 50.000 Schleifen im Monat von Hanseatic Management aufs Konto bekommen hat. Sieht ganz so aus als ließe sich das Dreckschwein für Leichen- und Ersatzteilhandel schmieren.
Avni hat über den Astralraum rausgefunden, dass sich noch einige Personen im Gebäude befinden. Vor allem auch in der Chefetage: Der Typ ist fällig! Außerdem hat Avni unten am Deckel zur Kanalisation so ein „magisches Leuchten“ entdeckt – wie bei der Drecks-Katze die mir die Knochen zerschrammt hat.
Schließlich kriegen wir einen weiteren Wachmann in die Finger und der erzählt uns, dass sie seit der „Explosion“ Sonderschichten geschoben haben. In dem Gebäude hier war offensichtlich ein Feuerwesen unterwegs, dass plötzlich auftauchte und Leute umgebracht hat. Bei der Sauerei die hier ablief kein Wunder! Wird Zeit mit dem Boss hier zu reden…
Wir fahren per Fahrstuhl in den 4. Stock, wo wir die IT und den Serverraum finden. Dazu noch weitere Lagerräume. In den 5. führt eine Treppe, an deren Ende die verschlossene Tür zum Chefbüro liegt. Ich versuch die zu öffnen und schon fliegen mir die Kugeln aus der Pistole von Momsens Bodyguard um die Ohren. So langsam geht mir dieser Job ernsthaft auf den Sack!
Aber nach einem kleinen Schusswechsel überredet Avni die beiden dazu mit uns zu reden…klar, wir brauchen Infos, aber ich würde dem Chef-Typen gerne mal per Faust ins Gesicht zeigen, was ich von ihm halte….

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Wohnungsbesichtigungen

Liebes, gutes Tagebuch. Ich sitze hier bei einem türkischen Mokka in Avnis … Kommune und bin heilfroh, dass ich eine Ausrede habe, nicht in meine Wohnung fahren zu müssen. Bittersüß wie mein Soja-Mocca ist es, an diesem Ort zu weilen. In diesem Haus voller Familienmitglieder, in dem jeder Freund von Avni einfach nur das ist – ein Freund. Das weckt Erinnerungen daran, wie es ist, ein echtes Zuhause zu haben und nicht nur eine Unterkunft. Außerdem habe ich unbewusst Angst davor, wer bei meiner Wohnung auf mich warten könnte. Aber nein, wenn man es denkt oder gar schreibt, dann ist es ja nicht mehr unbewusst … Mein Gott! Jetzt langweile ich mich schon selbst! Da hilft nur, die Gedanken flugs zu den spannenden Vorkommnissen des noch jungen Tages fliegen zu lassen:

So wie es aussieht, ist die sentimentale Nazi-Gespielin, die wir der Freiheit, sich umzubringen, beraubt haben, nun auch jenseits von Böse. Ein weiteres Opfer der Unterhaltungselektronik. Will sagen, ein sinnvolles Gespräch mit ihr ist unwahrscheinlicher denn je. Nur jene ärztliche Hilfe, die man mit viel Nuyen kaufen kann, würde sie nun noch retten.

Ah, leiderprobtes Tagebuch, anscheinend geht es gleich weiter zu neuen, prächtigen Heldentaten. Wir sprechen uns später …

So, braves Tagebuch, nun sitze ich wieder in Avnis Bus und kann Dir von den augusten Ereignissen der vergangenen Stunden berichten: Aus unerfindlichem Grund waren wir der Auffassung, dass sich eine fehlende Chip-Sache aus Stefan Alexanders Cyperauge vielleicht noch in der Wohnung unserer Emma Braun befinden könnte. Also fuhren wir erneut zum Katzenmordort, um nach so einem verdammten Ding zu suchen. Und, ach ja: Auf dem Weg dorthin haben wir unsere fortgetretene Fascho-Femme-Fatal noch in ein Krankenhaus eingewiesen, zusammen mit einer leidlich großen Menge Geldes. Danach ging es dann wieder in den humorvoll benannten Stadtteil „Hoffnung“.

Da Nick, unsere kleine russische Bauernweisheit, offenbar auf Detektionszauber spezialisiert ist, war er der Zwerg der Stunde und machte sich folglich auf den Weg zu Emmas Ex-Wohnung. Dieser Weg wurde ihm jedoch von „besorgten Nachbarn“ verstellt, die im Übrigen auch bereits Emmas Habseligkeiten ausgeräumt hatten und die wenigen Wertsachen zum Verkauf anboten. Was nun folgte, war eine beeindruckende Demonstration der Tatsache, dass große Intelligenz nicht zwangsläufig mit Schlauheit oder gar Friedfertigkeit einhergeht. Nicks Drohung, seine Gesprächspartner „abzuknallen“ verdient einen Eintrag ins Schwarzbuch der Diplomatie und ließ uns um einen Übertragungsfehler des Funkgeräts beten. Zum Glück konnte Nick eine Eskalation doch noch vermeiden und kehrte zu uns im Bus zurück. Als Plan B durfte ein weiteres Mal Onkel Unsichtbar herhalten. Da ich indes keinen Schimmer habe, wie solch ein Chipding ausschaut, wurde ich freundlicherweise von Avni im Astralraum begleitet. Außer einer großen Verunreinigungswolke in jenem Astralraum, die zweifellos durch das Leoparden-Lynchen entstanden war, gab es dort aber leider nichts von Interesse zu entdecken.

Einigermaßen entmutigt machten wir uns nun auf die Suche nach einer neuen Spur. Bei unseren Recherchen fanden wir Stefan Alexanders Todesanzeige, aufgegeben von seinem Arbeitgeber Multitech. Darin stand zu lesen, dass Alexander bei einem Autounfall gestorben sei und man mangels Familienangehörigen doch bitte von einem persönlichen Abschied absehen solle. Wie wir außerdem feststellten, hatte es kürzlich in dem Ohlsdorfer Nekroplex, in dem Alexander beigesetzt sein soll, eine Explosion gegeben, die 15 (Meta-)Menschen das Leben gekostet haben soll. Angeblich soll ein Gasleck der Auslöser gewesen sein.

Mehr als genug Gründe für uns, um die Fahrt zu besagtem Nekroplex in Ohlsdorf anzutreten. Für mich hat sich die Fahrt schon aus ästhetischen Erwägungen gelohnt. Ohlsdorf ist ein ungeahnt schöner Stadtteil, wie ich feststellen konnte. Und die Nekroplex-Gebäude sind architektonische Perlen. Beruhigend, dass es zumindest im Tod möglich ist, in dieser Stadt stilvoll zu residieren. Alexanders Nekroplex-Bauwerk ist eine schwarze Pyramide mit Romben aus Obsidian, in der ein hässliches Detonationsloch prangt. Der Parkplatz davor war leer. Wie wir dann feststellen durften, war dies aber auch kein Wunder, denn das Gebäude war noch immer für den Publikumsverkehr geschlossen. Eigentlich ist es ja auch mal ganz erfrischend, zu einem Gebäude zu fahren, in dem sich eine schreckliche Tragödie ereignet hat, noch BEVOR wir dort angekommen waren. Aber wer weiß, der Tag ist ja noch lang. Reichlich Zeit also für ein paar selbstgemachte Tragödien …

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Club 88

Hatte gleich kein gutes Gefühl, das kann ich Euch sagen. Illegaler Rave, und dann auch noch von den Arschgeigen der Eisernen Legion veranstaltet. Aber ham ja sonst keinen Plan, wie wir diesen Boxer finden sollen. Und nur der kann uns verraten, wo er das Cyberauge ergattert hat. Club 88 nennen die das hier. Unser Anzug-Artie hat irgendwas vonnem Präsidenten oder so geredet, der soll wohl ein übler Hund gewesen sein. Und das war wohl 1988 oder er war 88 Jahre alt oder irgendwie. Is ja auch Wurscht.

Reinkommen klappt ganz gut. Kein unnötiger Streit, aber unsere dicken Wummen lassen mer draußen. Drin war’s laut und voll und unübersichtlich. Nach ner Weile finden mer dann aber doch ein paar von den Kerlen und grad, als wir locker am plauschen sind stürmt HanseSec den Laden. Klar doch. Geht auch ziemlich gut zur Sache – lustiges Geballer auf allen Seiten. Wir entscheiden uns aber, da nich mitzumischen. Bringt ja auch nix. Die Typen von der Legion wissen, wo’s rausgeht und nehmen uns mit. Das kostet uns dann 200 Credits pro Kopf und führt uns direkt in die drecks Elbe. Geiler Abend, echt. Kohle los, verdreckt, und noch immer kein Boxer. Ahso, hätt ich fast vergessen: der ist inzwischen tot. Also, war er natürlich schon vorher. Jemand macht Jagd auf die Legion und macht nieder, was er niedermachen kann. Und den Boxer hat’s eben auch erwischt. Tjoa. Wahrscheinlich isses der Herr Profikiller im Auftrag von Multitech, weiter aufräumen und so. Einen Tipp gibt uns die Legion aber noch, bevor sie uns in der Suppe stehen lassen: die Freundin von Boxer heisst Emma und wohnt in Hoffnung. Das ist so ein Wohnkomplex in Harburg. War mal n Wohltätigkeitsgedöns vonner Stadt, ist aber verranzt. Na ja.

Hol mer also Avnis Karre (ist noch da, Glück gehabt man) und fahr mer hin da, gleich ohne Pause und so, wir wollen ja nicht schon wieder zu spät kommen. Im Hans Albers, soner Eckkneipe da, finden wir raus, wo die Emma wohnt. Die macht aber dann die Tür nicht auf, obwohl wir echt nachdrücklich laut klopfen und ihr immer wieder versprechen, dass wir nix Schlimmes wollen und nur helfen und so. Avni macht schon wieder so ne Geistersache. Ruft einen und schickt den in die Wohnung. Ziemlich unheimlich. Der hat dann berichtet, dass ne Frau im Wohnzimmer rumgammelt und noch ne dicke Katze. Valerie macht dann die Tür auf, während Artie, Nickbert und ich vom Dach aus reinklettern wollen. Iv, Valerie und Avni gehen dann vorne rein. Iv will die Katze wegsperren, aber das hätte sie wohl lieber bleiben lassen. Das Viech wird auf einmal riesig groß und mit mords Krallen und Zähnen und geht auf Iv los. Iv macht sie natürlich nieder, kriegt aber übelst uffe Omme.

Wir kümmern uns dann so um diese Emma, die hat sich in ein Trid eingestöpselt und macht nen Dauerrundflug durch ihren letzten Urlaub mit Boxer. Sicherungen geknackt und auf Endlosschleife gestellt. Offenbar auch schon ziemlich lang. Hat sich total vollgepisst und so. Avni meint, man kann ihr vielleicht noch helfen. Stöpseln sie also ab und Avni kümmert sich um sie.

Icki schleift währenddessen die tote Katze nach draussen, damit Emma die nicht sieht. Macht aber Sauerei ohne Ende. Zum Glück muss ich nicht die Katzenreste aus dem Scheiß Treppenhaus wischen. Brrr. Dabei fällt ihm auf, dass ein paar besorgte Nachbarn sich zusammenrotten – ham wohl die Schüsse gehört – und rüber kommen. Is ja klar – die wollen sehen, ob man Reste verwerten kann. Soll mer die nun niedermachen? Gully und ich beziehen schon mal gewieft Schussposition.

Die Emma ist immer noch ziemlich kaputt, kann uns also nich helfen. Und dann macht Artie was Krasses: er zaubert so ne Illusion von der Emma her und lässt die mit den Nachbarn reden. Und die fallen auch noch drauf rein und ziehen ab. Wenn Arties Eltern das gesehen hätten, würden sie bestimmt anders über ihren Sohnemann denken. Zieh ich meine Mütze vor. Wie er vor Hans Albers.

In der Wohnung finden wir nix, also zumindest nix, was mit Boxer zu tun hat. Wir beschliessen dann, die Emma mit zu Avni zu nehmen. Der hat ja so medizinsche Ausrüstung zuhause und auch sein Zauberzeugs, damit soll es ihr dann besser gehen. Wir nisten uns vorübergehend also da ein. N bisschen seltsam da. So ne Art Kommune oder so. Und alle reden türkisch. Aber sind wenigstens alle freundlich und wir auch richtig müde…

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