Shadowrun-HH

Das ist kein Astrolabium.
Ein Gemeinschaftswerk

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Ey Valerie, weisst doch ganz genau, dass Artie nich mit seim PDA umgehen kann… oder hatter nu auch noch was für einen Medienkurs ausgegeben?

-Pauly

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Da wird was geboten!
Bezahlte Einkaufstouren.

Ach, liebes Tagebuch, wie froh bin ich doch, dass ich diese Zeilen in einem richtigen Hotelzimmer schreiben kann! Mit einer richtigen Dusche, einem echten Bett und wirklich keinem einzigen Gecko an den Wänden! Warum dieser maßlose Luxus, höre ich Dich fragen? Weil wir dem Massenmetamenschenmoloch entkommen sind und uns nun vergleichsweise in einem Dorf befinden – und zwar in Ife, der etwa 300.000 Einwohner zählenden Hauptstadt von Yoruba, einem Kleinstaat nördlich von Lagos. Hier residieren wir im „Grand Royal Hotel“. Ein passender Name, denn im Vergleich zu Lagos fühlt sich Ife wahrlich großartig und königlich an. Uns Besuchern präsentiert sich hier ein ganz anderes Afrika, das sich offenbar redlich müht, klischeehafte Erwartungen zu erfüllen. Ife ist bunt, beschaulich und mutwillig gut gelaunt. Man sieht hier wenig Waffen und überhaupt keine Area Boys. Auf einem Hügel im Zentrum dieser Kleinstadt-Idylle thront der Palast des lokalen Königs Adegoke. Rund um diese auguste Anhöhe drängt sich ein Nobelviertel, in dem man zum Beispiel Casinos, Hotels und Kirchen aller Art besuchen kann. Wo dieser Wohlstand wohl herkommt? Das wollen wir lieber nicht fragen. Nein, nein.

Aber wir sind ja auch nicht wegen der Sehenswürdigkeiten hier. Wir sind hier, um Ife ein klein wenig gefährlicher zu machen. Zu diesem Zweck haben wir auch vor unserem Entkommen aus Lagos noch dem berühmten Waffenmarkt Dudu Dudu Oja einen Besuch abgestattet. Ich sage Waffenmarkt, liebstes Tagebuch, dabei sollte ich eigentlich Waffenstadtteil sagen. Ein ganz erstaunlicher Ort. Umgeben von einem hohen Zaun scheint dieses Marktdistrikt aus einer europäischen Stadt herausgesägt worden zu sein – komplett mit seinen überwiegend weißen Passanten. Man möchte diesen Ort fast beschaulich nennen, wenn nicht in jedem Schaufenster und von jedem Ladengeschäft Waffen aller Art feilgeboten würden. Vom Schweizer Taschenmesser über Chemiewaffen bis zum Panzer kann man alles kaufen, was Lebewesen schaden könnte. Ironischerweise ist dies ein neutraler Ort des „Friedens“, in dem Terroristen Seite an Seite mit Konzern-Security schaufensterbummeln. Auch wir haben uns hier ordentlich bewaffnet. Ich selbst bin nun endlich im Besitz einer Super Warhawk! Freilich eine Damenwaffe im Vergleich zu dem, was meine lieben Kollegen zum Teil erstanden haben. Aber ich habe mir diesen schönen Revolver ja ohnehin eher zum Spaß zugelegt.

Und den werden wir bestimmt auch in Ife wieder im Überfluss haben. Wie? Was wir hier eigentlich machen? Mensch, Du ahnungsloses Tagebuch! Wir sind doch noch immer auf der Suche nach dem sagenumwobenen Astrolabium, das für Nadine Schmidts Auftraggeber einen ach so hohen ideellen Wert hat. (Magie, ick hör Dir trapsen!) Der König veranstaltet nämlich am Sonnabend die größte schwarze Auktion Nigerias. Nein, das ist leider kein plumpes Wortspiel. Und auf dieser Auktion könnte nach unseren Informationen das begehrte Astrolabium versteigert werden. Und unsere zu schützende Person Nadine hat uns für dieses Großereignis angemeldet. Warum eine offenbar recht heiße Hehlerware öffentlich (wenn auch „schwarz“) versteigert wird, muss wohl jemand anders verstehen. Wir werden ja schließlich nicht fürs Denken bezahlt. Ganz im Gegenteil.

Da heute erst Mittwoch ist, haben wir aber noch bequem Zeit, um Unfrieden zu stiften. Und weil die Auktionsartikel vorab im Palast ausgestellt werden, haben wir beschlossen, dort anzufangen. Der Palast selbst ist ein bemerkenswertes architektonisches Monument, das maurische und (wenn ich mich nicht sehr täusche) westafrikanische Stilelemente geradezu bestürzend harmonisch in sich vereint. Im Innenhof des Palasts herrscht ob der bevorstehenden Auktion Volksfeststimmung, die sich in Form eines (Jahr-)Marktes äußert. Am Eingang der Ausstellung herrschten strengste Sicherheitsvorkehrungen. Ich musste doch tatsächlich meinen Fokus zu Verwahrung abgeben, und auch unsere Waffen wurden eingesammelt. Letzteres störte mich freilich nicht, da ich ja keine Waffe brauche, um entsetzliches Unheil anzurichten. Und wenn mir jemand hilft, dann kann ich sogar jeden Minderjährigen zermanschen, der …

Ach, ach, Du armes Tagebuch! Jetzt habe ich Dich wieder deprimiert. Sicher beneidest Du unseren Weggefährten Oku, den rein gar nichts zu tangieren scheint. Eine Maschine, die nichts fühlt. Wie gebaut für diese Welt. Irgendwie merkt man immer recht plötzlich, wie müde man doch eigentlich schon die ganze Zeit über ist. Ich sollte schlafen. Unsere heldenhaften Abenteuer müssen an anderer Stelle weitererzählt werden.

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Aberglaube - Am Arsch!

Soo, schnell im Schneckentempo zum Hafen, Pier 3, wo wir einen Piraten der sieben Meere, Obu vom Stamm der Fanti, treffen sollen.der Hafen ist mitten in der Nacht ziemlich einsam und verlassen, lediglich im Territorium der großen Corporations ist noch Betrieb. Obu und seine drei Leibwächter sind ziemlich finstere Gesellen, mucken aber nich weiter. Bloed nur, dasse auch nich mit Valerie sprechen wollen, die wir vorschicken, damit sie die Verhandlungen für uns führt. hübsches Gesicht und so. Interessiert Obu aber nicht, scheint wohl so, dass er einer von den Typen ist, die nur dicke Muskeln oder dicke Wummen als Zeichen der Führung Stärke akzeptieren. Vielleicht isser auch einfach nur schwul. Jedenfalls verhandelt er lieber mit mir. Ich sach ihm also, was wir wollen, er laesst sich ordentlich von Nadine Hawala Tokens rueberschieben und verspricht, sich am nächsten Tag zu melden. Er selber weiss nix von Samriel. Wenigstens versteht er den Rest seines Geschäfts – Iv kauft ihm fast den ganzen Scheiss afrikanischen Busch ab. Medizinische Kräuter und so.

Bleibt uns also mal wieder nix anderes uebrig, als noch inner selben Nacht den Job mit der Maske durchzuziehen, weil’s dem Herren Kunsthändler so pressiert. Das verlassene Viertel ist wirklich total verlassen. Kein Aas weit und breit. N bisschen Viechzeuch kriecht vor Okus Karre weg, aber sonst nuescht. Wenigstens koemmer fahren und müssen nicht latschen. Ist aber schon ziemlich gruselig da, wenn man dran denkt, was da passiert ist. Sagt aber keiner was. Na ja, keiner bis auf Artie halt, aber der jammert ja immer. Faselt was davon, dass der Astroraum total Matsche ist. Weil der sonst ja auch total logisch und klar ist. Ja, nee. Is klar.

Unser Ziel ist ne alte Schule. Nickobertie sagt, dass da Geister spuken und dasser lieber beim Auto warten will. Im Hafen wollt er auch schon im Auto bleiben. Ich glaub, er ist ganz schön faul. Dann jammert er auch noch rum, weil es angeblich giftig ist und so. Das wussten wir ja schon vorher. Oku sagt, er kann ne Drohne rein schicken. Ist uns Recht. Vor allem dem faulen Zwerg. Und dann geht Okus Katze in die Schule! Seine Katze! Ist nämlich gar keine Katze sondern ein Roboter! Das ist mal praktisch. Wir können auf einem Schirm im Auto sehen, was die Katze sieht – und Zack, da hängt die Maske, wie angekündigt überm Kamin. Also rein da und die Treppe hoch – und auf einmal geht die Post ab! 3 Geister tauchen ausm Nichts auf, begleitet von mords Getöse und Gezeter. Valerie nimmt sofort die Beinchen in die Hand und rennt. Iv macht erst was Schlaues und ballert auf einen von denen, das fetzt auch ordentlich. Wahrscheinlich sind’s gar keine Geister sondern bloß Afrikaner. Dann fällt einer Iv an und gibt ihr ordentlich einen mit. Scheisse schnell die Kerlchen. Da macht Iv dann doch lieber was Dummes und rennt auch. Ich maeh dann einen weg – klappt doch – und nach ein paar weiteren Schüssen sind sie futsch. Schnell die Maske von der Wand und raus da. Geht auch schon wieder los mit dem Getöse, wohl noch mehr von den Gestalten im Haus.

Artie wirft dann noch einen Blick auf Ivs Wunde. Die ist irgendwie komisch veraetzt. Muss versorgt werden.

Dann simmer noch schnell die Maske abgeben. War hocherfreut, der Herr Kunsthändler. Hat uns dann verraten, dass das gesuchte Astronautendings auf einer Auktion verkauft werden soll. Und zwar im schönen Städtchen Ife, der Hauptstadt des Königreichs der Yoruba. Veranstalter ist der König der Yoruba, Adegoke heißt der. Und Oni, nicht König. Der Kunsthändler soll zusehen, ob er uns da rein bringen kann. Is ja nicht so, dass man einfach zu nem König auf Besuch reinschneien kann…

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Notizen gegen das Vergessen

Auf der Suche nach den Fanti, die Samriel möglicherweise ins Land geschmuggelt haben, führen Hinweise schließlich in die sympathische Bar ‘Die Nasty’. Der Wirt zeigt sich gegen eine Spende hilfsbereit und vermittelt einen Kontekt mit einem gewissen Obu. Um 22 Uhr soll ein Treffen mit ihm am Hafen an Pier 3 stattfinden.

Bis dahin ist noch Zeit totzuschlagen. Ókù findet heraus, dass ein Elijah Goldstein, wohnhaft im Crown Hotel im vornehmen Stadtteil Victoria Island, mit hochwertigen Antiquitäten handelt. Kurzerhand statten Art und Val ihm einen Besuch ab. Tatsächlich zeigt er sich willens, auf der Suche nach Samriel behilflich zu sein – allerdings nur gegen eine Gegenleistung, und nur gegen Vorkasse. Elijah möchte, dass das Team ihm einen Kunstgegenstand (eine alte Maske) aus einem derzeit leerstehenden und herrenlosen Haus besorgt. Der einzige Haken: Dieses Haus befindet sich im Stadtteil Surulere. Dort wütete der VITAS-Virus Anfang des Jahrtausend besonders verheerend und kostete nahezu 100% der Bevölkerung des Leben. Bis heute ist der Stadtteil verlassen; die Einheimischen weigern sich, ihn zu betreten. Wie gut, dass das Runnerteam aufgeklärter ist und nicht zum Aberglauben neigt.

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Session #282

/exec sigmundfroid
>>>loading…
>>>initiating session
>>>calibrating personality matrix… 100%
>>>accessing session memory… 100%
>>>patient name: Olufunke Taylor
>>>time since last session: 6 days
>>>session#282 initiated

sigmundfroid: Guten Tag, Olufunke. Wie geht es dir heute?

patient: Mir geht es entsetzlich.

sigmundfroid: Warum geht es dir entsetzlich?

patient: Wegen Nadine. Sie hat ein rosafarbenes Halstuch getragen. Ich verstehe nicht, wie man ein rosafarbenes Halstuch tragen kann.

sigmundfroid: Wer ist Nadine?

patient: Die Deutsche, die mich angeheuert hat. Sind deine Speicherroutinen fehlerhaft? Ich hab dir vor 415, 398 und zuletzt vor 6 Tagen vor ihr erzählt.

sigmundfroid: Ich weiß, Olufunke. Wie hat Nadine dich verärgert?

patient: Sie hat mich nicht verärgert.

sigmundfroid: Wie hat ihr Halstuch dich verärgert?

patient: Es sah genau so aus wie die Schweine.

sigmundfroid: Welche Schweine meinst du?

patient: Wir waren beim Levente-Store…

sigmundfroid: Du und Nadine?

patient: …genau, und die anderen Deutschen.

sigmundfroid: Die anderen Deutschen?

patient: …genau, um dort Geld zu wechseln und Munition zu kaufen. Und da hat auch einer Schweine verkauft.

sigmundfroid: Wer sind diese anderen Deutschen?

patient: Nadines Leibwächter. Und die Schweine haben sich im Dreck gewälzt. In ihren Exkrementen.

sigmundfroid: Ich verstehe nicht, warum dich das so aufregt. Ist es nicht die Natur von Schweinen, sich im Dreck zu wälzen?

patient: Ja, aber ich habe gesehen, dass eines der Schweine etwas Kleines gefangen hat, eine Ratte oder einen Vogel, ich konnte es nicht mehr genau erkennen, aber es hat drauf gekaut, und das Blut und die Exkremente auf der Schnauze sahen genauso aus wie der Blutspritzer von dem Jungen auf Nadines Halstuch.

sigmundfroid: Blutspritzer auf Nadines Halstuch?

patient: Ja, und Staub. Es…

sigmundfroid: Das Blut kam von einem Jungen?

patient: Ja. Das Halstuch…

sigmundfroid: Lass uns kurz über den Jungen reden. Wer ist dieser Junge, und warum hat er geblutet?

patient: Der hat die Deutschen bestohlen, und dann haben die ihn umgebracht.

sigmundfroid: Sie haben ihn umgebracht?!? Einfach so?

patient: Ich glaube, es war keine Absicht. Sie haben Magie benutzt. Man sollte keine Magie benutzen. Sie ist sehr unberechenbar und ergibt auch keinen Sinn.

sigmundfroid: Und wie war deine Reaktion darauf?

patient: Ich war ein bisschen erschrocken. Ich wusste nicht, dass sie Magier sind!

sigmundfroid: Ich meine, wie hast du reagiert, als sie den Jungen umgebracht haben?

patient: Mir wäre es lieber gewesen, sie hätten ihn nicht umgebracht. Erst wollte ich ihn selbst erschießen, aber dann hab ich gesehen, dass er höchstens 14 war. Und dann wollte ich ihn nicht mehr erschießen.

sigmundfroid: Findest du, dass es Situationen gibt, in denen es gerechtfertigt ist, Jugendliche zu töten?

patient: Hätten die Deutschen es nicht getan, hätte der Mob ihn wahrscheinlich verbrannt. Können wir noch einmal über das Halstuch reden? Es hat mich sehr gestört, dass es so aussah wie das…

sigmundfroid: Du hast meine Frage nicht beantwortet, Olufunke. Findst du, dass Töten manchmal gerechtfertigt ist? Auch, wenn das Opfer ein sehr junger Mensch ist?

[4.2 sec pause]

patient: Wenn er etwas sehr Schlimmes getan hat, ja.

sigmundfroid: Hat der Junge dich an etwas erinnert, Olufunke?

[6 sec pause]

sigmundfroid: Olufunke?

>>>session terminated
>>>session log created

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The Smelly Armpit of Africa
Ankunft in Lagos

Immer noch schweres Feuer im angrenzenden, dichten Dschungel. Der Widerschein der Granateneinschläge wirft immer wieder ein gespenstisch flackerndes Licht auf die Notgelandeten. Oku versucht fieberhaft, die Triebwerke wieder zum Laufen zu bringen, während die Runner abwechselnd Wache schieben. Glücklicherweise passiert ihnen nichts weiter.
Am nächsten Vormittag ist es soweit: die Triebwerke laufen wieder! Oku startet und lenkt die alte Cessna Richtung Muhammad International Airport, Lagos, Nigeria.
Oder auch bekannt als: The Smelly Armpit of Africa.
WhitePower88

Nach einer Bilderbuchlandung schickt Nadine die Runner mit dem Gepäck zum Auto; sie selbst muss noch einigen Papierkram bei den „Einwanderungsbehörden“ erledigen. Die Airport Security kassiert die Einreisesteuer, und die Runner verlassen das Flughafengebäude. Draußen stehen sie dann vor dem Paradebeispiel afrikanischen Verkehrs. Zusammen mit Nadine geht es los Richtung Hotel „B Plus“.
Hahaha, Airport Security! Diese Flachpfeifengang, nächstes Mal krigen die ne Granate zu fressen!
KaBoom33
B Plus? Ist das nicht das Drecksloch mit dem – wie soll ichs sagen – Etablissement im Keller? Bäh, Z Minus!
Kring

Ungewohntes ist für die Runner zu sehen: die schiere Menge an Menschen, die sich neben Großraumtaxis und den vielen schwirrenden Motorrädern in einer endlos erscheinenden Melange auf den Straßen entlang bewegen, ist doch ein extremer Gegensatz zum geordneten Verkehr Hamburgs. Laster, die eingepferchte Tiere/Sklaven/Soldaten transportieren, donnern hupend in die Menge, die respektvoll genau so viel Platz macht, dass es möglichst keine Toten gibt. Die Hitze, das Ungeziefer und der zähe Verkehr (Oku erreicht einen Geschwindigkeitsdurchschnitt von 10 km/h) zehren an den Gemütern.
Deshalb ziehe ich in Lagos auch das Operieren per Drohne vor; da schafft man wenigstens vernünftig Strecke am Tag!
NiggaRigga

Vier Stunden später kommen die Runner endlich am Hotel an. Es ist ein liebloser Plattenbau in der Altstadt, vor dem ein Sicherheitsmann mit AK97 Wache hält. Der Manager begrüßt die Gruppe freundlich, fast überschwenglich. Es gibt einen Raum für die Mädels und einen für die Jungs. Auch das Stockwerk wird bewacht, und zwar von einem freundlichen Menschen namens Peaceful. Gegen eine geringe Gebühr versichern sich die Runner, dass ihre Habseligkeiten auch auf den Zimmern bleiben, selbst wenn sie sich zu Streifzügen durch diese faszinierte Stadt aufmachen. Nach Begutachtung der sanitären Einrichtungen im Innenhof stärken sich die Runner ersteinmal mit Wasser und echtem europäischen Bier, welches sie beim Manager erstanden haben. Mal sehen, was diese Stadt noch zu bieten hat.
Diese ständigen Gebühren, Zölle, Abgaben und wie sich das noch schimpft: So viele Nebenausgaben hatte ich mein Lebtag noch nicht. Lagos ist unerreicht!
Kring
Aber dafür kann man in einem Umfeld arbeiten, in dem keine Gesetze gelten und es mit der allgemeinen Moral auch nicht weit her ist. Ist mir lieber als im konservativen Europa. Hier stimmt die Auftrags/Einnahmen-Ratio!
Barbarinella
Sanitäre Einrichtungen- HA!! Hatten die die Erdlöcher schon ausgegraben, oder durftet ihr armen Schweine das auch noch selbst machen? Und, hatten die Bierflaschen bei euch auch keine Etiketten? Wohl bekomms!
WhitePower88

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Shootingtermin mit Eingeborenen

Oh, Du schönes Tagebuch! Du ahnst ja nicht, wo ich gerade bin. Nein, nicht Bielefeld oder Mannheim. Ganz kalt. Hier ist es viel wärmer. Fast am Äquator. Immer noch keine Ahnung? Nein, wie auch. Irgendwie glaube ich’s ja selbst nicht.

Ich, wertes Tagebuch, befinde mich in Nigeria. Genauer gesagt in einer Brandschneise mitten im Busch, nicht allzu weit entfernt von Lagos. Genau, Lagos, bevölkerungsreichste Stadt Afrikas, in der ein Menschenleben nicht mal eine Ohrenspitze wert ist. Wir werden blendend dort hineinpassen. Überhaupt passt Afrika gut zu uns, denke ich.

Hier sitze ich nun, in unserem kleinen Flugzeug, das hier notlanden musste, weil es von einer Bande von Orks des Ibo-Volkes abgeschossen wurde. Diese armen, törichten Ibos haben dann den Fehler gemacht, uns anzugreifen – vermutlich, weil sie uns für fette Beute hielten. Wenn sie gewusst hätten, wen dieses Flugzeug trägt, wären sie so schnell wie möglich in die andere Richtung gerannt. Aber sie wussten es nicht. Und so haben wir sie massakriert. Eigentlich sehr passend, dass hier in der Wiege des (meta-)menschlichen Lebens das evolutionäre Recht des Stärkeren noch so pur Anwendung findet. Wir leben, die Ibo sind tot. Wir waren stärker. Ganz in der Tradition ach so vieler Besucher aus dem fernen Europa.

Unser Pilot, eine unheimliche Menschmaschine names Oku, ist ganz scharf auf ein Geschütz, das die Ibo auf einen Jeep geschraubt hatten. Ich glaube, er nannte es Pantherkanone. Tja, ich gebe zu, dieser Oku beschäftigt mich. Er wirkt ja ganz freundlich. Oder vielleicht sollte ich lieber sagen, ES wirkt ja ganz freundlich. Schließlich hat er/es nicht einmal mehr menschliche Augen, in die man sehen könnte. Stattdessen glotzen einem zwei kalte Metallsphären entgegen, in denen man höchstens sein eigenes Spiegelbild sehen könnte. Würde man eine Kaffeemaschine freundlich nennen, weil sie einem einen schönen Tag wünscht? Vielleicht aber ist es auch ein verständliches Ansinnen, sich so weit wie möglich der Menschlichkeit zu entledigen, wenn man wie Oku in Lagos aufgewachsen ist. Offenbar hat er als Kind durch einen Zufall irgendeinem Petromanager, der in Lagos eine Panne hatte, das Auto repariert. Nach allem, was ich so über die Stadt gehört habe, kommt dies einer Lebensrettung gleich. Ganz untypisch hat sich dieser Manager dann offenbar revanchiert und dem Jungen eine exzellente Ausbildung zum Fahrzeug-/Cyberzeugs-Ingenieur in Cambridge (ja, England!) ermöglicht. Wozu er die braucht, wenn er ohnehin inzwischen mehr Rechner als Mensch ist, bleibt mir milde rätselhaft. Schöne neue Welt. Ich möchte nicht wissen, was passiert, wenn der Kerl einmal einen Absturz erleidet, an dem kein Flugzeug beteiligt ist. Dann wäre ich lieber nicht in der Nähe. Und die anderen versuchen schon, ihn für unsere kleine Bande zu gewinnen. Na ja, ich schätze, Nervenbahnen können genauso durchschmoren wie Schaltkreise. Ich bin wohl einfach im falschen Jahrhundert geboren.

Jedenfalls sagt die Maschine Oku, dass er die Maschine Flugzeug bis 8 Uhr morgens wieder startklar gemacht haben wird. Wunder der Technik.

Und dann geht es in den Moloch Lagos. Mir tut die Stadt jetzt schon leid.

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SHOWTIME...

Endlich können wir loslegen, nachdem Avni und Art sich den Laden mal von Innen angesehen haben….
Sieht eigentlich nach harmlosen Spinnern aus, aber niemals den Gegner unterschätzen!

Art schaltet also die Wache aus und nimmt den Schlüsselbund mit – läuft! Wir ins Büro und die Wache mit dem Betäubungsgas ausgeschaltet. Dann liegt da plötzlich ein Kind auf nem Sofa. Der Verein hier wird mir immer unsympathischer. Warum liegen hier Kinder rum? Egal jetz: Wir haben nen Job zu tun. Also das Kind betäubt und weiter. Avni macht sich natürlich Sorgen um die Gesundheit der Kleinen und kümmert sich erst mal darum, dass sie okay ist. Wir rennen los. Gas unter der Tür durch und hoffen, dass die Pseudo-Elfen drinnen umfallen. Den Gefallen tun sie uns aber nicht. Wir müssen also noch rein in die Räume…

Die Fierelle haben wir schnell mit dem Gas k.o., aber im nächsten Raum steht uns dieser Tod-Typ gegenüber und will mit ner Armbrust auf uns anlegen. Art macht Magie-Sachen, aber damit kann er leider auch nicht verhindern, dass ein Typ aus dem Raum hinter ihm auf ihn ballert – das sieht nicht gut aus, aber Avni flickt den schon wieder zusammen! Ich schieße weiter auf den Tod-Typen, aber der fällt einfach nicht um!!
Unauffällig hat sich dann jetzt auch erledigt – wir hören einen Alarm und jetzt kommt Bewegung in die Hütte…
Endlich kann Pauli den Typen weg ballern und wir können weiter. Avni und Nick machen Art wieder startklar und wir müssen los. Ich renne mit Pauli und Tali die Treppen hoch – gut dass Pauli Gasgranaten dabei hat: Sehr effektiv!

Nick sucht inzwischen die Treppe in den scheiß Keller, wo garantiert der Magier von dem Verein hier hockt. Auf dieser Seite geht’s nicht runter also rennen sie durch den Großen Raum rüber. Da ist eine Werkstatt mit nem Lastenaufzug und ein Abstellraum. Avni sieht im Astralraum, dass es da zwar runter geht, aber unten 3 Leute mit Waffen im Anschlag warten. Das könnt ihr haben, ihr scheiß Elfen-Wichser!

Währenddessen räumen wir im ersten Stock auf: Im ersten Raum an der Treppe gibt es nur eine Panzertür mit Chipcard-Zugang: Später!
Aus dem großen Raum daneben kommen uns jetzt Leute entgegen – die macht Pauli aber auch mit den Granaten klar.
Dann steht plötzlich dieser Allair-Typ vor uns und sagt, wir sollen vor ihm niederknien…na klar – machen wir! Hält der uns für bescheuert? Ich antworte mit meiner AK und wir hinterlassen – wie laut Auftrag vorgesehen – die Buchseite auf seinen Überresten. Die Ohren der anderen Para-Nobel-Spinner haben wir unterwegs natürlich auch eingesammelt! Bin ich froh wenn dieser Job durch ist!

Wir jetzt also runter zu den Anderen ins Erdgeschoss. Nachdem wir noch eine Treppe von der Abstellkammer in den Keller gefunden haben, startet Pauli einen Frontalangriff mit Nebelgranaten und ordentlich Feuerkraft per Lastenaufzug, während wir die Treppe in den Keller nehmen…
Unten stellt sich uns keiner in den Weg…wir durchqueren eine Shooting-Range und bewegen uns in Richtung der Räume, in denen Avni im Astralraum den Magier und noch einen Typen gesehen hat. Dank der Gasgranaten sind wir auch hier erstaunlich schnell erfolgreich: Ab mit den Ohren, den Raum durchsuchen und dann mit einem Stapel Papieren, auf denen seltsame Pläne zu sehen sind, nix wie raus hier.

Arti meldet von seinem Wachposten draußen Polizeisirenen. Aber wir haben die Chip-Karte gefunden und Pauli und ich wollen noch hoch in den Tresorraum. Auf dem Weg dahin füllen wir beim Tod noch unsere Munition auf.

Chipkarte durchgezogen, und wir stehen in einem Raum voller Dokumente und Bücher – und einem Gerät mit Countdown im Regal, der sich gerade in den einstelligen Bereich bewegt. Ich greife die Dokumente vom Tisch und wir sind so was von raus hier. Hinter uns kracht die Bombe los – Beweismittel zerstört…aber wir sind draußen und sehen zu, dass wir hier weg kommen.
Auch im Hotel halten wir uns nicht lange auf und wir machen uns gleich auf den Weg nach Hamburg, damit es hier keinen Ärger mehr gibt! Job done!

Herr Schmidt ist zufrieden und erstaunlich erleichtert, als wir die Ohren und die Beweisfotos bei ihr abliefern: Das teure Essen haben wir uns verdient und die restliche Kohle und den verschissenen Erpresser-Film kriegen wir auch. Besser konnte das ganze eigentlich nicht laufen! Arti sieht zwar nicht so glücklich aus, aber der Elfen-Wein hilft!

Dann rückt Avni mit einer Ankündigung raus: Er macht nicht mehr mit – Shadowrunner ist nicht sein Ding! Wir hatten uns das schon gedacht – er macht sich einfach zu viele Gedanken um die Leute, die bei den Aufträgen drauf gehen. Aber das ist halt der Job. Jetzt macht er in seiner WG ne Klinik auf – optimale Lösung für Ihn – und für uns. Avni ist okay und nen Typen, der einen wieder zusammenflickt braucht man immer!

Alter – was ne Woche. Auftrag erfüllt, Kohle im Sack und noch alle Knochen heil: Ich geh jetzt pennen.

PS: Dem Einhorn geht’s gut.

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Einhornland und Affenparty

Dieses dämliche Vieh. Nix als Geschiss um den Hotten, den ganzen Tag und die ganze Nacht. Raus ausm Stall, links anbinden, rechts anbinden, rein in den Stall. Alter, das macht mich Zecke. Und sonst war auch nicht viel los. Avni und Artie ham sich eingeschlichen bei so einer Veranstaltung von den möchtegern Elfen. Ham sich beluschern lassen von so einem alten Zottelbart. Und dann diese Trottel, die sich das anhören… Wie aufm Faschingsball, nur nich besoffen. Kaum auszuhalten. Also passiert ist halt nix. Die Pappohren, die mer platt machen sollen, also Ohren ab halt, ham sich kaum blicken lassen. Nur mal kurz der Erendahl. Zwergengirlie und ich saßen mim Finger am Abzug im Auto – nix. Goar nix. Total langweilig. Das ham mer dann noch n Tag lang gemacht – immer noch nix. Na, n bisschen was hat Iv aus der Matrix gelutscht:

Allair heisst Harald Frankfurter, so in echt. War mal irgendwie Lehrer für Erwachsene an so ner Uni da. Irgendwas mit Gebäuden. Kapier nich, wie man als Erwachsener noch was übern Haus nich wissen kann…

Meister Tod isn echt fieser Bruiser. Hat auch früher nix anbrennen lassen. Körperverletzung, Totschlag und so.

Erendahl is wohl das Sprachrohr von den Pappohren. Wen wundert’s.

Xeric heisst in echt Aaron Mitchel und stammt wohl aus Amiland. Schreibt so seine Sicht der Dinge in der Matrix, so für alle zum lesen. Macht aber den Eindruck, als tät er nich so ganz in seiner Mitte ruhen. Glitscht gerne mal nach rechts aus.

Über die rote Fierelle und diesen Thiran hatse nix gefunden. Die scheinen wohl den Kopf geduckt zu halten.

Ah ja, und dann, auf einmal, beschließen Artie und Avni, dasse Avni unsichtbar auf das Haus fliegen lassen, wo dann ein magischer Zaubergeist uns sagt, ob die 6 da im Haus sind und auch wo genau. Tschakka. Und das, nachdem wir wie die Volldeppen da tagelang rumlungern. Na bravo. Und dann erinnert sich Avni, dass er ja diesen zweiköpfigen 400 Kilo Gorilla herbeizaubern kann, der durch Wände hüpfen kann – und schickt ihn einfach mal rein da. 5 Minuten später haben wir nen Sack voller Pappohren und können uns auf den Heimweg machen, um unsere Bezahlung einzusacken.

Neee man, ich mach nur Scheiß. Sowas gibt’s ja nich. Und wenn du raten kannst, was davon geschwindelt ist, sag ich dir auch, wie unser Plan aussieht. Einhornehrenwort.

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Aschaffenburg

Erstmal ist zusammenflicken, Avni macht, was Avni eben so macht. Und das macht er auch echt gut. Mit n bisschen Gezaubere und Spucke sieht Artie gleich wieder so blass aus wie immer. Glück gehabt. Warum muss er sich auch immer vordrängeln, wenn’s Bambule gibt? Valerie hat’s gar nicht so schlimm erwischt, wir können also direkt weiter fahren.

An der Grenze zu Groß Frankfurt kriegen wir dann was Panik – Ham nich wirklich dran gedacht, dass die uns ja filzen. Aber wir ham Glück, der Kontroletti hat null Bock, richtig zu schauen und lässt uns durch. Pfff. Da könnte ja jeder…

Wir ham dann beschlossen, uns in nem kleinen Hotel zu parken, gleich in Aschaffenburg. Nickbert will morgen nach Frankfurt City rein, um Pläne im Klabusteramt anzuschauen. Keine Ahnung, warum. Aber das macht er wohl besser ohne Knarren, weil Frankfurt City ist mega schick und fett Megacorp Gebiet, da kommste wohl nich rein mit Eisen inner Tasche.

Aber erstmal simmer – also ich, Avni und Nicki – noch zum Haus von diesen möchtegern Elfen gefahren, mal schauen, wie die da hausen. Und schau an, alles hübsch da. Irgendwie niedlich, die ahnen gar nicht, was ihnen blüht. Keine Sicherheit, kein Hund, kein Zaun. Und als wir versehentlich einen Bewegungsmelder ausgelöst haben und alles Licht anging, kam nich mal wer um nachzuschauen. Au Backe. Aber da standen so knapp 20 Motorräder vorm Haus, unsere Ziele scheinen also mal nich alleine zu sein. Wir wissen auch nich, ob die überhaupt alle da sind. Gully sagt aber, das kann er mit nem Zauber rausfinden, er hat die Namen unserer zukünftigen Opfer ausm Netz gefischt: Allair, Meister Tod, Erendahl, Xeric, rote Fierelle und Thiran. Was für Pappohren. Auha, das wird was…

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