Shadowrun-HH

Of Trollporn and Hitmen

Die Tage gigen ereignislos ins Land und wir waren immer noch suspendiert. Auf die freundliche Nachfrage, wann wir denn eventuell vielleicht mit einer Änderung dieses Zustandes rechnen könnten, wurde uns nur mitgeteilt, dass wir “demnächst” informiert werden würden. Klassischer Fall von “Don`t call us – we call you”. Wirklich blöd ist, dass wir in der ganzen Zeit auch keinen Nuyen bekommen – das Geld wird langsam knapp.
Auch von unserer neuen Auftragskiller-Bekanntschaft hörten wir nichts.
Avni bekam denn überraschend Besuch von Bircan, die uns bereits mit den Überwachungsvideos des Parkhauses geholfen hatte. Sie erwähnte, dass sie etwas von einem Job gehört hätte, der uns vielleicht interessieren könnte. Avni ließ sich die Kontaktinfo geben und trommelte uns alle zusammen.
Das Treffen mit dem Kontakt “Herr Schmidt” sollte charmanterweise in dem Bestattungsinstitut “Johanson Grabmale” in der Weidenallee stattfinden. Punkt 16:0O betraten wir die ausgesprochen geschmacklos dekorierten Geschäftsräume und waren ein wenig überrascht, dass “Herr Schmidt” eine Motorrad-Braut war. Arty und Iv erkannten die Frau sofort als “Alpha Blue”, eine höchst erfolgreiche Shadowrunnerin aus den USA. Wir bekamen den Auftrag herauszufinden, wer ihren Bruder Neil, ein Freelance Tech, erschossen hatte. Eigentlich haben wir ja keine Erfahrung in solchen Dingen aber 20.000 NuYen bei Erfolg und die Tatsache, dass sie offensichtlich willens war, uns zu engagieren waren überzeugend genug. Sie händigte uns den Schlüssel zur Wohnung ihres Bruders und einen Brief aus, dem hervorging, dass ihm ein Kontakt einen Bauplan zugespielt hatte, der den Beweis enthielt, dass ein Konzern bei der Herstellung seiner Chipsätze minderwertige Teile verbaut. In dem Umschlag war neben dem Bauplan eine Visitenkarte des Kontaktes, der ihm die Unterlagen zugespielt hatte. Ein handelte sich dabei um einen gewissen “Vanian”, der in seinem Pfandhaus auf St. Pauli allerlei legale und illegale Dinge verscherbelt. Wir machten uns nach Abschluss des Deals in Avnis hygienisch genzwertigem Van (halb Krankenwagen, halb Kindergarten-Krabbelecke) auf den Weg nach St. Pauli.
Dort angekommen mussten wir leider leider feststellen, dass uns jemand zuvorgekommen war. Die Tür war aufgebrochen und der Inhaber, nebst einer weiteren Person, war offensichtlich erschossen worden. Was sollten wir jetzt tun? Den Laden durchsuchen, natürlich! Wir kramten in jeder Ecke und fanden im Büro schließlich einen antiken Tresor, der vielversprechend aussah. Zum Glück ist sowas ja kein Problem für mich. Der Tresor enthielt fünf Kartons mit Sim-Sticks, die ich sofort in meinem Rucksack verstaute. Plötzlich hörten wir Stimmen und laute Schritte, die sich vom Eingang her näherten. Panisch überlegten wir, was wir jetzt tun sollten und dann war es auch schon zu spät. Arty schaffte es noch sich rechtzeitig in Luft aufzulösen, während wir ratlos im Raum standen, als sich die Tür öffnete. Mir klappte fast die Kinnlade runter, als Mr. Richardson nebst Handlangern im Raum stand. Ich versuchte so gewinnend wie möglich zu lächeln um ihn freundlich zu stimmen, was dann auch erstaunlicherweise funktionierte. So machten wir alle ein wenig verkrampft Small-Talk und verabschiedeten uns dann höflich. Aus welchen Gründen auch immer, ließ er uns tatsächlich unbehelligt von dannen ziehen. Der unsichtbare Arty blieb im Büro mit dem Tresor zurück, um eventuell herauszufinden, was genau der gute Mr. Richardson hier wollte. Doch der kramte nur unambitioniert in den Schubladen rum ohne seine Pläne kundzutun. Sehr schade.
Wir trafen dann nach einer Weile vor dem Holsteneck wieder mit Arty zusammen, der das Ganze nicht so gut verkraftet hatte. Iv war so freundlich ihn mit Doppelkorn zu versorgen, bis er sich beruhigt hatte.
In der festen Überzeugung Top-Beweismaterial auf den Sim-Sticks zu finden, beschlossen wir, diese sofort anzusehen. Und wo macht man das am besten auf St. Pauli? Richtig! In einer Porno-Butze. Gesagt, getan und rein in die gute Stube. Die studentische Aushilfskraft war gegen ein nicht geringes Entgeld bereit, dass Etablissement für uns zu schließen. In Erwartung großer Dinge ging jeder von uns mit einem Sim-Stick in die Kabine. Und tatsächlich, wir sahen große Dinge – Dinge die an Trollen und Ponys hingen…und standen…und…. viele andere Sachen, die wir lieber nicht gesehen hätte. Wir hatten ganz offensichtlich Vanians hoch illegale Porno-Sammlung mitgehen lassen. Na super!!!
Leicht traumatisiert verließen wir die Kabinen und beschlossen uns als nächstes in Neils Wohnung umzusehen.

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chummer YourSovereignHost

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