Shadowrun-HH

Reif für die Insel

Alles super. Nadine ist voll beeindruckt vom Professorchen und wir wittern die Chance, gleich noch mehr Zaster einzusacken. Also bieten wir an, zusammen mit Prof und Frau Schmidt auf die magische Zauberinsel unterm Regenbogen zu reisen und für die Sicherheit zu sorgen. Von allen: Frau Schmidt, dem Prof, den angeheuerten Blackheart Secus (wie sich rausstellt, haben die echt ganz gute Verträge) und überhaupt. Prima. Die Reise aufm Schiff ist ziemlich öde. Bisschen mieses Wetter (Manasturm und so). Frau Schmidt besticht die richtigen Bosse, die lassen uns dann durch die inzwischen errichtete Seeblockade zur Insel. Da ist auch alles ruhig, wir sind wohl die ersten da. Ruhig ist noch übertrieben. Da gibt’s nix, rein goar nix. N paar alte Steine, aber sonst… da wächst auch nix. Mal n bisschen Moos oder so. Sonst nur Stein. Unsere Zaubererers finden aber alles total aufregend und gefährlich da, sehen offenbar ganz furchtbar schlimme Sachen im Astralraum und haben “Visionen” von Beduinen oder so. Und von Mr. Richards. Ist klar. Ich vermute, die Amami hat was von ihren Kräutern in den Morgentee gemischt… Der Prof ist echt n Arsch. Aber stört ja nicht weiter. Wir rennen ihm also hinterher, während er die alten Steine abklappert. Na ja, ziemlich viel Gezanke und Gestreite. Vor allem Nickobert und Annika haben sich ständig in den Haaren. Also noch mehr als sonst. Mir tut die Rübe weh. Und ich langweile mich. Der Prof ist n Arsch. Hab ich das schon gesagt? Dann noch so ne Vision: Irgendwer will so ein riesen Astrolabimsalabimbam auf einem Marktplatz inmitten einer Stadt gesehen haben. Da guck an. Wir sollen so ein Astrodingens in Lagos beschaffen – das ist aber nicht da, dafür Richards. Und die Piri Reis Karte. Dann sollen wir die beschaffen. Da drauf ist die Insel. Nun wir auf der Insel – und was sehen wir? Ein Astrolampum und – Richards. Krass. Oder nicht? Na ja, bisher leicht verdiente Kohle. Aber irgendwann kommen schon noch n paar andere Arschgeigen auf die Idee, hier den Goldtopf unterm Regenbogen zu suchen und dann gibt’s bestimmt fett Bambule.

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They see us rollin', they hatin'

Mit dem Prof sicher in der Drohne fuhren wir nun also durch Hamburgs Straßen. Nickbert und Oku haben sich über den zu verwendenden Soundtrack in die Haare bekommen und ich habe allen erstmal einen schönen Frappuccino gezaubert.
Nach einiger Zeit fiel uns dann endlich auf, dass wir den Professor noch gar nicht ausgefragt hatten. Vielleicht war ja noch mehr drin als dieser Entführungs-Run?
Also fix den alten Zausel aus der Rettungsdrohne geholt – blöd nur, dass er immer noch arg angeschlagen war. Mit ein wenig erster Hilfe haben wir ihn dann aber einigermaßen wach bekommen.
Gründliche und saubere Arbeit ist eine unserer Stärken, weshalb wir den Prof penibel auf mögliche Peilsender untersuchten. Wir fanden nichts Verdächtiges und bis auf seinen Uni-Ausweis und ein paar Zettel hatte er auch sonst nichts dabei.
Die Befragung sollte gerade losgehen, also Oku’s Drohne Alarm schlug – ein schwarzer Kampfhubschrauber hatte unsere Fährte aufgenommen. Milde benunruhigt steuerte Oku seinen Bus in einen Tunnel und wir berieten, was wir denn nun tun sollten. Arty schaute in den Astralraum und sah, dass der Professor von einem Magier im Hubschrauber geortet worden war. Die einzige Möglichkeit das zu stoppen, wäre eine Mana-Barriere oder den Magier auszuschalten. Die Entscheidung fiel leicht, da der Kampfhubschrauber soeben am Tunnelausgang gelandet war und ein mit Sturmgewehren bewaffneter Trupp auf uns zu joggte. Sehr zu Pauli’s Unmut schaltete Arty die Jungs mit einem Zauber aus, der dafür sorgte, dass sie alles metallische von sich warfen. Er durfte dafür aber eine Granate auf den Hubschrauber schießen, der dann auch mitsamt Magier und Piloten sehr effektvoll explodierte. Problem gelöst.
Um zu verhindern, dass der Professor wieder geortet werden konnte, mussten wir ihn in einen Bereich mit einer Mana-Barriere bringen. Leider war Arty’s Refugium das naheliegenste und nur unter Prostest teilte er uns seine Adresse mit.
Der Professor wurde in das Refugium gebracht , während Iggy es vorzog auf dem Dach nach möglichen Angreifern Ausschau zu halten.
Ich habe dann den Fehler begangen zu fragen, was denn eigentlich sein Fachgebiet ist, worauf ein sehr langer Vortrag über Magietheorie und die Bedeutung von “Archelos” für die Magie folgte. Wir befragten ihn, ob er eine Idee zu dem Auftauchen der Inseln hatte, aber es stellte sich heraus, dass er nicht einmal wusste, dass es sie gibt. Er zeigte sich jedoch ausgesprochen interessiert und als wir noch die Piri-Reis-Karte erwähnten, war er ganz aus dem Häuschen. Er schien einiges darüber zu wissen, obwohl er sie noch nie in echt gesehen hatte. Ganz die geshäftstüchtigen Runner die wir sind, haben wir sofort bei Nadine angefragt, ob sie nicht vielleicht mal mit dem Professor reden möchte? Gegen eine entsprechende Gebühr natürlich?
Nadine war sehr interessiert und nachdem sie mit ihrem und unseren Aufttraggeber gesprochen hatte, teilte sie mit, dass wir den Professor am nächsten Tag direkt an sie übergeben sollten. Sie hätte alles mit unserem Auftraggeber geklärt.
Und so fuhren wir am nächsten Tag in den Hafen um den Deal klarzumachen…..

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Höhere Bildung

Eeeendlich tut sich was, rumhocken is nu nich mehr. Hat ja auch lang genug gedauert. Dachte, wir wären jetzt total gefragt als krasse Runner. Hm. Tjo, nun aber… passt ganz gut, machen kann man eh nix, Wetter ist total Scheiße… irgend so ein Säureregen plattert seit Tagen auf uns runter. Macht keinen Spaß, raus zu gehen. In den Nachrichten sagen se, das hätte was mit so ein paar seltsamen Inseln zu tun, die in der Nordsee entstanden sind. Ganz komisch, weil das so plötzlich ging. Und dann braust da auch noch ein monstermäßiger Manasturm. Und der drückt uns den komischen Säuredingens in die Fresse – genau.

Also, Frau Schmidt ruft mich an und sagt, wir sollen für sie einen Professor grappeln und ne Weile lang in “Schutzhaft” nehmen. Ist so ein Altertumsfeti und es soll auch schon ein anderes Team unterwegs sein, um ihn vor uns zu schnappen. Gut, kann uns ja Wurscht sein.

Wir fahren dann also zackig hin da. Artie und Öhrchen wollen alleine reingehen und ganz heimlich und mit List und Tücke und so den Prof kassieren. Magiezeugs und so. Gut, warten wir anderen halt im Okus Karre. Der kann ja wenigstens ne Drohne losschicken und was sehen. Nickodemus und ich gucken nur blöd in die Gegend.

Aber so schnell kann’s gehen: Bevor es unsere ZEKen (Zauber-Einsatz-Kommando, clever oder?) auch nur zur Seitentür schaffen, rast ein schwarzer Van vors Gebäude und spuckt 6 Samus aus, die sich an den beiden vorbeidrücken (mit gezogenen Waffen und so) und eiligst die Seitentür aufsprengen. Das wäre es fast schon gewesen mit dem Prof.

Gut, dass Frau Schmidt keine Deppen angeheuert hat.

Okus ballert eine Glibschi-Granate auf die ahnungslosen Spinner und die schliddern vor der Tür rum wie Mistkäfer auf Glatteis. Aber nur, bis meine Betäubungsgranate einschlägt, dann is Ruhe. Ja, ich weiß, ich werde nachlässig und verweichlicht. Hätte eine Splittergranate schießen sollen und den Spuk gründlich beenden. Aber man weiß ja nicht, wen die andere Seite dann anheuert. Lieber zweimal die gleichen Deppen ausknocken, als dann gegen ein Schwergewicht wie die dämlichen Russen ausm Zoo anzutreten…

Weiter im Text. Unsere zuckersüßen Magiejunkies sind dann also rein ins Gebäude und ham nach n bisschen hin und her den Prof aufgelesen. Der wollte nicht so richtig, wurde dann aber. Draußen war dann HanseSec auch schon da und machte ebenfalls Bekanntschaft mit Okus Glibsch-Granaten-Werfer-Drohne. Waren sogar schlau genug, sich nicht erschießen zu lassen und hielten still.

Den Prof haben wir dann in so eine Rettungsdrohne gepackt, die Oku im Wagen hat. Als sicheren Aufbewahrungsort für die nächsten 30 Stunden haben wir uns einfach gesagt, “warum fahren wir nicht einfach n bisschen durch die Gegend?” Na und das machen wir nu.

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10:0

Dann geht alles ganz fix… die Secus kapieren, dass sie nicht ausm Lift kommen und fahren einen Stock nach oben. Ich über die Treppe und bin schneller. Also fliegt ihnen eine Granate um die Ohren, sobald sich die Lifttür öffnet. Bleibt nix als Matsche, hehe. Den zweiten Lift hab ich dann noch blockiert.

Oku hackt sich in den Datenserver, hat da aber irgendwelche Schwierigkeiten, dauert alles länger als geplant.

Gullie warnt, dass von unten ein weiteres Secu-Team über die Treppen anrückt. Gut so! Schnell die Notbeleuchtung ausgeschaltet, gewartet, bis die Deppen in die Dunkelheit latschen und ihnen mit einem FlashPak ein bisschen Discobeleuchtung spendiert. Den Rest erledigen Nickovich und ich dann mit ein bisschen vollautomatischem Kugelhagel. Sieht witzig aus, wenn die Dreckskerle so im Blitzlicht zappeln. Platsch.

Inzwischen hat Oku die Daten gezogen. Wir also fix wieder aufs Dach zu den Gleitern. Unsere Zauberer diskutieren dann noch wegen irgendwas von wegen Spuren verwischen… also Zauber kann man wohl irgendwie sehen, so in der Magiewelt oder so. Gut. Dann segeln wir über den wütenden Mob hinweg in einen Park. Da wartet auch schon Okus Van auf uns. Die Gleiter schrauben wir aber noch auseinander und nehmen sie mit. Man weiss ja nie.

Tauren ist voll glücklich, dass das geklappt hat und bezahlt uns schön ordentlich bei der Übergabe. Leider wollen die vom Projekt Alle haben sich lieb die Beweise gegen Brackhafen nutzen, um ihn vor Gericht zu stellen oder so. Statt sie uns die Arschgeige einfach umlatzen lassen… Hippies.

Letztlich kann’s mir ja wurscht sein. Wir haben gewonnen. 2 Secu-Teams… mal sehen, das macht 10:0 für uns.

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Läuft...

*Der Plan rollt – die Chipkarte von der einen Konzern-Spinne ist mit einem Augenaufschlag und Handauflegen schnell gezockt und von Valerie kopiert.

Unser Hotelzimmer ist von den Fenstergläsern befreit und präpariert – Ókù übernimmt den Geschützturm und ab mit den Flugteilen rüber aufs andere Dach. Läuft…

Am Fuß des Turms gerät eine Demo langsam außer Kontrolle – der Mob tobt – warum auch immer!

Valerie macht die Tür auf dem Dach klar und wir sind drin.

Pauli verklebt die Türen zum 9. und 12. Stock. Als Valerie die Tür zum 10 Stock bearbeitet geht der Alarm los – jetzt Tempo!

Nick schweißt das Schloss zum 10. auf und Ókù schaltet den Alarm aus – ziemlich effektiv der Typ. Eine P-Barriere vor die Fahrstühle und etwas Dunkelheit von Tali um die Wachen vom 10 Stock fern zu halten. Die ballern jetzt erst mal ins Nichts.

Ókù klinkt sich erfolgreich in den Mainframe des Ladens ein, ein gut platzierter Schocker von Valerie und die Spinne ist erst mal im Land der Träume. Läuft…*

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Planwirtschaft 101

Wir hatten es uns in einem geeigneten Zimmer im Radisson gegenüber des Zielgebäudes häuslich eingerichtet und sehr viel Zeit damit zugebracht auf das Gebäude zu starren. Mit Ferngläsern natürlich, wir sind ja Profis!
So fanden wir heraus, dass es drei Konzern-Spinnen gab, die in einem 3-Schichten-System von jeweils 8 Stunden arbeiteten.
Oku hat die Matrix bemüht und uns neben einem Gebäudeplan auch die Information, dass das Gebäude durch die freundlichen Rechtsextremisten von “StorDat” bewacht wird. Die Reinigung wird von der Firma “Blitzblank” durchgeführt.
Gebäudereinigung ist für Iggy ja ein Herzensthema, weshalb er auch sich auch umgehend durch Bestechung einer unterbezahlten, osteuropäischen Reinigungskraft Zugang zum Gebäude verschaffte. Im 10ten Stock konnter er leider nicht viel herausfinden, außer das der Raum, in dem die Konzernspinne in die Server gestöpselt war, über ausgesprochen gute Sicherungen verfügte. Und Kameras natürlich.
Nachdem Iggy das Stockwerk gründlich gereinigt hatte, platzierte er eine von Oku`s Mini-Drohnen in der nähe der Tür zum Server-Raum – für weitere Beobachtungen.
Arty sah sich das Gebäude im Astralraum an und stellte fest, dass es neben den üblichen psysichen Sicherheitsmaßnahmen natürlich auch auf magische Weise gesichert war. Eine stattliche Mana-Barriere hält Zauber und aktive Foci fern.
Nun zu unserem wundervollen Plan:

1. Die Konzern-Spinne, die in der entsprechenden Nacht Dienst hat, vor der Arbeit abfangen und die Key-Card kopieren. Anmia sorgt dafür, dass er sich daran nicht erinnert.

2. Wir fliegen mit den Artemis Nightwings rüber auf das Dach
.
3. Oku hackt sich im Flug in die Flugabwehrkanonen und setzt diese außer Gefecht.

4 Der Zugang auf dem Dach ist nur mit einem gewöhnlichen MagLock gesichert, dass mit einem Passkey einfach zu knacken sein sollte.

5. Oku hackt sich in das Kamerasystem und lädt Standbilder hoch, die uns (hoffentlich) unbemerkt an den Kameras vorbeigehen lassen.

6. Die Secus von StorDat…tja…hoffen wir mal, dass die nicht ihren Raum verlassen.

7. Wir postieren uns in der Nähe der Tür des Server-Raums und warten darauf, dass die Spinne den Raum Richtung Sanitäranlagen verlässt. Mit der Key-Card verschaffen wir uns Zutritt und holen die Daten vom Server.

8. Geordneter Rückzug

Dieser Plan ist bislang einer unserer Besten! Was kann da schon schiefgehen???

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Ultraleicht ist uns gerade schwer genug

Hallo Tagebuch, du bist sicher schon gespannt, wie die Geschichte von Artie dem lustigen Zauberer und seinen bescheuerten Freunden weitergeht. Ist ja aber auch immer ebenso spannend wie lehrreich.
Also, los geht’s:

Dieses Kapitel beginnt damit, dass unser Okumat es endlich schafft, Dietrichs Textfragmente vollständig zu entschlüsseln. Offenbar hat Dietrich Beweise für Brackhavens Schuld an dem Ork-Massaker unter dem Codenamen „Morgengrauen“ gefunden. Leider wurde er wohl itsy-bitsy-irre, bevor er sie verwenden konnte. Und das hat ihn dann ja quasi zwangsläufig zu uns geführt. Die Tatsache, dass er sich uns bei Hagenbeck als Jake Armittage vorgestellt hat (einer der legendärsten Decker jemals) hätte uns ein Indiz dafür sein müssen, dass er zu jenem Zeitpunkt schon keine einzige Rosine mehr in seinem Hirnkuchen hatte.

Immerhin wissen wir jetzt, dass die Beweisdokumente, von denen Dietrich erfahren hatte, in Serverraum 8 im 10. Stock eines Konzerngebäudes in der City Nord zu finden sind. Genau, der Hochsicherheits-Konzernland-Teil der City Nord mit eigener Hansec- und Dronenüberwachung. Wo bliebe sonst auch die Herausforderung?

Doch zunächst wollten wir uns ja mit unserem Cyberfreiheitskämpfer Tauren im Goldenen Drachen in Wandsbek treffen, einer schamlosen Kitsch-Entgleisung von einem China-Restaurant in Trollgröße. Allerdings fielen uns (vor allem Nick) einige Anzugträger-Grüppchen und neugierige Dronen ins Auge, woraufhin wir den Treffpunkt spontan auf Wandsbek Markt änderten. Dort war Tauren nicht sehr schwer zu identifizieren, da sich die Zahl der Ork-Cowboys mit Dreadlocks, Tatoos und toten Cyberaugen ja oft in vernünftigen Grenzen hält. Wir luden Tauren in Okus neues Fahrzeug ein und übergaben ihm, wie abgesprochen, die Daten-Dingsis. Dafür erhielten wir erfreuliche 80.000 Nuyen, die wir natürlich untereinander teilen müssen.

Gutherzig wie wir nun einmal sind, boten wir ihm dann an, ihm beim Beschaffen der Beweise gegen Brackhaven zu helfen. Tauren schien nicht abgeneigt, erbat sich jedoch 24 Stunden Frist, um sich mit seinen Auftraggebern zu beraten. Danach wollte er sich dann bei uns melden. Wir stimmten zu, setzen ihn irgendwo ab … und Nick hängte sich an seine Sporen, um ihn zu beschatten.

Nick verfolgte Tauren bis zum Abaton-Restaurant, wo er sich mit einer Zwergin traf, die wir aufgrund eines vor Ort geschossenen Fotos als Eliza Bloom identifizieren konnten. Sie ist die Mitbegründerin und Anführerin von Project Freedom, einer Geheimorganisation, die sich der Bekämpfung von Metamenschen-Verfolgung und -Diskriminierung verschrieben hat.

Als wir gut einen Tag später in Valeries Wohnung Ninja-Angriffsspuren beseitigten, klingelte ihr Comlink und bewusste Frau Bloom meldete sich – da sie aus Seattle stammt in Englisch. Sie teilte uns mit, dass Project Freedom sehr daran interessiert sei, dass wir den Run für sie übernehmen. Sie bot uns 70.000 Nuyen für den Job sowie zusätzliche 70.000 für Ausrüstung, die wir für den Run kaufen können. Darüber hinaus hatte Frau Bloom eine besondere Dreingabe im Petto: sieben Artemis Nightwing Ultraleichtflugzeuge. Der Grund für dieses Extra ist, dass wir wahrscheinlich nur über das Dach eine Chance haben, in das hervorragend gesicherte Konzerngebäude zu gelangen – zumal sich unser Ziel im 10. Stock befindet. Ein kleines Problemchen stellen allerdings noch die Luftabwehr-Raketen auf dem Gebäude dar. Aber die kann man ja während des Anflugs noch bequem hacken. Jedenfalls hoffe ich, dass jemand von uns – ach, was rede ich – dass Oku das kann. Valerie ist in solchen Sachen ja auch sehr behände, wenn ich mich recht entsinne.

Anima wollte sich vorsorglich schon einmal im Luxushotel Radisson in unmittelbarer Nähe unseres Zielgebäudes einmieten.

Da die ganze Sache schon wieder ebenso irrsinnig wie idiotisch klingt, bin ich mir absolut sicher, dass wir den Auftrag annehmen werden.

Ach, du blödes Tagebuch. Es gibt Zeiten, in denen kommt mir das alles noch unwirklicher als sonst vor. So, als seien wir alle nur fiktive Figuren in einem absurd übertriebenen Cyberspiel. Und wer weiß? Vielleicht es ja auch so. Aber wird es dadurch einfacher für mich, mit einem Ultraleichtflugzeug auf einem Konzerndach zu landen? Oder auch nur, mir das monotone Gedröhne von Okus Stimme anzuhören? Nein, denn das Leben als Shadowrunner ist nun einmal brutal und meistens kurz.

Aber immerhin ist es unser Leben.

Jeder Einzelne von uns hat es selbst gewählt. Und natürlich haben wir alle unsere ganz eigenen kleinen Gründe und Ziele, denen wir nachjagen. Aber eines verbindet uns alle: Der Mut, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Nicht irgendeine von Konzernen vorgezeichnete Existenz zu fristen. Dieser Mut ist es, der unsere Gruppe von Sonderlingen zusammengebracht hat. Und für ihn respektiere ich jeden einzelnen Idioten in unserer kleinen Bande. Sogar Oku. Schließlich ist er ein Shadowrunner. So wie ich.

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Angebote

Recherchen über Tauren ergeben:

  • Er ist Shadowrunner in 2. Generation.
  • Sein Vater ist William ‘Bull’ MacAllister.
  • Seiner älteren Schwester ist etwas zugestoßen.
  • Er arbeitet für Project Freedom (einer Orkrechtegruppe).

Recherchen über Brackhaven ergeben:

  • Er ist ein rechtsextremer und anti-metamenschlicher Lobbyist.
  • Er ist Unternehmer und lebt in Berlin.

Die Dechiffrierung des Komlinks ergibt, dass Dietrich einem gefährlichen Geheimnis von Brackhaven auf die Spur gekommen war: Brackhaven ist verantwortlich für die Lancierung der Orkunruhen in Berlin, die vor einiger Zeit vielen MetaMenschen das Leben gekostet hat. Die Textfragmente werden zum Ende hin wirr und zusammenhangslos.

Die Gruppe erhält nacheinander Nachrichten von einem Japaner (mutmaßlich für Mitsuhama arbeitend), von einem Ares-Repräsentant und von einem Shadowrunner namens ‘Philip’. Sie bieten 200.000¥ bis 400.000¥ für das Komlink. Letztlich meldet sich Tauren zurück, der nur 80.000¥ bieten kann, aber verspricht, dass die Informationen genutzt werden, um Brackhaven zur Strecke zu bringen. Die Runner akzeptieren das Angebot und wollen sich am Abend im Goldenen Drachen mit ihm treffen.

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Auä

Scheiße man, so schnell kann’s gehen. Zack, erst platzt dem Dietrich die Birne, dann fress ich die nächsten 2 Schüsse ausser Sniperbüchse. Klick, Licht aus. Ging aber wohl noch gut, das ganze Gezampel im Zoo. Mussich sportlich sehen. Hab immerhin verhindert, dass 2 Köppe platzen, die wir noch brauchen können! Aufgewacht bin ich beim Avni inner Straßenklinik. Wasn Glück, dassmer ihn kennen.

Wollt natürlich erstmal hören, was denn passiert is, also ham’s mir die anderen erzählt:

Nickovic war SCHON WIEDER im Hotel unterwegs. Scheint son Zwergending zu sein. Ich weiß nich, ob da am Empfang auch einer seiner Zwergenkumpels arbeitet. Vielleicht hat er ne Dauerkarte oder so? Sei’s drum, diesmal hatter sogar was im Sinn: Er sucht sich n Zimmer mit Blick auf Hagenbeck, damit er von da oben snipern kann. Super. Hat ja auch gleich einen der Maschinenpistoleros, die ausm Tunnel gehüpft kamen, weggelatzt. Platsch. Blöderweise hatten die halt auch n Sniper. Der Trottel saß aber im selben Hotel wie Gully. Blöder, blöder Fehler. Zack, tot war er. Arschgeige. Diesmal 2:1 für den Zwerg. Nächstes mal muss ich schneller sein. Nickcic hat dann noch was rausgefunden: Das waren Russen! Stell sich das mal wer vor. Gehören zu ner Söldnertruppe namens Chimera. Die machen wohl häufig Wetwork für Megakons, sagt man. Seltsam, wenn man drüber nachdenkt, dass der Sniper gleich 2 dicke Klopper gebracht hat: Sorgt nicht dafür, dass er nicht entdeckt werden kann und dann schießt er ausgerechnet auf den dicken Ork, der als einziger sonen Genickknacker wegstecken kann – immer erst den Zauberer erschießen, das lernt man doch schon als Kind auf der Straße.

Artie hat uns in einen Imbisswagen gestopft, bis das große Geschrei und Durcheinander im Zoo vorbei war. Dann hatter mich unsichtbar gezaubert und Talli hat mich rausgeschleppt. Klar, sie ham mir vorher wohl noch erste Hilfe (Oku – macht ja auch Sinn, Technik und so) und magische Heilung (Artie) draufgedrückt. Ich aber immer noch am Schlummern und so und ab zu Avni. Der hat sich dann sofort um Valerie und mich gekümmert. Is auch alles halb so wild, nix wichtiges getroffen. Danke, Avni! (denk dran, Pauly: musst dem krassen Onkel Doc noch ordentlich NY dalassen)

In der Zwischenzeit hat Oku in noch nem Kommlink rumgekramt. Das hatte Dietrich im Zoo dabei (außerdem noch ne ganze Ladung Kohle – insgesamt 170.000 NY). Drauf waren Nummern (Namen alle abgekürzt, so A. und S. Auch T.) und wieder so zerstückelte Dateireste. Da stand er wohl drauf, der Dietrich.

Oku hat dann Scheiße gebaut, und irgendwie ham die Kontakte aufm Kommlink davon Wind bekommen, dass nicht mehr Dietrich inne Tasten kloppt. Ham dann gleich welche den weiteren Kontakt geblockt. Dann ganz fix die meistgewählte Nummer angerufen – und da ging auch glatt einer dran. Der nennt sich “Taure” – deswegen auch T., glaub ich – und ist so ein Freiheits-Aktivisten-Hacker, n ganz krasser, sagt Oku. Die Gruppe heisst Projekt Freiheit und ist überall auf der Welt im Kampf gegen Hauer-Hörnerhasser und Unterdrücker aller Art aktiv. Taure ist der Sohn von William “Bull” MacCallister – naha, klingelt’s? Genau, DER MacCallister. Ganz legendärer Decker, sagt Oku. Oku ist überhaupt ziemlich geschwätzig in der Sache. Wir kommen der Sache näher. Er ist ganz scharf auf die Kommlinks und will ruckzuck Kohle auftreiben, um uns die abzukaufen. Klingt fair.

Meine Kumpanen sind dann noch ins Steigenberger geeiert, um das Zimmer zu sichten, in dem sich Dietrich eingenistet hatte. Das war aber nicht so gut. Verdreckt, unordentlich, lauter Krimskrams. Viele lose Zettel, auf die allerlei Schrott gekritzelt ist. Artie hatse brav eingesammelt – und unsere neue Lieblingselfe Anna hat gleich mal ordentlich so Schamanenkrams versucht, um rauszufinden was damit is. Pfff, hätt ich auch gleich sagen können: Alles Asche, der Dietrich war wohl auf dem Weg, sich geistig endgültig auszuloggen. Aber hey, ich kann das verstehen. Annemarie muss natürlich auch mal zeigen, dass sie ihren Anteil an der Bezahlung wert ist.

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Enter the Ninja

Der Rest der Truppe hatte sich nach Hause verabschiedet und während Robo-Oku weiterhin versuchte die Daten des Comlinks zu entschlüsseln, hatte Iggy es sich hinter meinem Sofa kommod gemacht. Es dauerte auch gar nicht lange, da hatte Oku die Daten geknackt und es erschien ein Adressbuch mit zwölf Namen nebst Telefonnummern. Einige der Namen waren auch in den Fragmenten aufgetaucht, die wir zuvor gefunden hatten. Die Matrix-Recherche lieferte uns die folgenden Informationen:

Jennifer Kowalski = ihr Name tauchte nur auf einer Seite für im Dienst verstorbene FBI-Agenten auf.
Kenneth Brackhaven= Lobbyist für Rechts, warangeblich in die Operation “Morgengrauen”, bei der Metamenschen-Aktivisten während einer Zusammenkunft in einer Lagerhalle verbrannten, involviert – wenn man den Gerüchten aus dem Orkuntergrund glauben darf.
George Mathers= ?
Seth Dietrich= FBI-Hacker, hat versucht die Verbindung zwischen dem Humanis Policlub und Wilhelm Brackhafen herauszufinden
MacCallister= Miitglied des Humanis Policlub (quasi der KKK für Human Supremacists)

Plötzlich klinget der Comlink und Dietrich ist dran. Ihn scheint es nicht zu interessieren wer oder wo wir sind. Vielleicht weiß er es auch schon? Naja, jedenfalls soll ich mich am nächsten Nachmittag vor dem Basiliskengehege mit ihm treffen. Er bietet 100.000 dafür, dass er sein Comlink zurückbekommt. Ich stimme zu und schicke den anderen sofort eine Nachricht, dass sie zum Frühstück zu mir kommen sollen, damit wir den Plan besprechen können. Ich gehe bestimmt nicht allein in den Zoo!
Wie vereinbart erscheinen sie alle am frühen Morgen bei mir und Anima hat sogar echte Brötchen mitgebracht! Wahnsinn! Wo sie die wohl her hat?
Iggy brabbelte die ganze Zeit was von Satelliten die gewartet werden und irgendwelchen
Stimmen in seinem Kopf. Ich habe ihm dann Alufolie gegeben, damit er seinen Kopf abschirmen kann. Hat auch funktioniert bis Oku ihm – charmant wie immer – erklärt hat, dass das Blödsinn ist. Versuch war’s wert.
Leider wurde das dann nichts mit lecker Frühstück. Noch bevor wir am Kaffee nippen konnten, zersprangen klirrend die Fenster und fünf Ninjas standen mitten in der Bude. Offensichtlich hatten wir irgendein Memo nicht bekommen…. Tja, um’s kurz zu machen: leg’ dich nie mit einem Ork vor’m Frühstück an! Der letzte Ninja türmte aus dem Fenster und Pauli natürlich hinterher. Er schafft es auch tatsächlich ihn einzuholen und festzuhalten. Der Rest von uns beschließt, dass es wohl das beste ist, erstmal die Wohnung zu verlassen. Wer weiß, was nach den Ninjas noch kommt? Vorallem wollte ich aber auch die ekligen Leichen aus der Wohnung haben. In Oku’s Bus nehmen wir uns den letzen noch atmenden Ninja vor – allerdings ist sein Zustand nicht der Beste, aber Anima gelingt es durch eine magische Gedankenverbindung herauszufinden, was er die letzen 12 Stunden gemacht hat:

Er hat den größten Teil des Tages in Medtation im Dojo des Miga Shotozumi-Gumi Ordens verbracht bis er kurzfristig den Auftrag erhalten hat, uns zu erledigen.

Oku fand heraus, dass dieser Orden exclusiv für den Megakonzern Mitsuhama (Computer, Schwerindustrie & magische Gegenstände) arbeitet. Man sagt, der Konzern arbeitet eng mit den Yakuza zusammen.

Wir waren kaum ein paar Meter von der Wohnung entfernt, als Iggy darauf hinwies, dass ein voll bewaffneter Hubschrauber von Ares über dem Gebäude kreiste. Nicht gut…..gar nicht gut! Es half auch nicht wirklich, dass die Polizei, die wohl von jemandem informiert worden war, inzwischen Barmbek komplett abgeriegelt hatte. Oku hackte sich in den Polizeifunk und erfuhr, dass es angeblich einen Kampf zwischen einem Megakonzern und Terroristen gegeben hatte. Megakonzern ja, aber wir sind doch keine Terroristen!
Schlussendlich gelingt es uns doch über Schleichwege die Polizeisperre zu umgehen. Die Leichen werden in der Elbe entsorgt.

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